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23.10.2017

 

 

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In meiner Badewanne bin ich Kapitän

Das Schiffchen, aber auch die Badewanne haben ziemliche Ausmaße

Wer träumt nicht davon, einmal Kapitän zu sein. Nicht Kapitän in der Badewanne oder als solcher im Paddel- oder Ruderboot. Ein Hausboot oder eine Yacht sollten es schon sein. Man möchte die Elemente spüren und "sein" Schiff per Steuerrad, Bug- und Heckstrahlruder und Echolot elegant am Steg platzieren.

Nun kostet so ein "standesgemäßes" Schiff schon gern mal 300.000 Euro. Neben- und Unterhaltskosten nicht gerechnet. Doch was auf der Straße geht, funktioniert auch auf dem Wasser. Man kann überall da, wo es genügend Wasser gibt, luxuriöse Wasserfahrzeuge ausleihen. Wir von genussmaenner.de und gast & rast entschieden uns für eine Hausyacht aus dem breiten Charterangebot der Müritz-Yacht-Management e.K.

Wir buchten die M-Haus 120 - ein Eigenbau der in Rechlin und Lärz beheimateten Firma. Die hat sich in den vergangenen 20 Jahren einen sehr guten Ruf als Bootsbauer (einschließlich Reparaturen) und Charterer erworben. Der Hafen in dem kleinen Örtchen ist so neu, dass er in den Karten noch nicht eingezeichnet ist. Wer bald als Kapitän auf große Fahrt gehen will, biegt am Ortseingang Lärz gleich rechts in die Lindenstraße ab.

Einen kleinen Tipp: Die leicht windschiefe Fachwerkkirche in der Ortsmitte von Lärz sollte man sich einmal ansehen. Den ockerfarbenden Bau kann man nicht übersehen.

Nach einem freundlichen Empfang erfolgt die detaillierte Einweisung. Die benötigt, wer ohne Bootsführerschein so ein 12,5 Meter langes Boot fahren will. Mein Tipp: Wer keine oder nur unzureichende Erfahrungen mit dem Führen von großen Yachten hat, sollte sich lieber nochmals einweisen lassen. Spätestens wenn es im Hafen windig ist, ist man für die gegebenen Tipps dankbar.

Nach dem man sein Gepäck und alles Weitere verstaut hat, kann es auch schon los gehen. Noch ein Tipp: Schon bei der Buchung bekommt man eine Einkaufsliste. Die kann man ausgefüllt mailen und die gewünschten Lebensmittel und Getränke sind in sehr guter Qualität schon an Bord eingeräumt, bevor man überhaupt einen Fuß auf "sein" Hausboot, "seine" Yacht gesetzt hat.

So ein großes Schiff zu fahren ist nicht ganz einfach. Man stelle sich vor, man steigt von einem Smart auf einen alten US-Straßenkreuzer um. So ähnlich ist es, wenn man von einem offenen Motorboot auf ein "Schlachtschiff" wie die M-Haus 120 umsteigt. Nicht umsonst sind laut MYM-Besitzer Dipl.-Wjur. Andreas Marz die drei Tugenden eines Kapitäns "Ruhe bewahren", "Ruhe bewahren", "Ruhe bewahren". Mir ist das nicht immer gelungen - aber man lernt Kilometer für Kilometer hinzu.

Unsere erste Tour führte von Hafen Lärz bis nach Waren - der "Hauptstadt" der Müritzregion. Es ging in volle Länge über Deutschlands größten Binnensee und die kleine Müritz in den wunderschön gelegenen Stadthafen. Leider war es einigermaßen windig. Wir waren also froh, dass jemand unsere Leinen auffing und das große Schiff an den Steg zog. So sind Wassersportler. Auch wir griffen immer wieder mit zu.

Am nächsten Tag ging es über den völlig unverbauen Kölpinsee und das Naturparadies Fleesensee. Mittag machten in der Marina nahe des nicht zu übersehenden Iberohotels. Bausünden findet man eben überall. Von dort ging es von Tonne zu Tonne - das Kartenmaterial war top, ein Fernglas ist zu empfehlen - weiter in Richtung Malchow. Da uns nicht bekannt war, dass die niedrige Brücke im Ort stündlich den Weg zum Plauer See freigibt, drehten wir und warfen Anker. Die Sonne schien und wir konnten das großzügige Loungedeck genießen.  Danach ging es mit Windunterstützung zurück nach Waren.

Die Nächte verbrachten wir selbstverständlich an Board der M-Haus 120. Die verfügt über zwei separaten Kabinen mit einer Nasszelle (Dusche/WC). Wer massiv übergewichtig ist, der kann Probleme mit dem Platz im WC bekommen. Dafür ist der Schrankraum alles andere als klein bemessen. Ein Highlight ist das große Bett. Ich habe in Hotels schon wesentlich schlechter geschlafen.

Am nächsten Tag war der Wind noch mehr aufgefrischt. Laut Hafenmeister hatten wir Windstärken zwischen sieben und acht. Wie sagte der Techniker in Lärz? Ab Windstärke sieben fahren wir auch nicht mehr raus. Bei uns siegte ebenfalls der gesunde Menschenverstand und wir blieben im Hafen. Bereut haben wir es nicht, denn Waren ist auch bei wenig angenehmen Wetter einen Tagesaufenthalt wert. Das kleine Städtchen mit seinen 21.000 Einwohnern hat sich in den letzten 20 Jahren mächtig heraus geputzt. Es gibt viele nette Geschäfte und mindestens genauso viele Restaurants und Cafés. Nur eines haben wir nicht gefunden: ein Internetcafé. Auch sonst ist das W-Lan-Angebot mehr als dürftig. Bitte dringend nachlegen. Dafür kann man hier diverse Museen besuchen, die sich nicht von ungefähr häufig mit dem Thema Fisch befassen. Der ist hier nicht nur museal sondern auch lecker gebraten, geräuchert oder gedünstet ein ständiges Thema und eine Versuchung ersten Grades.

Als wir uns am nächsten Morgen im großzügigen Aufenthaltsraum trafen, wehte der Wind nicht mehr ganz so stark. Wir machten uns unser Frühstück. Dank Kühlschrank, Gasherd, Toaster, Kaffeemaschine und jede Menge Geschirr ist das ein Kinderspiel. Hier steht auch der Hauptsteuerstand. So kann man trocken das Hausboot bewegen. Auch das Ablegen ist dank des umlaufenden Gangboards kein Problem.

Auf der Rückfahrt nach Lärz machten wir noch einen Zwischenstopp in Klink. Dann ging es ohne Probleme und sehr elegant zurück in den nicht gerade weiträumigen Hafen von Lärz. Ohne fremde Hilfe lag die "Louisa" - so hieß übrigens unser Schiff - innerhalb weniger Minuten sicher vertäut. Wir mussten nur noch unseren Kram ausladen und das Boot übergeben.

Nun hört uns die "Louisa" (fast) aufs Wort. Unsere nächste Tour ist dann die in Richtung Süden, Richtung Berlin. Doch dafür reichen die knapp vier Tage sicherlich nicht aus.

Habe ich Ihnen den Mund so richtig wässerig (so ein blöder Calauer) gemacht? Dann suchen Sie sich doch auf http://www.mueritz-yacht.de/ Ihre Yacht aus. Meine Empfehlung ist ganz klar die M-Haus 120.

Text und Fotos: Helmut Harff

 


Veröffentlicht am: 23.04.2014

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