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22.08.2017

 

 

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Im Visier von Hobby-Spionen

Wenn das Smartphone als Abhörgerät missbraucht wird

Wer sich in den eigenen vier Wänden beobachtet fühlt, muss nicht unbedingt an Verfolgungswahn leiden: Immer mehr normale Bürger geraten ins Visier neugieriger Freizeitspione. Oft ist es der aktuelle oder verflossene Partner, der sich berechtigt fühlt, heimlich persönliche SMS mitzulesen oder Gespräche mitzuhören.

Die moderne Technik macht es Lauschern so leicht wie nie, in die Privatsphäre ihrer Opfer einzudringen. Geräte und Software, mit denen sich ein Handy zum Abhörinstrument umrüsten lässt, sind frei im Handel erhältlich – und schon für kleines Geld zu haben. „Kaum jemand ahnt, wie einfach ein Smartphone dazu benutzt werden kann, seinen Besitzer rundum zu überwachen“, warnt Gernot Zehner, Experte für Lauschabwehr und Datenschutz bei der Ultima Ratio.

Dank moderner Technik kann heute praktisch jeder „Big Brother“ spielen: Die zunehmende Verbreitung von Smartphones hat Hobbyspionen weit reichende Möglichkeiten eröffnet. „Ein Internetzugang, ein Mikrophon, das sich heimlich anschalten lässt, und ein Navigationssystem, das den aktuellen Standort des Besitzers kennt – Geräte mit diesen Funktionen sind das ideale Instrument für jeden Spitzel“, erklärt Gernot Zehner von Ultima Ratio. Man hat sie zudem ständig in der Tasche und verwaltet mit ihrer Hilfe eine Fülle von Informationen: Adressbücher, Emailverbindungen, Dokumente. Anders gesagt: Wer sich Zugriff auf ein Mobiltelefon verschafft, kann praktisch das gesamte Leben seines Opfers einsehen.

Die Gründe, warum Menschen daran ein Interesse haben, sind vielfältig: Ehefrauen, die ihren Männern Affären unterstellen. Ex-Partnerinnen, die ihre Verflossenen kontrollieren wollen. Stalker, die jede Bewegung ihres Opfers zu verfolgen trachten. Wer Telefone abhört oder Email mitliest, verstößt zwar gegen das Strafgesetz, das Fernmeldegeheimnis und den Schutz der Vertraulichkeit des Wortes. Doch viele hält das nicht davon ab, ihrer Neugier trotzdem nachzugeben.

„Willst du wissen, was deine Freundin treibt?“

Dubiose Anbieter von Überwachungssoftware wenden sich überall im Netz an die niedrigsten Instinkte. Komplette Spionage-Pakete sind zum Discount-Preis zu haben. Mit solchen Anwendungen ist es möglich, Gespräche mitzuhören, SMS mitzulesen und in Kontaktlisten oder Telefonprotokollen herumzuschnüffeln. Hinzu kommt, dass es im Handel ein breites Spektrum von Zubehör für Amateurspitzel gibt: GPS-Tracker, die sich im Auto der Zielperson verstecken lassen und per SMS übermitteln, wo diese sich gerade aufhält. Minikameras, Wanzen – die Geräte werden immer kleiner, leistungsfähiger und billiger. „Das Problem ist, dass Betroffene oft lange Zeit nicht ahnen, dass sie bespitzelt werden“, sagt Gernot Zehner und rät: „Bleiben Sie wachsam und werden Sie sofort hellhörig, wenn Ihnen etwas seltsam oder unheimlich vorkommt. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass die Spionage-Opfer mit ihrem Bauchgefühl oft richtig liegen.“

Wie man sich gegen Verletzungen der Privatsphäre wehrt

Rauscht es merkwürdig im Telefon? Kennt der Ex-Partner oder die Ex-Partnerin Details, die eigentlich niemand wissen kann? Niemand muss sich Eingriffe in seine Privatsphäre gefallen lassen. Wer Verdacht geschöpft hat, sollte sich umgehend Beistand bei einem Lauschabwehr-Profi suchen. „Grundsätzlich kann man nur raten: Passen Sie immer gut auf Ihr Handy auf. Lassen Sie es niemals unbeaufsichtigt herumliegen und richten Sie einen nur ihnen bekannten Zugangscode ein“, erklärt Gernot Zehner. Denn selbst wenn man keinen eifersüchtigen Partner hat und auch denkt, man hätte nichts zu verbergen: Hinter solchen Spionageattacken kann sogar ein Konkurrent des Arbeitgebers stecken. „Wir bekommen immer öfter Aufträge von Firmen, deren Firmengeheimnisse auf solche Weise nach draußen gelangt sind. Mit der Spionage-Software auf dem Handy der Chefsekretärin oder des Projektleiters konnte der Täter das Handy jederzeit einschalten und es wie eine Wanze zum Abhören in wichtigen Meetings nutzen“, weiß der Lauschabwehrexperte.

Wurden womöglich noch Abhöreinrichtungen, Peilsender oder Kameras in der Wohnung versteckt, muss man diese erst aufspüren, um sie wieder loszuwerden – und das ist gar nicht so einfach: Die handelsüblichen Suchgeräte sind nach Ansicht des Lauschabwehr-Experten in aller Regel ihr Geld nicht wert. „Außerdem verlangt die Suche nach Spionagetechnik- und Software auch entsprechende Erfahrung – wenn man sich in den eigenen Wänden wirklich wieder sicher fühlen möchte“, betont Gernot Zehner.

 


Veröffentlicht am: 30.04.2014

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