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Morgengruß von Helmut Harff: Menschen

Handy kontra Körperkontakt

Heute früh hörte ich mal wieder einen Morgenkommentar im Radio. Es ging darum, dass im Handy-Zeitalter immer mehr Menschen auf körperlichen Kontakt verzichten, diesen gar meiden. Als Beispiel für seine Ansicht verwies der gute Mann darauf, dass es in Japan nun Restaurants mit Einplatz-Tischen gibt.

Ich habe selten so einen hahnebüchenen Unsinn gehört wie diesen. Ja, wir haben alle viele und schnelle - von mir aus auch häufig oberflächliche - Kontakte über Handy oder andere Internetkanäle. Doch das ist nicht schlecht. Ganz im Gegenteil. Heute muss man niemand wie vor 50 Jahren auffordern, Brieffreundschaften zu pflegen. Heute hat man Kontakte in die ganze Welt.

Ich bin, Facebook sei Dank, in ständigem Kontakt mit Harffs im aller Welt. Ohne moderne Kommunikation wüsste ich nicht einmal, wer da wo wohnt. Wir haben heute einfach mehr Kontakte, kommunizieren mit mehr Menschen, als es unseren Vorfahren, als es mir vor 20, 30 Jahren überhaupt möglich war.

Und doch, wir hängen nicht nur am Rechner oder am Handy, wir treffen uns ständig mit ganz realen Menschen. Ich weiß nicht, wo der Morgenkommentator da aus dem Radio zuhause ist. Es sollte mal nach Berlin kommen. Hier hocken die Menschen sehr gern beieinander, treffen sich im Mauerparkt, in den Tausenden von Kneipen und Restaurants, sitzen in Parks oder mit Freunden in der Wohnung zusammen. Menschen wollen sich nicht nur per Kurznachrichten austauschen, sie wollen miteinander reden, sich in die Augen sehen und such in die Arme nehmen. Menschen wollen sich auch im 21. Jahrhundert spüren, sich lieben. Das geht per Handy einfach nicht.

Noch einmal zu dem angeblichen Trend in Japan. Das ist etwas, was man uns Deutschen seit einer gefühlten Ewigkeit vorwirft: Wenn wir in ein Restaurant gehen, suchen wir einen freien Tisch - möglichst in einer Ecke. Steigen vier einander unbekannte Menschen in einer leere S-Bahn, so setzt sich jeder in ein Abteil. Macht man es anders, erntete man zumindest einen missbilligenden Blick. Selbst bei Pressekonferenzen ist das so. Da bleibt gern ein Platz zum Nachbarn leer. Das, obwohl man weiß, dass sich in den nächsten Minuten noch jemand auf diesen freien Platz setzen wird.

Daraus nun schlussfolgern zu wollen, dass wir körperliche Nähe immer mehr meiden, halte ich wie schon gesagt für völligen Unsinn.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Dann werde ich einige Leute anrufen, einige Mails schreiben und mich am Abend mit netten Menschen treffen.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und viele direkte Kontakte.

 


Veröffentlicht am: 07.05.2014

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