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Morgengruß von Helmut Harff: Kinderlos?

Wer keine hat, muss mehr zahlen

Bei der aktuellen Diskussion um die Neugestaltung der Pflegeversicherung geht es wie nicht anderes zu erwarten um Geld. Es geht um unser Geld, dass wir zukünftig in die Pflegekasse einzahlen sollen. Es geht auch darum, dass Menschen, die Kinder haben, weniger zahlen sollen, als kinderlose.

Doch hier stockt meine Tastatur. Kinder haben, was heißt das? Kinder geboren? Kinder adoptiert? Kinder groß gezogen? Müssen die Kinder noch leben? Muss man das Sorge- und das Aufenthaltsbestimmungsrecht für die Kinder haben oder gehabt haben? Muss man überhaupt wissen, dass man Kinder hat? Muss man wissen, wo sich seine Kinder gerade aufhalten? Was ist mit Kindsmördern? Was ist mit Vätern, die Kuckuckskinder aufziehen durften. Was mit solchen Männern, denen Frau das Kind vorenthalten hat? Was ist mit Menschen die keine Kinder bekommen können? Was ist mit allen, denen die Behörden eine Adoption untersagt haben? Was ist mit jenen, denen man die Kinder weg genommen hat?

Tausend Fragen, die bisher nicht vom Gesetzgeber geklärt wurden - zumindest nicht im Sinne von Vätern, die offizielle gar keine sind. Ich war fast 20 Jahre verheiratet und hatte in dieser Zeit vier Kinder. Es waren nicht meine eigenen. Das bekomme ich bei den Behörden auch immer zu hören, wenn es um die Unterscheidung zwischen Kinderlosen und Menschen mit eigenen Kindern geht. Mir wurde auch klar gesagt, dass man diese nicht adoptierten Kinder ja nicht finanzielle zur Verantwortung ziehen kann, wenn ich einmal ein Pflegefall werde.

Ich - Ende der Fünfzig - stellte dann den Antrag auf die Adoption eines Kindes. Das, so mein Argument, könne ja dann für mich finanziell einstehen. Sie ahnen es, mein Antrag wurde abgelehnt. Nun riet mir ein Freund, ich solle doch einen deutlich älteren Menschen adoptieren. Jemand an Kindesstatt annehmen, das sei nicht ans Alter des "Kindes" gebunden. Das ist auf den ersten Blick eine gute Idee. Doch was, wenn mein "Kind" selber zum Pflegefall wird? Dann werde ich zur Kasse gebeten.

Doch wenn meine Kinder auf Zeit bezüglich meines Pflegeversicherungsbeitrags nicht anerkannt werden, welche werden es dann? Welche Männer werden dann als Vater, welche als Kinderlos eingestuft? Was ist, was Gott verhüten möge, wenn Eltern ihre Kinder beerdigen müssen. Kommt dann neben den Beileidskarten auch Post von der Pflegekasse? Ist dann zu lesen, dass man ja jetzt kinderlos sei und nun mehr Beitrag zu entrichten habe?

Um es klar zu sagen: Eine vernünftige Pflegeversicherung ist absolut notwendig. Doch zwischen Menschen mit und solchen ohne Kinder zu unterscheiden ist absolut schwachsinnig. In die Pflegekasse hat jeder - und ich meine wirklich jeder - Erwachsene den gleichen prozentualen Anteil an seinem gesamten Einkommen einzuzahlen. Ob das nun 2,5 oder 3 Prozent sind, ist dabei nebensächlich. Es muss nur sicher gestellt werden, dass alle, die Pflege und Hilfe brauchen, die in dem Umfang bekommen, den sie benötigen. Davon sind wir, wie ich in der eigenen Familie erleben musste, noch weit entfernt.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Das werde ich - Behördenunsinn hin oder her - in Ruhe genießen.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 21.10.2014

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