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22.06.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Kaffee

Es gibt noch so viel, was ich nicht weiß

Jeden Morgen das gleiche: Der Wecker klingelt, ich mach ihn aus, angle nach meiner Brille und ab in die Küche. Noch vor dem Zähne putzen brabbelt die Kaffeemaschine und ein irrer Duft von frischem Kaffee zieht durch die Wohnung.

Auch jetzt, wo ich diesen Morgengruß schreibe, steht ein mehr oder wenig voller Kaffeetopf zu meiner Rechten auf dem Schreibtisch. Ich bin also einer, der meint, dass ein Leben ohne Kaffee zwar möglich ist, aber nicht wirklich einen Sinn macht. Ich gehöre auch zu denjenigen, die verschiedenste Gerätschaften zum Brühen von Kaffee besitzen und auch nutzen. Ich habe auch nicht nur eine Sorte Kaffee im Schrank. Ich dachte auch, dass ich ziemlich viel über Kaffee weiß.

Doch dem ist wohl nicht so, wie ich nach einem Besuch des kaffecampus im Berliner Kino Kosmos - hier tauschte ich vor 46 Jahren meinen ersten Kuss in einem Kino - weiß. Ich entdeckte nicht nur mir bis dato völlig unbekannte Kaffeesorten, sondern auch noch neue Kaffeemaschinen und Gerätschaften für die Herstellung von besonders leckerem und besonders bekömmlichem Kaffee.

Der auf dem kaffecampus gezeigte und zelebrierte Kaffee hat mit dem leider viel zu verbreitetem Kaffee to go oder dem im Flieger beziehungsweise Zug angebotenem Kaffee kaum etwas zu tun. Allerdings ging es in Berlin auch um Kaffeepads. Dabei spielt wieder der verwendete Kaffee und die entsprechende Maschine eine entscheidende Rolle.

Die ausstellenden Kaffeeexperten waren sich überraschend einig, dass man nicht jeden Morgen für seinen Frühstückskaffee einen halbe Stunde Zubereitungszeit einplanen muss. Da haben Pad-Maschinen, die gute alte Kaffeemaschine ( mit neuester Brühtechnologie) oder Omas Handkaffeefilter ihre Berechtigung. Gerade letzterer - so zumindest meine Empfindung - feiert eine fröhliche Auferstehung. Klar, auch ich benutze so ein Teil hin und wieder.

Bei mir ist es mit der Kaffeezubereitung wie mit dem Essen. Ich mache mir nicht jeden Tag einen Braten oder eine aufwändige Gemüsepfanne mit frisch geputzten Zutaten. Es gibt auch Nudeln mit einer schnell zubereiteten Tomatensauce mit solchen aus der Dose. Genau so gibt häufig den ganz normalen Kaffee. Doch wenn ich Zeit habe, wenn liebe Menschen zu Besuch sind oder mir einfach so ist, dann zelebriere ich das Kaffee kochen. Dann hat das so etwas wie eine japanisches Teezeremonie.

Deshalb war ich gestern auch auf dem kaffeecampus. Das war wie auf einer Weinmesse: Ich habe mich auf Entdeckungsreise begeben, ich freute mich auf Neuentdeckungen. Nun warte ich darauf, von dem einen oder anderen Röster einige Proben zu bekommen. Der auf der Messe probierte Kaffee muss mir schließlich auch schmecken, wenn ich ihn zubereite. Das ist sicherlich etwas anders, als wenn das Baristas machen. Jeder hat eben so seine Eigenart, seine Gerätschaften und sein Wasser.

Doch egal, welchen Kaffee man wie zubereitet, er muss vor allem eines - schmecken. Da unterscheidet sich Kaffee in keiner Weise von Wein, Bier, Cognac oder anderen Spirituosen.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Dazu gibt es heute von Hand gefilterten Kaffee.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und immer einen frisch gebrühten und schmackhaften Kaffee.

 


Veröffentlicht am: 19.09.2014

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