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Wie Frauen am besten finanziell vorsorgen

Altersarmut vermeiden und Rentenlücke schließen

Schon jetzt ist klar: Das Niveau der gesetzlichen Rente wird in den nächsten Jahrzehnten so stark sinken, dass diese für ein sorgloses Leben im Alter nicht mehr ausreicht. Bei Frauen spitzt sich diese Problematik nochmals zu: Denn das Berufsleben von Frauen unterscheidet sich immer noch von dem der Männer.

Viele Frauen erziehen Kinder, pflegen Eltern, arbeiten in Teilzeit oder sind geringfügig beschäftigt. Die durchschnittliche gesetzliche Rente liegt für Frauen in den neuen Bundesländern derzeit bei 730 Euro, in den alten Bundesländern bei 508 Euro im Monat. Wer sein Leben lang weniger verdient und einen durch Auszeiten unterbrochenen Lebenslauf hat, muss deshalb umso mehr auf seine Altersvorsorge achten. Wie Frauen der Altersarmut entgegensteuern können, erklärt Tatjana Höchstödter, Vorsorgeexpertin von ERGO.

Warum haben Frauen eine niedrigere Rente als Männer?


Zum einen hängt die Höhe der späteren gesetzlichen Rente natürlich wesentlich von der Erwerbsbiografie ab – also von der Anzahl der Beschäftigungsjahre und vom Gehalt. Zum anderen verdienen Frauen auch in gleicher Position im Schnitt immer noch 20 Prozent weniger als Männer. Dazu kommt: Während Männer durchschnittlich 37 Jahre lang arbeiten, sind Frauen in der Regel nur 26 Jahre beruflich tätig – und unter Umständen über einen längeren Zeitraum nur in Teilzeit. Auch Minijobs und andere geringfügig entlohnte Nebenbeschäftigungen nehmen in erster Linie Frauen wahr. Denn noch immer sind es hauptsächlich sie, die sich um die Erziehung der Kinder und um den Haushalt kümmern. Zudem stecken meistens Frauen für die Pflege von Angehörigen beruflich zurück.

„Entsprechend niedrig sind ihre Rentenansprüche im Vergleich zu den Männern – im Durchschnitt zwischen 30 und 50 Prozent weniger“, sagt Vorsorgeexpertin Tatjana Höchstödter von ERGO. „Dabei haben Frauen statistisch betrachtet eine höhere Lebenserwartung.“ Sie liegt aktuell bei 82 Jahren und neun Monaten; Männer leben fünf Jahre weniger. Frauen benötigen daher im Alter auch länger ein finanzielles Polster. „Aus all diesen Gründen haben Frauen andere Bedürfnisse als Männer, wenn es um Vorsorge und Versicherung geht“, so das Fazit der Expertin.

Wer früh Weitblick zeigt, wird belohnt


„Je früher sich Frauen Gedanken um ihre Altersvorsorge machen, desto besser“, rät Tatjana Höchstödter. „Wichtig ist in einem ersten Schritt, die tatsächliche gesetzliche Rentensituation zu klären. Arbeitnehmerinnen können dazu ihre gesetzliche Rente kalkulieren.“ Hinweise dazu finden sie in der Renteninformation. Dieses Schreiben verschickt die Deutsche Rentenversicherung einmal im Jahr an alle über 27-jährigen Versicherten. Hilfreich kann auch eine Beratung zum bisherigen Lebenslauf bei der Deutschen Rentenversicherung sein. Dabei werden alle Versicherungszeiten dahingehend überprüft, ob sie für die spätere Rente von Bedeutung sind.

Ein weiterer Hinweis der ERGO Vorsorgeexpertin: „Mütter, die zugunsten ihrer Kinder eine Erziehungszeit in Anspruch nehmen, sollten darauf achten, sie für die Bemessung der gesetzlichen Rente berücksichtigen zu lassen. Dazu ist ein Antrag beim Rentenversicherungsträger nötig.“ Dem Elternteil, der die Kinder hauptsächlich betreut, werden drei Jahre an Beitragszeiten gutgeschrieben.

Er wird so behandelt, als hätte er in diesem Zeitraum das Durchschnittseinkommen verdient. Dieses berechnet sich aus den Einkünften aller gesetzlich Rentenversicherten. Übrigens: Auch wer pflegebedürftige Angehörige betreut, kann sich die Pflege auf diese Weise anrechnen lassen. Frauen, die ohne Erziehungs- oder Pflegeaufgaben im Haushalt arbeiten, haben jedoch schlechtere Aussichten. Da sie während dieser Zeit keine rentenversicherungspflichtige Tätigkeit ausüben und nicht in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen, erhalten sie später in der Regel nur eine geringe Rente.

Wie kann „Frau“ am besten für das Alter vorsorgen?


Frauen, die zugunsten der Familie auf eine Vollzeitstelle verzichten, müssen nicht zwingend mit Nachteilen für ihre spätere Altersversorgung rechnen. „Sie sollten sich in Fragen der Altersvorsorge jedoch besonders intensiv beraten lassen“, empfiehlt die ERGO Expertin. Eine interessante Vorsorgemöglichkeit ist die staatlich geförderte Riester-Rente: Sie ist auch für Sparerinnen geeignet, die nur über geringe finanzielle Spielräume verfügen. Pro Jahr gibt es 154 Euro vom Staat dazu und für jedes Kind 185 Euro – bei Kindern, die 2008 und später geboren wurden sogar 300 Euro. Die Riester-Rente ist flexibel und passt sich wechselnden Situationen und Einkommen an. Je nach Verdienst müssen Versicherte nur geringe Mindestbeträge entrichten – ausreichend sind vier Prozent des Vorjahreseinkommens pro Jahr, mindestens aber 60 Euro. „Diese Vorsorgemöglichkeit ist deshalb auch ideal für Mütter in der Erziehungszeit und Hausfrauen mit Minijob“, sagt ERGO Expertin Höchstödter. „Verheiratete Frauen, die sich ausschließlich der Familie widmen, können sich so eine eigene Altersvorsorge aufbauen.“

Eine weitere Möglichkeit für Frauen, um für ihre Rente zu sparen, ist eine private Rentenversicherung. Gerade für gut verdienende Berufsanfängerinnen kann ein Modell mit abgekürzter Beitragszahlungsdauer von Vorteil sein. Der monatliche Beitrag für eine Rentenversicherung liegt dann zwar höher. Aber auf diese Weise sparen sie gleich zu Anfang – etwa vor der Familiengründung – vergleichsweise viel Kapital an. Dadurch fällt über die Zeit der Zinseszinseffekt stärker aus. „Das ist der Vorteil, wenn Versicherte die gesamten Beiträge in kürzerer Zeit ansparen, beispielsweise schon in zehn statt in 40 Jahren und damit trotzdem die gleiche Rentenleistung finanziert wird“, erklärt Tatjana Höchstödter.

Auf diese Weise können Frauen schon früh dafür sorgen, dass sie im Alter finanziell auf der sicheren Seite sind. Den monatlichen Beitrag können sie zudem problemlos an ein sinkendes Einkommen anpassen, zum Beispiel bei einer vorübergehenden Teilzeitarbeit. Zur Not können sie den Vertrag sogar beitragsfrei stellen.

 


Veröffentlicht am: 07.05.2014

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