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Johanniskraut Arzneipflanze des Jahres 2015

Mit dem Echten Johanniskraut (Hypericum perforatum), auch „Tüpfel-Johanniskraut“ genannt, wählt der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg eine Pflanze, die sowohl traditionell als auch aktuell von großer Bedeutung ist.

Sowohl ihre Inhaltsstoffe als auch ihre Anwendungen sind vielfältig. So ist das Johanniskraut eine hochinteressante, aber auch etwas „schwierige“ Arzneipflanze mit großem Potenzial.
 
Noch vor 15 Jahren galt Johanniskraut als die am besten untersuchte Arzneipflanze, dennoch konnten die Wirkungsmechanismen bislang nicht vollständig geklärt werden. Die intensive Forschung dauert noch an. Die wichtigsten Wirkstoffe sind die rot färbenden Hypericine mit antiviralem Potential, die für die stimmungsaufhellende Wirkung ebenso zur Diskussionen stehen wie das antibakterielle Hyperforin (ein Phloroglucinderivat), Xanthone und entzündungshemmende Flavonoide.  Ebenso sind adstringierende Gerbstoffe vom Catechintyp und ätherisches Öl enthalten.  Die farbigen Hypericine werden in speziellen Drüsen, den Hypericindrüsen, gespeichert und sind als dunkelgefärbte Punkte gut auf den Blüten-, Kelch- und Laubblättern zu erkennen.

Verwendet werden nur die zur Blütezeit geernteten Triebspitzen. Reich an Wirkstoffen sind vor allem die Blütenknospen, die geöffneten Blüten und die noch grünen Kapseln. Der Anteil an Stängeln dagegen sollte möglichst gering sein.
 
Johanniskraut wirkt vielfach


Zahlreiche Wirkungsmechanismen von Johanniskrautextrakten wurden bei innerlicher Anwendung entdeckt: Spezielle Botenstoffe im Nervensystem (Neurotransmitter) bleiben länger und in höherer Zahl verfügbar. Neurotransmitter  übertragen an den Verknüpfungsstellen der Nervenzellen (Synapsen) Informationen bzw. Reize. Dazu zählen Serotonin, Noradrenalin, Dopamin, GABA (Gamma-Aminobuttersäure) und L-Glutamat. Die Neurotransmitterzahl in den Synapsen steigt an, und die Reizübertragung wird verbessert, da klassische Abschaltwege wie der enzymatische Abbau der Neurotransmitter oder die Wiederaufnahme aus dem Spalt in die Synapse gehemmt werden. Die Erhöhung der Menge an verfügbaren Neurotransmittern ist auch ein entscheidendes Prinzip der klassischen Antidepressiva, woraus eine stimmungsaufhellende Wirkung resultiert. Daneben steigern Inhaltstoffe des Johanniskrautes die nächtliche Ausschüttung von Melatonin, ein aus Serotonin gebildetes Hormon mit schlafan- stoßender Wirkung, das an einem gesunden Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt ist. Hypericin verbessert zudem die Ausnutzung des Lichtes, also die Lichtempfindlichkeit (Photosensibilität), was zur stimmungsaufhellenden Wirkung beitragen kann. Unter Umständen kann dies bei sehr hellhäutigen Personen zu einer Licht-Überempfindlichkeit führen, wobei eine ausgeprägte Phototoxizität bislang nur bei Weidetieren beschrieben wurde.
 
Johanniskraut hilft bei Depressionen

Die erhöhte Verfügbarkeit von Neurotransmittern, von Melatonin in der Nacht und die erhöhte Ausnutzung des Lichtes sind vor allem bei depressiven Verstimmungen therapeutisch sehr interessant. Deshalb wurde Johanniskraut auf Grund von einschlägigen klinischen Studien bei leichten bis mittelschweren depressiven Verstimmungen Depressionen zugelassen, ebenso bei psychovegetativen Störungen, Angstzuständen und nervöser Unruhe. Ebenfalls sinnvoll ist der Einsatz bei Winterdepression, Schlafstörungen aufgrund von leichten Depressionen und bei entsprechenden Symptomen während der Wechseljahre.

Bei alleiniger Einnahme gute Verträglichkeit

Bei der alleinigen Einnahme auch hochdosierter Johanniskrautmittel ist die Verträglichkeit gut und ganz erheblich besser als bei anderen Antidepressiva. Eine ausgeprägte Phototoxizität wurde bisher nur bei Weidetieren beschrieben, mit den für Menschen eingesetzten therapeutischen Dosen sind ernste Symptome der Phototoxizität nicht zu erwarten.
 
Dr. Johannes Gottfried Mayer
Institut für Geschichte der Medizin
Oberer Neubergweg 10a
97074 Würzburg
E-mail: johannes.mayer@uni-wuerzburg.de
Tel. 0931-832 64

Text- und Bildquelle: Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde Uni Würzburg

 


Veröffentlicht am: 13.10.2014

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