Startseite  

24.08.2017

 

 

Werbung

 

Vorherigen Artikel lesen Nächsten Artikel lesen

 

Morgengruß von Helmut Harff: Schwarze Männer

... und ebenso dunkel gekleidete Frauen

Es ist wohl heute politisch unkorrekt, vor dem schwarzen Mann zu warnen. Das ist allerdings ziemlicher Quatsch, wenn man das mit Rücksicht auf dunkelhäutige Menschen heute verschämt unterlässt. Schwarze Männer, das waren einst der Tod, aber auch Männer, die aufgrund ihres Berufes schwarz aussahen, wie beispielsweise Köhler oder Essenkehrer.

Mir geht es heute allerdings weniger um den bösen schwarzen Mann, mir geht es nicht einmal nur um Männer. Mir geht es um schwarz gekleidete Menschen, denen man gern zuhört und applaudiert. Mir geht es um Orchestermusiker.

Nach einem Konzertmarathon anlässlich der Young Euro Classic war es gestern einmal sehr wohltuend, die Agnas Brothers und Nils Landgren nicht schwarz gewandet erleben zu müssen. Die vier Jungs aus Uppland begeisterten im ausverkauften Club Imperial im Admiralspalast mit ihrem Jazz das Publikum.

Im Gegensatz zu ihren  Kollegen oben auf der großen Bühne verzichteten sie auf große Garderobe, spielten lieber in Socken. Das fiel mir deshalb so positiv auf, weil auf der Admiralspalast-Bühne in den Tagen zuvor eine Farbe absolut dominierte - schwarz. Ich frage mich schon seit langem, warum Musiker in Orchestern, aber auch in kleineren Formationen, schwarz tragen? Als Besucher hat man ja schon verdammtes Glück, wenn eine Solistin mal zu einem farbigen Outfit greift.

Doch warum dominiert selbst bei jungen Musikern, wie sie bei Young Euro Classic auftreten, das Schwarz? Zugegeben, wenn man in Clubs geht, tragen viele Leute auch Schwarz, aber eben nicht alle und nicht ausschließlich. Schwarze Kleidung ist sicherlich nicht billiger als farbige und ein durchgeschwitztes Kleid oder ein solches Hemd muss genauso oft gewaschen werden, wie ein rotes oder weißes.

Trägt man schwarz, um seriöser zu wirken? Ist schwarz so etwas wie die Uniformfarbe eines Orchestermusikers? Tragen gerade die jungen Musiker, die ja häufig nicht in den Orchestern ständig zusammen spielen schwarz, um so ein einheitliches Bild abgeben zu können? Klingt ein Orchester schlechter, wenn man nicht so ganz einheitlich, nicht ganz so uniform daher kommt? Die Agnas Brothers zeigten, dass dem nicht so ist. Pianist Max hatte sogar zwei verschiedene Strümpfe an und er wurde dennoch mit Applaus überschüttet.

Ich habe ja hier schon mehrfach davon berichtet, dass die Konzerte von Young Euro Classic eher von Menschen besucht werden, die vom Alter her die Großeltern der Musiker auf der Bühne sein könnten. Schreckt das Einheitsschwarz junges Publikum zusätzlich ab? Über zwei Stunden still sitzen zu müssen, nicht daddeln oder zappen zu können, dass fällt schon schwer. Wenn da auch noch Leute merkwürdige Musik machen und dabei aussehen wie eine Trauergesellschaft, dass lockt junge Leute sicherlich nicht bei 30 Grad und Sonnenschein ins Konzert.

Man denke mal daran, warum beispielsweise Silvesterkonzerte so beliebt sind. Da spielt die Musik gern auch mal in Grau, da passiert etwas auf der Bühne. Da hat man auch im Publikum Spaß, da zeigen die Musiker, dass sie auch für einen Spaß zu haben sind. Aber im Konzerthaus? Fehlanzeige - schwarz wohin man schaut.

Schwarz sehe ich allerdings weder für die noch ausstehenden Konzerte der diesjährigen noch für die 16. Auflage der Young Euro Classic im nächsten Jahr.

Ich mache mir jetzt erst einmal noch einen starken Kaffee. Nach der gestrigen Jazznacht besteht noch ein Schlafdefizit.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Vielleicht nutzen Sie ja das trübe Wetter für einen Konzertbesuch.

 


Veröffentlicht am: 16.08.2014

AusdruckenArtikel drucken

LesenzeichenLesezeichen speichern

FeedbackMit uns Kontakt aufnehmen

NewsletterNewsletter bestellen und abbestellen

TwitterFolge uns auf Twitter

FacebookTeile diesen Beitrag auf Facebook

Hoch: Hoch zum Seitenanfang

Nächsten Artikel: lesen

Vorherigen Artikel: lesen

 

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

Neu auf genussmaenner.de


 

 
         
             
     
     
     

 

Service
Impressum
Kontakt
Mediadaten
Newsletter
Nutzungshinweise
Presse
Redaktion
RSS 
Sitemap
Suchen

 

Besuchen Sie auch diese Seiten in unserem Netzwerk
| Börsen-Lexikon
| fotomensch berlin - der Fotograf von genussmaenner.de
| Frauenfinanzseite
| Geld & Genuss
| geniesserinnen.de
| gentleman today - Edel geht die Welt zu Grunde
| instock
| marketingmensch | Agentur für Marketing, Werbung & Internet
| Unter der Lupe

 

Rechtliches
© 2007 - 2017 by genussmaenner.de, Berlin. Alle Rechte vorbehalten.

Lesezeichen:
 Del.icio.us Google Bookmark Reddit