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24.07.2017

 

 

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Angriff auf den Darm

Drei Fragen zum Thema Nahrungsmittelintoleranz

Bauchschmerzen, Krämpfe, Übelkeit – nur drei der möglichen Symptome, an denen viele Menschen nach dem Verzehr bestimmter Speisen leiden.

Ursache: Nahrungsmittelintoleranz. Hierbei handelt es sich nicht wie bei Allergien um gesteigerte Immunreaktionen, sondern der Körper verarbeitet einzelne Bestandteile der Nahrung nicht richtig. Zu den häufigsten Stoffen, auf die Betroffene reagieren, zählen der Milchzucker Laktose, der Fruchtzucker Fruktose, Gluten als Bestandteil einiger Getreidearten und Histamin, ein Gewebshormon, das etwa in gereiften Lebensmitteln wie Käse oder Salami, aber auch in Rotwein oder Weizenbier vorkommt.

Prof. (Univ. Chisinau) Dr. Dr. Stefan Hillejan, Phlebologe und Proktologe von der Praxisklinik für Venen- und Enddarmerkrankungen in Hannover und Vorsitzender des Berufsverbands Qualifizierter Medizinischer Sachverständiger Deutschlands, beantwortet die häufigsten Fragen rund um Unverträglichkeiten:

Woran erkenne ich eine Intoleranz?
Prof. Dr. Dr. Stefan Hillejan:
Nahrungsmittelintoleranzen äußern sich gewöhnlich durch Bauchschmerzen, Krämpfe, Übelkeit oder Durchfall nach dem Essen, also ähnlich wie eine Nahrungsmittelallergie. Bei Histaminunverträglichkeit stellen Betroffene darüber hinaus oft Kreislaufbeschwerden, erschwerte Atmung durch die Nase oder sogar Ekzeme fest. Um zu überprüfen, auf welche Stoffe der Körper reagiert, hilft es, ein Tagebuch zu führen und darin festzuhalten, nach welchen Mahlzeiten Beschwerden auftreten. Jeder Verdacht auf eine Intoleranz sollte zudem vom Arzt abgeklärt werden. Um etwa die Verträglichkeit von Laktose oder Fruktose zu testen, führt dieser einen Atemtest und gegebenenfalls einen Blutzuckertest durch. Bei erstem Verdacht auf eine Glutenunverträglichkeit, die Zöliakie, erfolgt meist ein Bluttest auf bestimmte Antikörper. Jedoch liefert erst eine Dünndarmbiopsie, bei der wir eine kleine Gewebeprobe entnehmen, eine sichere und endgültige Diagnose. Intoleranzen gegenüber Histamin lassen sich über einen Blut- oder Urintest nachweisen.

Schadet es meinem Darm, wenn ich trotz Intoleranz zu nicht verträglichen Lebensmitteln greife?
Prof. Dr. Dr. Stefan Hillejan:
Einige Menschen, die unter Laktose-, Fruktose- oder Histaminintoleranz leiden, vertragen kleine Mengen der Stoffe. Wer – am besten unter ärztlicher Begleitung – austestet, wann Beschwerden auftreten oder nicht, findet die richtige Ernährungsweise für sich. Bei Unverträglichkeit gegen Gluten ist dies jedoch nicht empfehlenswert! Denn nicht immer äußern sich sofort spürbare Symptome. So kann Gluten unbemerkt die Darmschleimhaut schädigen und in der Folge Autoimmunreaktionen auslösen. Dies fördert wiederum Erkrankungen wie Osteoporose oder Darmtumoren.

Muss ich bei einer Intoleranz Angst vor einer Mangelernährung haben?
Prof. Dr. Dr. Stefan Hillejan:
Fruktose steht in enger Verbindung zu vitaminreichem Obst und Gemüse, Laktose zu kalziumhaltigen Milchprodukten und Gluten zu Ballaststoffen. Doch durch bewusste Ernährung lassen sich diese Nährstoffe auch bei bestehenden Intoleranzen gut aufnehmen. So dienen viele Gemüsesorten, Mineralwasser, Nüsse oder Sojaprodukte als bewährte Kalziumquellen. Zudem bietet der Handel inzwischen viele laktosefreie Milchprodukte an, die den Körper ebenfalls mit Kalzium versorgen. Wer eine Intoleranz gegen Fruktose aufweist, muss wissen, dass Obst und Gemüse unterschiedliche Anteile an Fruchtzucker enthalten. Hier hilft es, mit fruktosearmen Sorten zu experimentieren und sich so langsam an die Früchte heranzutasten. Einen geringen Fruktoseanteil haben beispielsweise Zucchini, Avocado, Aprikosen oder Bananen. Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit sollten hingegen auf ballaststoffreiche Obst- und Gemüsesorten zurückgreifen. Dazu zählen etwa Äpfel, Bananen, Paprika, Erbsen und Möhren. Aber auch Wildreis und Nüsse liefern wertvolle Ballaststoffe, ohne Gluten zu enthalten.

 


Veröffentlicht am: 07.09.2014

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