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14.12.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Modemuffel

Was können Italiener, was wir nicht können

Gestern gehörte ich zu den wenigen Journalisten, die zur Verleihung des Kunstpreises "Artisti per Frescobaldi 2014" in den Berliner Schinkel-Pavillon eingeladen waren. Ich berichtete ja schon darüber.

Mir geht es heute weniger um das jahrhunderte alte und sehr renommierte Weingut Frescobaldi, noch um den Preisträger Michael Sailstorfer. Obwohl, in seiner Videoinstallation hatte das Model ein Problem nicht, um das es mir geht - das Problem, was anziehen. Sie löste das im Sinne des Künstlers und verzichtet ganz darauf, sich zu verhüllen.

Nun ist es weder schicklich noch wirklich praktisch, nackt herumzulaufen, es sei, man heißt Micalea Schäfer und verdient mit seiner Nacktheit seine Brötchen.

Mir fiel gestern wieder einmal auf, dass die vielen anwesenden Gäste aus Italien deutlich stilvoller und stilsicherer gekleidet waren, als die deutschsprachigen Gäste. Das gilt für alt und jung, für Männer und Frauen. Wobei, der modische Abstand der italienischen Männer zu ihren deutschen Geschlechtsgenossen war deutlich geringer als das bei den Frauen zu beobachten war.

Nach ungefähr zehn Minuten im in DDR-Charme prangenden Schinkel Pavillon konnte ich beim Blick auf das Outfit schon sagen, ob die Dame Italienerin oder Deutsche ist. Ich lag nur einmal falsch. Es war ja gar nicht so, dass die Damen aus dem Süden sündhaft teure Roben oder wirklich ausgefallenes trugen. Vieles war sicherlich von der Stange. Sicherlich waren diverse Teile, die die deutschen Damen aus ihrem Kleiderschrank gefischt hatten, teuer und mit viel Bedacht gekauft.

Egal ob Maßanfertigung oder vom Discounter, die Italienerinnen schafften es alle, top auszusehen, was ich den anwesenden Damen aus Deutschland nur in wenigen Ausnahmen attestieren konnte. Doch wieso trug keine der Italienerin zum Kleid Ballerinas, warum waren alle auf hohen Absätzen unterwegs? Warum sah keine wie ein Papagei aus dem Amazonas aus? Und, wieso gelingt das nicht hiesigen Frauen?

Ganz ehrlich, ich weiß nicht, warum so vielen Deutschen - Männern wie Frauen - augenscheinlich (fast) jedes Stilgefühl fehlt. Mir sagte einmal eine Ungarin auf dieses Thema angesprochen, dass die Deutschen alles tragen was gerade angesagt ist, was andere tragen und das ohne Rücksicht darauf, ob es ihnen steht. Ich glaube, die Ungarin hatte recht. Haben wir Deutsche wirklich so wenig Stilgefühl? Geht es uns beim Thema Kleidung wie beim Essen? Wir reden ständig darüber, wissen theoretisch alles und gehen zum Schluss doch zum Fastfoodanbieter? Sehen wir Sendungen wie Shopping Queen, abbonieren Zeitschriften wie Vouge und Elle, um am Ende doch ganz sicher im Kleiderschrank daneben zu greifen?

Vielleicht ist es auch unser Drang nach Individualität, nach Originalität. Vielleicht haben wir Angst davor, genau wie die Reichen und Schönen auszusehen. Vielleicht haben wir keine gute Freundin, keinen guten Freund, der uns mal die Wahrheit über unseren Kleidergeschmack sagt. Vielleicht scheuen wir aber auch den Blick in den Spiegel. Mein Freund Günther würde mich fragen, warum ich mich mal wieder wundere. Für ihn ist das einfach der Berliner Chic.

So sind sie, die zugewanderten Bayern. Die haben es ja auch leicht. Mit Dirndl, Lederhosen und Trachtenjanker sind die immer gut angezogen. Aber das ist ja auch kein Kunststück.

Vielleicht sollten wir im Urlaub in Italien weniger die alten Steine als die (fast) immer stilsicher gekleideten Menschen betrachten. Man kann ja auch beides tun.

Ich mache mir jetzt gehüllt in meinen modischen Morgenmantel - eigentlich ist es mein Bademantel - mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und den stilsicheren Griff in den Kleiderschrank.

 


Veröffentlicht am: 10.10.2014

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