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Reisehöhepunkte in Rheinland-Pfalz

Dr. Jörg Raach auf Tour

Reisen in Rheinland-Pfalz ist von besonderem Reiz: Es verbindet großartige Landschaften mit reichem Kulturerleben. Seit 2002 ist die Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal zwischen Bingen, Rüdesheim und Koblenz Welterbestätte. Das Unesco-Komitee würdigte das Obere Mittelrheintal als "eine Kulturlandschaft von großer Vielfalt und Schönheit".

Seit zwei Jahrtausenden stellt das Mittelrheintal einen der wichtigsten Verkehrswege für den kulturellen Austausch zwischen der Mittelmeerregion und dem Norden Europas dar. Die Kulturlandschaft des Oberen Mittelrheintales zwischen Bingen, Rüdesheim und Koblenz umfasst den südlichen, rund 65 Kilometer langen Abschnitt des Mittelrheingebietes - das Durchbruchstal des Rheins durch das Rheinische Schiefergebirge. Im Herzen unseres Kontinents gelegen, mal Grenze, mal Brücke der Kulturen, spiegelt es die Geschichte des Abendlandes exemplarisch wider.

Hochrangige Baudenkmäler haben sich hier in einer Fülle und Dichte erhalten, wie sie in kaum einer anderen europäischen Kulturlandschaft so zu finden sind. Mit seinen rebenbesetzten Talhängen, seinen auf schmalen Uferleisten zusammengedrängten Siedlungen und den auf Felsvorsprüngen wie Perlen aufgereihten Höhenburgen gilt das Tal als Inbegriff der romantischen Rheinlandschaft. Menschen aus aller Welt haben diese Region bereist; Literaten, Maler und Musiker haben sich durch diese Landschaft inspirieren lassen (empfehlenswerter Führer dazu: Thomas Biller/Achim Wendt: Burgen im Welterbegebiet Oberes Mittelrheintal).

An der gleichfalls höchst reizvollen Mosel gelegen ist Trier ein weiterer Höhepunkt der Welterbestätten in Rheinland-Pfalz. Im Jahre 16 v. Chr. als "Augusta Treverorum" gegründet, ist Trier die älteste Stadt Deutschlands. Durch die Dichte und bauliche Qualität der erhaltenen Denkmäler - Brücke, Reste der Stadtbefestigung, Thermen, Amphitheater, Palastaula - liefert Trier ein außergewöhnliches Zeugnis der vierhundertjährigen römischen Epoche. Die Römerbauten und die aus ihren Ruinen erwachsenen, von ihnen nicht zu trennenden christlichen Nachfolgebauten wurden 1986 gemeinsam in die Liste des Welterbes aufgenommen. Die Porta Nigra, ein monumentales befestigtes Tor aus Quadermauerwerk mit zwei halbkreisförmig vorspringenden, viergeschossigen Türmen ist ein einzigartiges Werk der römischen Architektur des 2. Jahrhunderts.

 

Trier ist das Beispiel einer großen römischen Hauptstadt nach der Reichsteilung: Die Reste des kaiserlichen Palastes mit der Aula Palatina und den Kaiserthermen beeindrucken durch ihre riesenhaften Ausmaße. Die unter der Nordhälfte der Doppelbasilika (dem heutigen Dom) gefundenen Fragmente einer gemalten Decke, auf der man Mitglieder der kaiserlichen Familie (Helena oder Fausta) zu erkennen glaubt, bezeugen ihrerseits den höfischen Charakter der Architektur.

Die aktuelle Sonderausstellung „Ein Traum von Rom. Römisches Stadtleben in Südwestdeutschland“ wird im Rheinischen Landesmuseum Trier ( bis 28. September 2014, anschließend i Landesmuseum Württemberg in Stuttgart vom 25. Oktober 2014 bis 12. April 2015 ) Zum ersten Mal befasst sich eine Ausstellung mit römischer Stadtkultur in Südwestdeutschland. Schwerpunkt der Ausstellung ist das Phänomen Stadt als Abbild der römischen Zentralmacht Rom sowie die regionalen und überregionalen Einflüsse auf das städtische Leben. Gezeigt werden Groß- und Kleinplastiken, Wandmalereien, Mosaike, Inschriften sowie Zeugnisse des provinzialrömischen Alltagsleben und Modelle.

Im Süden des Landes ist der Dom zu Speyer ist auch in seinen Abmessungen das größte Denkmal seiner Zeit. Die salischen Kaiser machten ihn zu ihrer Grablege. Maria und dem heiligen Stephan geweiht, wurde der Dom in zwei großen Bauphasen von 1025 bis 1061 und von 1082 bis 1106 errichtet. Er bringt eine Grundrissgliederung zur Vollendung, die in der Folgezeit großen Einfluss auf die Entwicklung der romanischen Architektur des 11. und 12. Jahrhunderts ausgeübt hat. Ihre Kennzeichen sind die ausgewogene Verteilung der Baumassen im Osten und Westen sowie die symmetrische Anordnung der vier Türme an den Ecken des von Langhaus und Querhaus gebildeten Baukörpers.


Die Baugeschichte des Doms ist ein hervorragendes Beispiel denkmalpflegerischen Handelns und hat die Entfaltung der Lehrmeinungen in der Denkmalpflege in Deutschland, Europa und der Welt vom 18. Jahrhundert bis in unsere Gegenwart mitbestimmt. Schon 1981 wurde der Dom zu Speyer als zweites Bauwerk in Deutschland überhaupt in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.

Gute Aussichten, in absehbarer Zeit auch als Teil des UNESCO-Weltkulturerbres anerkannt zu werden haben die sogenannten SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz. Sie gelten mit ihren jüdischen Zentren als „Wiege der Gelehrsamkeit“ für das mittelalterliche Judentum in Europa. Durch den intensiven Austausch der nahe beieinander liegenden Städte mit ihren bedeutenden Talmudschulen entwickelte sich seit dem 11. Jahrhundert ein einzigartiger Verbund, der Kultur, Religion und Geistesleben des europäischen Judentums entscheidend geprägt hat.

Einzigartige, europaweit ausstrahlende kultische Bauwerke zeugen von dieser mittelalterlichen Blütezeit. Das Wort SchUM ist ein Akronym aus de n Anfangsbuchstaben der mittelalterlichen, hebräischen Namen von Speyer, Worms und Mainz: Schin (Sch) für Schpira, Waw (U) für Warmaisa und Mem (M) für Magenza. Als Führer zu "den Kulturstätten des Judentums am Rhein" ist zu empfehlen: Matthias Preißler: Die SchUM-Städte Speyer - Worms - Mainz (Schnell + Steiner Verlag).

Fotos:
Bild 1: Aussicht vom RheinBurgenWeg auf die Loreley (Foto: Karin Hunerfauth-Brixius);
Bild 2: Porta Nigra in Trier;
Bild 3: Dom zu Speyer/Stadt Speyer (Foto: Klaus Landry)

Autor: Dr. Jörg Raach

 


Veröffentlicht am: 02.07.2014

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