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21.08.2017

 

 

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Neues aus Bad Waldsee

Funde auf dem Dach eines Wirtshauses in Oberschwaben

Das vom Mittelalter und Barock geprägte Bad Waldsee hält für Neugierige so einige Geheimnisse innerhalb seiner Stadtmauern bereit. Das heutige Café „Beim Josl“ dürfte das älteste Stadthaus der oberschwäbischen Kurstadt aus dem 14. Jahrhundert sein.

Es will als historisches Wirtshaus auch Denkmal und Museum sein und lädt mit Braukursen in die Geheimnisse der schwäbischen Braukunst ein. Funde auf dem Dachboden belegen eine 700-jährige schwäbische Geschichte. Atmosphärisch schöne Führungen zeigen das Haus und Pilger wohnen gerne in den beiden Zimmern. 

Auf Mauerresten eines hochmittelalterlichem Geschlechterturms des 13. Jahrhunderts, damals erhielt Waldsee seine erste Stadtmauer, ist im späten Mittelalter dieses stattliche Haus entstanden. Im Erdgeschoss befindet sich etwa ein Brunnen – ein Zeichen für Wohlstand. Mit „privatem“ Wasser waren die Besitzer vor Krankheiten sicher. Für den Fund auf dem Dach interessierte sich Michael Barczyk, Stadtarchivar der Stadt Bad Waldsee, und interpretierte die Zeichen auf den Ziegeln. „Vermutlich handelt es sich bei den Zeichen auf den Dachziegeln um Bannzeichen.“

Die Ziegel sollen Ihren Ursprung in einem längst verblichenen Kult haben. Denn mit magischen Zeichen schützte man sich früher vor dem Bösen. Ein Drudenfuß beispielsweise wurde in fast jede Kinderwiege Oberschwabens eingeritzt. Eine der Dachplatten ist übersät mit Punkten, die vor dem bösen Schrättele schützen sollen, der Waldschratt, der heute eine Figur in der Waldseer Fasnet ist. Das Doppelkreuz auf einem anderen Ziegel ist ein Caravacca-Kreuz als Wettersegen, der das Gewitter abhalten soll. Eine andere Rune wiederum steht für Fruchtbarkeit.

Heute sind alle Funde wie auch Kochrezepte eines Kochbuches aus dem 17. Jahrhundert sowie zahlreiche Münzen im Gastraum sowie im ersten und zweiten Obergeschoss ausgestellt. Und im Kellergewölbe steht die kleine Hausbrauerei. 1978 öffnete Karl Josef Fähndrich die Gaststätte „Beim Josl“, die jetzt als Café, Denkmal und Museum bei selbstgebrautem Bier und schwäbischen Schmankerln in die Geschichte von Waldsee eintauchen lässt.

Beim Dachabdecken ist Fähndrich auf die ersten Funde gestoßen. Bewohnt wurde es im Mittelalter vom Bürgermeister und später waren verschiedene Wirtschaften darin untergebracht bis Christoph Bogenschütz das Brennrecht erwarb. Seit dem 20. Jahrhundert ist das Haus in Besitz der Familie Fähndrich. Zunächst als Möbel- und Schreinerwerkstatt, dann als Schneiderwerkstatt und Milchtrinkstube. „Beim Josl“ ist täglich geöffnet ab 17 Uhr. Montags und donnerstags bis samstags auch vormittags von 10 bis 12 Uhr.

Auch das daneben liegende über 500 Jahre alte Kornhaus (erstmalig 1348 erwähnt) mit seiner beeindruckenden Säulenhalle gibt Zeugnis von der einstigen Bedeutung der Stadt Waldsee durch ihren Korn- und Leinenhandel – ein sehenswertes, meisterliches Baudenkmal. Auf selbsttragenden Innen- und Außenpfosten ist das Dach gebaut. Die Außenwände bestehen aus inhomogenem Mörtelmauerwerk mit zirka einem Meter Stärke. Geschichte, Kunst und Kultur der Stadt und der Region sind auf mehreren Stockwerken ausgestellt. Das Museum im Kornhaus ist geöffnet von Freitag bis Sonntag jeweils von  13.30 bis 17.30 Uhr. Eintritt 3 Euro pro Person, ermäßigt 2 Euro.

Lohnenswert ist auch ein Besuch im Spätzlemuseum im historischen Vötschenturm. Der Name des Turms geht auf die Familie Vötsch zurück, die im 15. und 16. Jahrhundert zu den einflussreichen Familien der Stadt gehörte. Auf drei Stockwerken bekommen die Besucher in diesem deutschlandweiten einmaligen Museum einen durchweg spannenden Einblick in die Geschichte der „schwäbischen Nudel“. Sammelstücke der Inhaberin Heidi Huber. Geöffnet ist das privat geführte „Spätzlemuseum“ am Wochenende: samstags und sonntags von 10.30 bis 17.30 Uhr. Der Eintritt kostet drei Euro pro Person, für Kinder kostenfrei.

Kur- und Gästeinformation Bad Waldsee
88339 Bad Waldsee
Tel. +49 (0) 7524 94-1342
www.bad-waldsee.de
www.beim-josl.de
www.bad-waldsee.de/museum-im-kornhaus.html

Foto: Kurverwaltung Bad Waldsee

 


Veröffentlicht am: 08.09.2014

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