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Aufgespießt: Stolz, ein Deutscher zu sein

Das kann man jetzt sagen

(Helmut Harff / Chefredakteur) Wer vor einigen Jahren sagte "Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein", der wurde sofort als Rechtsradikaler abgestempelt. Wer das in der DDR sagte, war in den Augen der Führung auch noch ein schlechter DDR-Bürger.

Irgendwann diskutierte man dann, was man unter dem CSU-Slogan von der Deutschen Leitkultur zu verstehen habe. Heute kann man getrost auch als Linker eine Deutschlandfahne aufziehen und sich oder sein Auto Schwarz-Rot-Gold schmücken. Zumindest dann, wenn unsere Fußball-Nationalkicker in internationalen Turnieren unterwegs sind.

Ja, Fußball und nationale - deutsche - Identität scheinen zusammen zu hängen. Nach dem sogenannten Wunder von Bern - dem Gewinn der Fußballweltmeisterschaft 1954 - streckte die Nation den Rücken durch und übte nach den Schrecken des 12 Jahre dauernden tausendjährigen Reiches wieder den aufrechten Gang.

1974 - auch in diesem Jahr wurden Deutschlands Kicker Weltmeister - kann ich mich nicht an irgendwelche nationalen Aufwallungen erinnern. Die passten damals einfach nicht in die Zeit. Alles was deutsch war, war mindestens suspekt. Die 68er-Generation hatte anders als nationale Euphorie im Kopf.

Ja, und dann 1990. Da fiel der Gewinn der Fußballweltmeisterschaft mit der Einheits-Euphorie zusammen. Alle waren besoffen vor nationalem Überschwang. Die Zeile aus der DDR-Hymne von Deutschland einig Vaterland war (fast) schon Realität. Da wurde der WM-Titel zwar gefeiert, aber die Deutschlandfahnen waren schon Monate zuvor aufgezogen worden.

Dann dauerte es bis zum sogenannten Sommermärchen 2006. Obwohl die Nationalmannschaft im eigenen Land nur Dritter wurde, wurden erstmals wieder voller Stolz die deutschen Farben gezeigt. Das Ganze ohne nationalistische oder überhebliche Attitüde. Das Ausland blickt erstaunt auf die ausgelassen feiernden und fahnenschwenkenden Deutschen.

Dieses Jahr ging es so weiter. Schwarz-Rot-Gold wohin man im Land sah. Wir mussten nicht wie 1954 den aufrechten Gang üben. Wie gut wir den inzwischen beherrschen, zeigten Miroslav Klose, André Schürrle, Shkodran Mustafi, Mario Götze, Roman Weidenfeller und Toni Kroos auf der Berliner Fanmeile mit ihrer Adaption eines Kinderliedes mit dem neuen Titel "So gehen die Gauchos, die Gauchos gehen so". Ich fand das gut, gar nicht überheblich. Wer da jemanden nach diesem Lied als Nazi bezeichnet, disqualifiziert sich damit selber. Das war Siegesfreude pur und hatte nichts, aber auch wirklich gar nichts mit "Deutschland, Deutschland über alles" zu tun.

Hier sei nur angemerkt, dass der Dichter des "Lied der Deutschen" August Heinrich Hoffmann von Fallersleben im Jahr 1841 - damals entstand der Text - keine Machtansprüche Deutschlands in Verse fasste. Er hatte die Einheit Deutschlands - damals ein Flickenteppich von Kleinstaaten - im Auge.

Ich bin froh, dass man inzwischen wieder Stolz darauf sein kann, deutscher Staatsbürger zu sein. Ich wünsche mir nur, wir würden das nicht nur anlässlich von sportlichen Großereignissen zeigen. Es gibt weit mehr Gründe dazu, als eine gewonnene Fußball-Weltmeisterschaft.

 


Veröffentlicht am: 21.07.2014

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