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Nie ohne Heiko

Heinz Hartwegers Hunde-Kolumne

Als Landwirt und Jäger kennt sich Heinz Hartweger bestens mit der Haltung von Hunden aus. Auf dem Landgut Moserhof , das er mit seiner Frau Gerhild im Kärntner Mölltal führt, sind daher auch Vierbeiner willkommene Gäste. Besonderheit des Almchalet-Feriendorfs ist außer großen Freilaufflächen und einem eigenem Hundebadestrand die enge Zusammenarbeit mit Tierärzten, -heilpraktikern und –physiotherapeuten und Hundetrainer – kurzum ein echtes Kompetenzzentrum für Mensch und Hund.

Von August bis Ende des Jahres gehe ich zwei bis drei Mal pro Woche zur Jagd. Und zwar niemals ohne meinen Schweißhund Heiko, den ich selbst für diese Aufgabe ausgebildet habe.

Wichtig war für mich wie bei allen seinen Vorgängern, dabei nicht einem vorgegebenen Schema F zu folgen oder ihn gar künstlich scharf zu machen. Sondern Heikos spezifischen Charakter und seine Fähigkeiten genau zu beobachten, wenn er vor mir durch den Wald oder über Almen läuft und mit seiner feinen Nase das Wild von weitem wittert und anzeigt. Dabei habe ich immer wieder gemerkt, dass man ihm noch mehr Mut, als er ohnehin von Natur aus in den Genen hat, durch Motivation beibringen kann. Und dass ein Hund dem Menschen in vielen Situationen überlegen ist. Denn treffe  ich mit meinem Schuss aus Versehen einmal nicht richtig, spürt Heiko die verletzten Hirsche, Rehe oder Gämse allein anhand ihrer Blutspur auf, korrigiert also meine Fehler.

Im Gegensatz zu anderen Jagdgebieten gibt es bei uns wenig kleine Waldstücke, die die sonst scheuen Tiere bei Tagesanbruch oder in der Dämmerung zum Äsen auf einer Wiese verlassen. Deshalb kann ich Gästen, die mich zur Jagd begleiten wollen, nie zuverlässig sagen: „In einer Viertelstunde erscheint genau an dieser Stelle ein kapitaler Bock“ – selbst wenn sie das noch so gerne hätten. Stattdessen ist vieles vom Zufall abhängig, weil meine beiden Reviere mit 225 und 1.400 Hektar sehr groß und ziemlich unwegsam sind, eine Dreiviertelstunde auseinander liegen und bis hoch auf die Berge rund um die Almhütte Teuchlspitz reichen. Kommt eine halbe Stunde keines der vielen heimischen Tiere vorbei, finden das vor allem Kinder schnell fad und langweilig. Bis zum Ende des Teenageralters nehme ich deshalb aus Prinzip niemanden mit und erkläre, dass der Wald kein Zoo ist und das Warten zut Jagd dazu gehört.

Diese Disziplin muss Heiko übrigens auch perfekt beherrschen. Während ich auf dem Hochsitz ansitze, hat er unten am Boden ganz allein ruhig liegen zu bleiben. Ich wette, im Winter könnten das viele andere Hunde schon deshalb nicht, weil sie vor Kälte zittern, mit den Zähnen klappern und so das Wild vertreiben würden. Heiko hingegen machen Minustemperaturen nichts aus, weil er jede Nacht draußen in seinem Zwinger statt hinterm warmen Ofen schläft und sich so jedes Jahr wieder allmählich an die niedrigen Temperaturen gewöhnt.

Übung macht bei einem Begleiter wie ihm auch in anderer Hinsicht den Meister. Auf der Jagd soll Heiko auf eine potenzielle Beute von Auerhahn bis Rothirsch reagieren und darf auch mal hinter dieser her hetzen, wenn wir einige Male ohne Beute auf der Jagd waren, damit er seinen Jagdtrieb etwas ausleben kann.  Ich weiß, dass er spätestens nach einer halben Stunde wieder zurück kommt.

Zuhause auf dem Hof ist dieses Verhalten aber tabu, weil wir außer eigenen Pferden, Rindern und einem Esel auch Hühner, Hasen, Kaninchen, Katzen und Meerschweinchen haben. Weil ich Heiko von Anfang an konsequent erzogen habe, ist auf ihn hundertprozentig Verlass, darf er seine Freiheit auf dem Landgut ohne Leinenzwang genießen.

Dreht er dabei länger allein seine Runden und ist mal nicht an meiner Seite, fühlt sich das ganz leer an. Keine Frage: Ohne Heiko ist weder das Arbeiten auf dem Hof noch das Jagen in meinem Revier so richtig schön.

 


Veröffentlicht am: 19.11.2014

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