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Heiko - der freiheitsliebende Prachtkerl

Heinz Hartwegers Hunde-Kolumne

Als Landwirt und Jäger kennt sich Heinz Hartweger bestens mit der Haltung von Hunden aus. Auf dem Landgut Moserhof , das er mit seiner Frau Gerhild im Kärntner Mölltal führt, sind daher auch Vierbeiner willkommene Gäste. Besonderheit des Almchalet-Feriendorfs ist außer großen Freilaufflächen und einem eigenem Hundebadestrand die enge Zusammenarbeit mit Tierärzten, -heilpraktikern und –physiotherapeuten und Hundetrainer – kurzum ein echtes Kompetenzzentrum für Mensch und Hund.

Was man an jemandem hat, merkt man erst, wenn er nicht mehr da ist. So gerade geschehen bei Heiko, meinem fünfjährigen Schweißhund. Vorgestern war ich mit ihm auf der Jagd, als er unbemerkt verschwand.

Eine halbe Stunde habe ich vergebens nach ihm gerufen, gepfiffen und gesucht. Anschließend bin ich die zehn Kilometer lange Serpentinen-Strecke von der Almhütte bis zu unserem Landgut im Tal hin- und zurück gefahren, ohne meinen Rüden zu finden. Als er auch gestern nicht zuhause auftauchte, habe ich mir ernsthaft Sorgen gemacht und war kurz davor, die Polizei anzurufen.

Zum Glück war das nicht nötig. Denn heute Morgen stand er plötzlich vor mir, als ich aus dem Haus kam, und begrüßte mich wie verrückt. Auch ich habe mich riesig gefreut und zwei Dinge verstanden: Erstens hätte ich die Strecke, die ich hinauf in die Berge immer mit dem Auto fahre, zumindest einmal mit Heiko abgehen müssen, damit er den Weg weiß. Zweitens bedeutet er mir viel mehr als ein Tier, das einfach im Alltag mitläuft.

Vorläufer von Heiko hat es in unserer Familie auf dem Moserhof schon immer gegeben. Früher waren sie da, um als Wachhunde aufzupassen, dass kein Dieb unsere Kartoffeln oder andere Dingen klaut. Mit 16 begann ich dann, auf die Jagd zu gehen, und brauchte dafür einen Begleiter. Um angeschossenes Wild aufzustöbern, entschied ich mich für einen Schweißhund. Eine gute Wahl. Denn diese Rasse hat nicht nur einen 1a Geruchssinn, sondern auch einen ruhigen Charakter und eine robuste Konstitution – lauter Eigenschaften, die bei uns gebraucht werden.

Weil ständig wechselnde Gäste mit Kindern auf dem Hof sind, muss ich mich zu 100 % darauf verlassen können, dass Heiko niemandem etwas tun würde. Ansonsten wäre es unmöglich, ihn von früh bis spät herumlaufen zu lassen. In seinem Zwinger, dessen Hütte er selbst bei Minustemperaturen mit der eigenen Körpertemperatur einheizt, ist Heiko nämlich nur nachts. Ansonsten hält er sich meist in meiner Nähe auf, zieht aber auch allein seine Kreise zwischen den Ställen, der vorüberrauschenden Möll und dem Almchalet-Dorf.

Sieben andere Heikos hat dieses Verhalten schon ihr Leben gekostet. Irgendwann war ihre Neugier immer zu groß, so dass sie bis zur Hauptstraße gelaufen sind und dort überfahren wurden. Trotzdem würde ich meine Hunde nie anleinen, denen ich immer wieder den gleichen Namen gebe. Meiner Ansicht nach müssen sie frei sein, aber auch ihre Grenzen kennen. Zum Beispiel, dass sie zwar mit ins Gutshaus können, dort aber nie die unsichtbare Schwelle zu Küche und Gastraum überschreiten dürfen.

Um Heiko das ab Welpenalter beizubringen, in dem unser Zusammenleben jedes mal wieder beginnt, braucht es von Anfang an Konsequenz. Ich bin und bleibe der Rudelführer, er gehört zwar zur Familie, ist aber deren letztes Glied. Interessanterweise sieht das meine Frau nicht ganz so. Kraule ich den Hund ausgiebig und „knabbere“ mit den Fingern an seiner Schnauze, wie es die Wölfe als Sympathiebeweis untereinander tun, spielt sie spaßeshalber die Eifersüchtige: „Wenn Du zu mir nur auch so nett wärst!“

Doch nicht nur bei mir hat Heiko einen Stein im Brett. Regelmäßig bieten mir Gäste einen Haufen Geld an, so hingerissen sind sie von diesem „gut erzogenen“ Hund. Nicht im Traum käme ich auf die Idee, ein solches Angebot zu akzeptieren. Schließlich ist er ein echter Kumpel an meiner Seite. Und der ist einfach unbezahlbar.

Text: cn
Bilder: www.moserhof.net

 


Veröffentlicht am: 19.11.2014

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