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23.10.2017

 

 

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Wetterphänomen Vinschger Wind

300 Sonnentage und immer eine frische Brise: Das einzigartige Klima im Vinschgau

Karge Steppenvegetation, sagenumwobene Felsen, schiefe Bäume – der Vinschger Wind verleiht dem Tal in Südtirols Westen seine eigene, mystische Atmosphäre. Hervorgerufen wird das wunderliche Wetterphänomen durch die spezielle Insellage des Vinschgau.

Über 3.000 Meter hohe Bergkämme schirmen Niederschläge aus Nord und Süd weitgehend ab und machen ihn zum trockensten Tal der Zentralalpen. Die extreme West-Ost-Ausrichtung bedingt außerdem die Kanalisierung von warmen Föhnwinden. Kitesurfer und Segler freut’s: Die starke Brise sorgt für Top-Wassersportverhältnisse auf dem Reschensee. Übrigens ist dem Vinschger Wind im Museum in Schluderns ein ganzer Hörsaal gewidmet. Und auf dem magischen Felsen Tartscher Bühel spürt man seine ungezähmte Kraft. www.vinschgau.net

Wind ist nicht gleich Wind

In einem Tal kann der Wind eigentlich nur in zwei Richtungen wehen: hinaus oder hinein. Den Vinschgau prägt vor allem der dominante Oberwind – eine föhnartige, trockene Strömung aus nordwestlicher Richtung. Sie beeinflusst Landschaft, Landwirtschaft und Architektur in Südtirols Westen maßgeblich. Gepaart mit über 300 Sonnentagen und durchschnittlich nur 500 Millilitern Niederschlag schafft das so entstehende Klima ein Landschaftsbild mit krassen Gegensätzen: Während an den schattigen Südhängen des Nördersbergs üppiger, alpiner Bergwuchs gedeiht, herrschen an den südexponierten Nordhängen des Sonnenbergs Trockenheit und Erosion.

Wanderer schätzen die guten Wetterverhältnisse im Vinschgau vor allem im Herbst und im Frühjahr, etwa bei einer Mehrtagestour auf dem Vinschger Höhenweg. Er erstreckt sich auf 108 Kilometern Länge von Staben bis zur Etschquelle am Reschenpass.

Perfekt angepasst an den Vinschger Wind

Wer einen Blick auf die Scheunenfenster im Vinschgau wirft, wundert sich vielleicht über die ungewöhnliche Bauweise mit versetzten Ziegeln. Der Sinn dahinter ist so einfach wie raffiniert: Die spezielle Form sorgt dafür, dass der Wind gelagertes Heu konstant trocken „pustet“. Das Gebäude von Italiens erster Whisky-Destillerie Puni zum Beispiel geht auf die architektonische Tradition zurück.

Auch weitere Bereiche der Landwirtschaft sind perfekt an den Vinschger Wind angepasst: Um die Austrocknung von Nutzpflanzen zu vermeiden, wurden an den Berghängen zahlreiche Hecken als Windschutz errichtet. Sie charakterisieren das Erscheinungsbild des Vinschgau ebenso wie die Waale (Foto). Lange vor Zeiten von Eisen- und Plastikrohren sorgten die künstlich angelegten Kanäle für die Wasserversorgung von Äckern, Weiden und Plantagen. Heute verlaufen einige der schönsten Wanderungen entlang von Waalen, darunter die Eineinhalb-Stunden-Runde am Oberwaal von Mals mit seinem historischen Ortskern über die Malser Haide und wieder zurück.

Bewegende Winde

Sonnenschein, geblähte Segel und eine Kirchturmspitze, die aus stahlblauem Wasser ragt: Mit einer Länge von sechs Kilometern und einer Tiefe von bis zu 45 Metern bietet der Reschensee beste Bedingungen für Segler und Kitesurfer. Doch erst der Vinschger Wind macht den Stausee zum Wassersport-Hotspot. Ohne ihn wäre auch eine weitere Sportart im Vinschgau weit weniger spannend. Beim Gleitschirmflug über das Tal verwirklichen starke Aufwinde den Traum von Fliegen.

Aus Liebe zum Wind

Die tiefe Verbundenheit der Einwohner mit dem außergewöhnlichen Wetterphänomen hat nicht nur der Lokalzeitung Vinschgerwind ihren Namen verliehen. Im „Vintschger Museum“ in Schluderns kann man seinem Klang gar stundenlang in einem extra eingerichteten Hörsaal lauschen. Wer die geballte Kraft des Vinschger Winds hautnah erleben möchte, besteigt den Tartscher Bühel. Auf dem 1.077 Meter hohen Felsbuckel weht er mit seiner vollen Energie. Beim Spaziergang an dem sagenumwobenen Ort gibt es neben dem Ausblick ins Tal die Ausgrabungen von jahrhundertealten rätischen Häusern und das romanische Kirchlein St. Veits zu bestaunen.

Infos unter www.vinschgau.net oder Fon +39 0473 62 04 80

Foto:
Vinschgau Marketing/Frieder Blickle

 


Veröffentlicht am: 20.08.2014

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