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31.03.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Mauerbau

Niemand hat die Absicht eine Mauer zu erreichten

Der 13. August 1961 ist sicherlich einer der schwärzesten Tage in der Deutschen Geschichte. An diesem Tag wurde die Deutsche Teilung im wahrsten Sinne des Wortes zementiert. Seit diesem Tag trennte Deutschland Ost - die DDR - eine Mauer von Deutschland West - der BRD. Deutschland zahlte noch einmal für den von ihr verbrochenen zweiten Weltkrieg.

Für mich war dieser 13. August der erste Tag, der mir als politisches Ereignis im Gedächtnis geblieben ist. Ich war mit meiner Oma zu Besuch bei Bekannten in einem kleinen brandenburgischen Dorf und dort herrschte am 13. August Untergangsstimmung pur. Das Wort vom Krieg machte die Runde und die Angst war ansteckend. Ich wusste damals noch nicht, was das Ganze soll, ich hatte nur Angst.

Klar, ich hatte nicht viel davon mitbekommen, das SED- und Staatsratschef Ulbricht noch am 15. Juni 1961 auf eine Frage der westdeutschen Journalistin Annamarie Doherr behauptete, " Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!". Eine freche Lüge, wie sich knapp zwei Monate später herausstellen sollte. Für mich bedeute das, dass wir nicht mehr zu meiner Oma laufen konnten. Nun mussten wir einen Umweg fahren. Ich war auch von meinen geliebten (ist bis heute so) Bananen und den noch viel beliebteren Schokoladenplätzchen völlig abgeschnitten. Meine Verwandten im Westteil Berlins waren weiter weg als, wenn sie in China gewohnt hätten.

Doch als Kind gewöhnt man sich an so vieles. Die Mauer wurde für mich als Berliner Kind etwas "normales". Es gab sogar Situationen, in denen ich mich über die Teilung freute. Das war immer dann, wenn der Bundestag in Westberlin tagte. Dann flog die Rote Armee mit ihren MIGs über Berlin. Das machte so viel Krach, dass bei uns in der Schule der Unterricht ausfiel. Unsere Schule stand so nah an der Mauer, dass wir von unserem Klassenzimmern gut bis weit in den Westteil der geteilten Stadt blicken konnten.

Später nervte mich diese Teilung Deutschlands immer mehr und ich schmiedete mit Freunde abenteuerliche Fluchtpläne. Am Ende erlebte ich den Fall der Mauer als DDR-Bürger, der erst mitgemacht, sich dann eingerichtet und seine Nische gefunden hatte. Zum Ende war meine Geduld mit dem DDR-System auch zuende. Ich konnte dem nicht gerade beliebten US-Präsidenten Ronald Reagan nur zustimmen, als er bei seinem West-Berlinbesuch am 12 Juni 1987 forderte: „Come here to this gate! Mr. Gorbachev, open this gate! Mr. Gorbachev, tear down this wall!“. Es sollten noch mehr als zwei Jahre vergehen, bis genau das passierte.

Doch, ob DDR, BRD oder vereinigtes Deutschland: Die Ulbrichts mit ihren Lügen gibt es immer und überall. Wer erinnert sich nicht am Norbert Blüms Aussage, wonach die Renten sicher sind oder Helmut Kohls Geschwafel von den blühenden Landschaften im Osten. Es gibt eben doch Konstanten in der Deutschen Politik. Schade, ich würde mich lieber auf andere Dinge verlassen können.

Nun mache ich mir mein Frühstück und freue mich darüber, dass die Mauer seit nunmehr fast 25 Jahren Geschichte ist.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 13.08.2014

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