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Knappe Mehrheit für „Anti-Stress-Verordnung“

52 Prozent der Deutschen wünschen sich gesetzliche Regelung

Im Kampf gegen Stress im Job wünscht sich eine knappe Mehrheit der Bevölkerung klare gesetzliche Regeln. 52 Prozent der Deutschen sind für eine  verbindliche „Anti-Stress-Verordnung“.

Vor allem Arbeiter und Anhänger der Linkspartei befürworten Politik-Pläne, wonach Beschäftigte zum Beispiel nach Feierabend keine E-Mails mehr bekommen dürfen. Die größte Ablehnung einer solchen Regelung kommt von Angestellten und Unions-Anhängern. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Forsa-Umfrage* im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit.

Derzeit diskutieren Bundesregierung, Gewerkschaften und Verbände, ob eine gesetzliche Regelung die Stressbelastung im Beruf verringern kann. Laut Umfrage der DAK-Gesundheit ist die Zustimmung für eine „Anti-Stress-Verordnung“ bei Arbeitern (81 Prozent) deutlich größer als bei Angestellten (48 Prozent). Bei den Parteien unterstützen vor allem  Anhänger der  Linken (67 Prozent) die Forderung, während bei der CDU/CSU eine Regelung mit 48 Prozent mehrheitlich abgelehnt wird. Insgesamt sind etwas mehr Frauen als Männer für eine Verordnung. Im Bundesvergleich ist die Zustimmung in Ostdeutschland (59 Prozent) am größten und in Baden-Württemberg (44 Prozent) am geringsten.

Bei den Befürwortern sind 86 Prozent für eine verbindliche Verordnung, da Stress aus ihrer Sicht zu körperlichen und psychischen Erkrankungen führt. 70 Prozent geben an, dass die Belastung durch E-Mails und Anrufe nach Feierabend stark zugenommen habe. „Die Stressbelastung im Job ist für viele Menschen offensichtlich ein wichtiges Thema“, sagt Experte Frank Meiners von der DAK-Gesundheit. „Es bleibt abzuwarten, ob und wie die Politik dieses Thema angeht. Wichtig ist ein Appell an die Arbeitgeber, die vorhandenen Möglichkeiten der betrieblichen Gesundheitsförderung schon jetzt stärker zu nutzen.“

Vier von zehn Deutschen lehnen eine „Anti-Stress-Verordnung“ ab. Unter den Kritikern erklären 83 Prozent der Befragten, Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten die Probleme selbst regeln. Knapp Zweidrittel meinen, eine pauschale Regelung werde der unterschiedlichen Belastung und Belastbarkeit der Beschäftigten nicht gerecht. Jeder Dritte sagt, dass aus seiner Sicht die Belastung durch E-Mails und Anrufe nach Feierabend ohnehin nur gering sei.

* Repräsentative Bevölkerungsumfrage durch Forsa für die DAK-Gesundheit, 1.006 Befragte. Erhebungszeitraum: 24. bis 26. September 2014.

 


Veröffentlicht am: 07.10.2014

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