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Morgengruß von Helmut Harff: Prüde Tatsachen

Nacktbaden - nein danke

Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, in der die alten Männer der DDR-Führung etwas gegen nackte Tatsachen am Strand hatten. Das, obwohl die ersten Nacktbader aus der Arbeiterklasse stammten.

Ich erinnere mich auch noch daran, dass die Polizei Ordnungsgelder kassierte, beziehungsweise kassieren wollte. Das gestaltete sich für die Genossen Volkspolizisten allerdings häufig schwierig, denn bekanntlich kann man einem nackten Mann nicht in die Tasche greifen. Ich hatte allerdings auch den Eindruck, dass die Ordnungshüter bei den Nackten gern mehr als einen Blick riskierten. Wieso sonst fuhr bei schönem nahezu alle halbe Stunde ein Funkwaagen am Nacktbadestrand vorbei?

Irgendwann war die FKK-Bewegung in der DDR einfach nicht zu stoppen. Überall badete man nackt. An vielen Badestellen teilten sich Nackte und Bekleidete den Strand. Das es da Ärger gab, daran kann ich mich nicht erinnern. In der 80er Jahren gab es dann sogar offizielle FKK-Strandbäder. Teilweise musste man schon Textilstrände suchen. Die DDR war ein Land von Nacktbadern.

Dann kam die Wende und die Deutschen West. Obwohl hier einst die freie Liebe propagiert wurde und die Frauen ihre BHs verbrannten, waren die alten Bundesländer augenscheinlich kein Hort der Nacktbader. Ja, nach der Wende gab es im Osten Pornozeitungen, Sexkinos, Bordelle und sogar eine Sexpartei. Doch Nacktbaden wurde zunehmend in abgelegene Strandabschnitte verdrängt.

Überall nackte Tatsachen - ob am Zeitungskiosk, im Fernsehen  oder sonst wo - scheint mit der Nacktbade-Tradition irgendwo nicht vereinbar zu sein. Ob die Leute sich nicht mehr nackt zeigen wollen, weil die Zeitungsmädchen so perfekte Körper haben? Ob man sich der nackten Tatsachen überdrüssig war? Ob da religiöse Gründe sich gegenüber dem Drang nach individueller Freiheit der DDR-Bürger durchgesetzt haben. Fakt ist, das Nacktbaden heute wieder wie in den 60er Jahren ein Nischendasein führt.

Die Abkehr vom FKK zeigt auch ein Beitrag im "Reader`s digest". Nach einer Umfrage dieser Zeitschrift befürworten nur 16 Prozent der Männer und sogar nur 8 Prozent der Frauen die gemeinsame Nutzung eines Standes von Textil- und Freikörperkulturfans. Allerdings sprechen sich immerhin 67 Prozent der Frauen und immerhin noch 58 Prozent der Männer für separate Nacktbereiche aus.

Ich mache mit jetzt mein Frühstück und packe dann meine Badesachen. Gut, dass ich hier in Berlin längst nicht überall eine Badehose benötige.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 02.08.2014

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