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Aufgespießt: Luxus pur

..., das ist weder viel Geld, noch ein tolles Auto

(Helmut Harff / Chefredakteur) Luxus, das definiert wohl jeder anders. Einig ist man sich bestimmt, dass Gesundheit das ist, was alle Menschen wollen. Alle wollen auch geliebt werden. Doch dann gehen die Gedanken beim Thema Luxus schon weit auseinander.

Für den einen ist ein dickes Bankkonto der Inbegriff von Luxus. Andere träumen von einer Garage, gefüllt mit Nobelkarossen. Eine eigene Villa, ein eigenes Haus, eine tolle Kunstsammlung oder ein gut gefüllter Wein- oder Whiskykeller - das ist für andere der Inbegriff von Luxus. Auch ein toller und gut bezahlter Job zählt für sehr viel Menschen zu den luxuriösen Dinge im Leben.

Komisch, dass Leute, von denen man meint, dass sie im Luxus leben, die scheinbar alles haben, vor allem eines vermissen: Zeit. Für immer mehr Menschen wird Zeit zu einem absolut knappen Gut, zu einem Gut, dass man sich nur schwer kaufen kann. Zeit ist etwas, was einem aus den Händen rinnt, wie der sprichwörtliche Sand. Zeit ist etwas, was man nie zurück holen kann.

Zeit haben, dass ist in unserer globalisierten und vernetzten Welt, in der wir jeden jeder Zeit erreichen können und in der wir jeder Zeit erreichbar sind, ein absolutes Luxusgut.

Zeitmanagement, so ist immer wieder zu hören, sollte schon im Kindergarten gelehrt werden. Die Idee ist gar nicht so dumm, denn den Umgang mit der Zeit lernen wir nur sehr schwer. Klar, kennen die Kinder heute schon sehr früh die Uhr. Doch mit der eigenen Zeit umzugehen, dass müssen wir nicht lernen. Das erledigen, Stunden- Trainings- und andere Pläne für uns. Die Kalenderfunktion im Smartphone wird zwar kaum beworben, ist aber für viele wichtiger als die Kamera für das nächste Selfie.

So neu ist das Beklagen über mangelnde Zeit gar nicht. Das beklagte beispielsweise schon Erich Kästner in seinem Gedicht "Die Zeit fährt Auto". Seit den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist die Zeit mit Sicherheit ein noch knapperes Gut geworden, obwohl die offiziellen Arbeitszeiten seit damals dramatisch zurück gegangen sind. Dazu kommt noch, dass wir heute viel älter werden, als damals. Wir hätten also zumindest theoretisch mehr Zeit.

Wir haben auch mehr Zeit, wir wollen nur an einem Tag erledigen, für das wir uns frührer zwei oder drei Tage Zeit genommen haben. Fuhr man - so man es sich leisten konnte - noch vor zwanzig, dreißig Jahren ein-, maximal zweimal in den Urlaub, so sind es heute mindestens drei- oder viermal. Interessierte man sich damals kaum oder gar nicht für das Kleingedruckte auf den Lebensmitteln (gab es das damals überhaupt schon?), so verbrauchen wir viel Zeit dafür, um genau zu wissen, was wir da essen. Anschließend haben wir dann keine Zeit mehr zum selber kochen und gehen schnell zum Imbiss.

Zeit, das sollte einfach kein Luxusgut sein. Zeit zu haben, das ist für mich ein Menschenrecht. Zeit ist aber auch etwas, für die wir verantwortlich sind. Zeit ist etwas, was wir uns - wie in "Momo" von Michael Ende - nicht von irgendwelchen grauen Männern stehlen lassen dürfen. Zeit kann man weder auf die Bank bringen, noch sonst irgendwie aufheben. Zeit muss man in jedem Augenblick für sich nutzen. Zeit muss man sich nehmen. Ist die Zeit verstrichen, ist es definitiv zu spät. Zeit, dass ist der größte Luxus, der nichts kostet und uns so viele Möglichkeiten eröffnet.

 


Veröffentlicht am: 11.08.2014

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