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Morgengruß von Helmut Harff: Ver-App-lung

Bei einem Gang über die IFA in Berlin Appt es überall

Connectivity - das sollte die große Überschrift über die IFA 2014 in Berlin sein. Zumindest wenn es nach vielen Herstellern geht. Geräte wie Herde, Kühlschränke, Kaffeevollautomaten, Waschmaschinen, Trockner, Rasenmähroboter und was es da noch gibt, sollen über Smartphone und Tablet mit ihren Besitzer kommunizieren.

Diese Verbindung von analoger und digitaler Welt wurde als ungeheuer wichtige Weiterentwicklung und als gaaaanz neu verkauft. Ganz neu? Den Kühlschrank mit Rezeptanzeige per Bildschirm und eigenständiger Bestellfunktion habe ich schon vor zehn und mehr Jahren auf der Cebit mit kopfschütteln bestaunen dürfen.

Nun ist das ganz neu und soll zum Trend und Verkaufsargument werden. Schöne neue Zukunft, die kaum jemand braucht und bisher zumindest keiner will. Mich erinnert das an den angeblichen Hype um die 3D-Fernseher. Die fristeten - wenn überhaupt noch zu sehen - auf der IFA 2014 nur noch ein Schattendasein. Die Verbraucher wollten die teuren Dinger einfach nicht.

So schient es auch mit den vernetzten Haushaltsgeräten zu gehen. Zumindest bestätigte Miele ein sehr geringes Käuferinteresse. Das liegt sicherlich nicht nur an ziemlich schwachsinnigen Funktionen, sondern auch am Preis. Wie mir ein Insider verriet, würden die Komponenten für die Vernetzung beispielsweise einer Waschmaschine um die 50 Euro kosten. Wieso ist die dann aber mehrere Hundert Euro teurer, als ein Gerät, dass mir nicht auf das Smartphone quatscht, dass ich mein Flusensieb reinigen müsste? Das lese ich auch am Display, wenn ich die Maschine leere. Ach so, dass ich das jetzt tun sollte, bekomme ich per App ebenfalls mitgeteilt. Die verrät mir auch, wie hart mein Wasser ist.

Sicherlich macht es in wenigen Fällen Sinn, mit Geräten im Haus kommunizieren zu können. Beispielsweise wenn die schon strapazierte Waschmaschine drei Etagen tiefer im Keller steht und ich per App mitgeteilt bekomme, dass die Wäsche nun darauf wartet, auf die Leine zu wandern. Ein Blick auf die Uhr - vielleicht die auf dem Smartphone - würde allerdings auch ausreichen.

Viele Hersteller bezweifeln, dass eine App ihre Geräte aufwerten würde. Sie glauben auch nicht daran, dass die Verbraucher dafür mehr Geld ausgeben würden. Allerdings scheint man hier und da darüber nachzudenken, ob der App-Wahn wirklich zum Trend wird. Man beschäftigt schon mal einen Entwickler mit dem Thema, ohne das ganz oben auf der Agenda zu haben. Doch, irre ich mich und Connectivity wird doch ein Trend, will man schon dabei sein.

Noch einmal zum Stichwort Trend: Trends kann man nicht herbei reden. Die Industrie kann etwas zum Trend erklären. Letztendlich sind es wir, die Verbraucher, die etwas zum Trend werden lassen. Wer hatte erkannt, dass SMS der Trend schlechthin wird? Dagegen prophezeite man BTX einst eine rosige Zukunft.

Oh, mein Smartphone sagt mir gerade, dass mein Toast fertig ist. Nun muss ich noch die Apps für meinen Eierkocher und meine Kaffeemaschine öffnen. Hoffentlich hat mein Kühlschrank nicht vergessen, frische Milch und meine Lieblingsmarmelade zu bestellen. Auf dem Weg in die Küche schalte ich dann mit einer anderen App die Lampe über dem Küchentisch an. Dann nur noch die App für die Waschmaschine öffnen und die in Betreib setzen. Mist, die ganzen Apps haben mich so lange beschäftigt, dass ich gar keine Zeit mehr habe, zu frühstücken. Ha, das war nur ein IFA-Albtraum. Schön, den Hebel am Toaster klicken zu hören und die Kaffeemaschine auf altväterliche Art auszuschalten.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 09.09.2014

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