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21.07.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Beratung

Arzt kontra Küche

Nein, nein, heute geht es mir weder um gesunde Ernährung, noch um die Beratung zu dem Thema. Mir geht es heute um die Beratung in zwei Praxen - die der Ärzte und die der Küchenplaner.

Ja, ich weiß, Küchenplaner haben keine Praxis, sondern ein Studio oder arbeiten in einem Möbelhaus. Und doch haben sie vieles mit Ärzten gemeinsam. Wenn wir zum Arzt oder zum Küchenplaner kommen, haben wir immer eines: ein Problem. Das, welches der Küchenplaner lösen soll, kann maximal eine Beziehung gefährden und den Geldbeutel über Gebühr belasten. Der Arzt hat dagegen - eine Binsenweisheit - wesentlich existenziellere Dinge für uns in Ordnung zu bringen.

Und genau hier werde ich verdammt nachdenklich. Komme ich zum Küchenplaner, will der genau wie der Arzt, dass er zum Schluss eine Rechnung schreiben kann. Beide, davon gehe ich mal aus, wollen außerdem, dass ich zufrieden ihre Räumlichkeiten verlasse. Doch wieso gelingt das dem Küchenplaner viel häufiger als dem Mediziner (meine Zahnärztin einmal ausgenommen)?

Daran, dass ich als Kassenpatient einer zweiter Klasse bin, kann es nicht liegen. Zumindest nach meiner Beobachtung werden vermögende Küchensucher nicht wesentlich anders als weniger gut betuchte behandelt. Hat man im Küchenstudio einen Termin vereinbart, muss man nicht noch warten, bis man irgend wann einmal aufgerufen wird. Man wird freundlich begrüßt, bekommt etwas zu trinken angeboten und erst dann geht es los.

Zuerst wird einmal der Rahmen abgesteckt, in dem sich der Küchenplaner bewegen kann und soll. Er fragt unsere Wünsche ab, gibt Tipps, fragt wieder nach, spricht mit uns, zeigt, was er meint, ist offen für jede eigene Idee. Dann präsentiert er eine gemeinsam erarbeitete Lösung, überarbeitet die so lange, bis man als Kunde zufrieden ist. Dann kommt er noch ins Haus, um sicher zu stellen, dass sich die Lösung umsetzen lässt.

Das möchte ich auch erleben, wenn ich zum Arzt gehe. Leider ist die Realität viel zu oft eine ganz andere. Nach einer unplanbaren Wartezeit geht man ins Behandlungszimmer. Häufig hört man dann, dass der Arzt gleich kommt. Der kommt dann auch gleich zur Sache, fragt kurz, sieht sich . wenn man Glück hat - seinen Patienten an. Dann beginnt der Drucker zu arbeiten. Heraus kommen verschieden farbige Rezepte. Die darf man dann einlösen und in einigen Tagen wieder kommen. Klar wird einem noch gesagt, was man - wahrscheinlich - hat. Viel mehr erfährt man nicht.

Während eine Küchenplanung schon gut zwei und mehr Stunden dauern kann, ist man beim Arzt nur weniger Minuten. Ihn interessiert kaum, was mit uns wirklich und in Gänze belastet. Er macht uns so gut wie nie alternative Vorschläge zur Behandlung unseres Leidens. Dafür hängt im Warteraum eine lange Liste von Leistungen, die man als Patient für zumeist viel Geld selber buchen kann. Im Küchenstudio stolpert man dagegen erst einmal über mögliche Rabatte und Sonderangebote.

Vielleicht sollte man angehende Ärzte im Studium zu einem Praktikum im Küchenstudio verpflichten. Wobei, ob man das wirklich deren Besitzern zumuten will. Die brauchen danach sicherlich einen Arzt.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück - noch in meiner alten Küche.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 12.09.2014

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