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Morgengruß von Helmut Harff: Schönheitswahn

Männer unter dem Messer

Ich habe heute eine Meldung veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass immer mehr Männer die Dienste eines Schönheitschirurgen in Anspruch nehmen. Ja, auch ich gehörte schon dazu. Allerdings war ich noch sehr klein und mir wurden die Segelohren angelegt. Also alles in Ordnung?

Ich befürchte, hier ist nicht viel in Ordnung. Männer gehen nämlich nicht mehr nur zum Schönheitschirurgen, um sich die Ohren anlegen zulassen, um eine Hasenscharte beseitigen zu lassen. Heute, so ist immer wieder zu lesen, lassen sich immer mehr Männer Fett absaugen, Muskelimplantate unter die Haut einpflanzen oder die Falten im Gesicht weg spritzen.

Was ist da los? Sind Männer mit Falten nicht mehr interessant? Man stelle sich Clint Eastwood, John Wayne, Hans Albers oder Bruno Ganz mit einem Botox- oder eigenfettgeglättetem Gesicht vor. Was ist mit dem Spruch, wonach ein Mann ohne Bauch ein Krüppel ist? Wer wollte Ottfried Fischer oder Dieter Pfaff mit künstlichem Sixpack sehen? Wollen wir, will Helene Fischer, dass Florian Silbereisen dank der Kunst eines Schönheitschirurgen plötzlich aussieht wie Arnold Schwarzenegger in seinen besten Zeiten? Ich meine nein.

Ich verstehe den Trend zur künstlichen "Jugendlichkeit" und zur künstlichen "Schönheit" nicht. Klar, wollen wir Männer gut aussehen. Klar greifen wir zur Kosmetik, gehen zur Kosmetikerin, laufen und besuchen regelmäßig ein Fitnessstudio. Ungepflegte Schlaffis sind nicht unbedingt das Leitbild für einen modernen Mann. Doch sich deshalb unter das Messer legen, sich spritzen lassen? Ich höre doch immer, dass Männer nicht gerade gern zum Arzt gehen. Da scheint etwas wirklich nicht zu stimmen. Vor allem dann, wenn man ebenfalls lesen muss, dass Männer wahre Vorsorgemuffel sind.

Was ich auch nicht verstehe, sind die Gründe für diesen männlichen Schönheitswahn. Egal wohin man blickt, die erfolgreichen Männer haben Falten, sind alles andere als durchtrainiert oder gar Muskelprotze. Eine schiefe Nase, hängende Lider, tiefe Falten und ein Bierfriedhof sind alles andere als Karrierekiller. Zumindest scheint mir das so. Vom Showgeschäft mal abgesehen, ist beim Mann noch immer Natur gefragt. Dem darf mit Sport und Pflege gern auf die Sprünge geholfen werden. Doch mehr?

Ich meine, wir sollten uns nicht einreden lassen, dass wir nur "perfekt" Chancen beim anderen Geschlecht und im Job haben. Wir sollten allerdings auch nicht von anderen Menschen - ich meine vor allem die Frauen - fordern, dieser Perfektion hinterher zu hecheln.

Mir fällt gerade ein Satz aus einem Gedicht von Peter Hille ein. Der alles andere als gepflegt daher gekommene Bohemien schrieb: "Ich bin, also ist Schönheit". Dem ist nichts hinzuzufügen.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Mich beschäftigt gerade die Frage, ob ich die Gurke esse, oder mir schnell eine Maske mache. Die Ringe unter den Augen stören mich schon.

Ihnen wüsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 26.06.2014

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