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29.06.2017

 

 

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Auf Tuchfühlung in Nordfrankreich

Industrielles Erbe mit Überraschungen

Spitzenkleider in der Cité de la Dentelle in Calais

Aus der Zeit der im 19. Jh. errichteten Textilindustrie hat Roubaix sein einzigartiges und außergewöhnliches bauhistorisches Erbe bewahrt: Industriegebäude mit Zinnen, Türmchen, Bergfrieden, die Häuser der Handwerksmeister in neoklassischer und barocker Ausschmückung und die heute wieder hergerichteten typischen Innenhöfe der Region.

Heutzutage ist die Textilindustrie in dezimierter Weise in Roubaix ansässig, die Produktion wurde aber meist in andere Länder verlegt. Marken wie La Redoute, OVH, Camaïeu, Okaïdi, Jules und andere haben ihren Sitz noch in der Stadt, die damals als eine der Textilhauptstädte der Welt fungierte.

Wer in die Textilgeschichte Roubaix’ eintauchen möchte, sollte sich keinesfalls die „Manufacture des Flandres“ entgehen lassen. Diese ehemalige  Textilweberei ist ein Atelier-Museum, das genau an diese industrielle Vergangenheit anknüpft. Beim Besuch zeigen einem ehemalige Tuchweber, wie die alten Maschinen funktionieren. Ebenso erfährt man von ihnen, welche Erneuerungen die Branche im Lauf der Zeit revolutionierten und natürlich wie ein Stück Wolle zum Faden und weiter zum Tuch wird. Der Aufschwung Roubaix’ zum Textilzentrum, welche Protagonisten waren daran beteiligt, die Arbeitsbedingungen in jener Zeit, welche Rolle spielten Immigranten in der Textilindustrie und wie sich in dieser Entwicklung das Stadtbild veränderte, erfahren Besucher auf einer geführten Besichtigung.

Die Manufacture des Flandres bietet auch Workshops an. Bekleidung selber kreieren, Nähen, Stricken, Weben - Handarbeitskünstler kommen hier auf Ihre Kosten. Die Kurse finden in Französisch statt.
 
Calais – Hauptstadt der Spitze

Wussten Sie, dass viele bekannte Modedesigner zur Herstellung ihrer Luxus-Wäsche Spitze aus Calais verwenden? Auf den Laufstegen rund um den Globus bringen die schicken Dessous dann die eine oder andere Zuschauerin zum Träumen. Wer mehr über die Techniken sowie die Geschichte der Spitzenklöppelei wissen möchte, der sollte das internationale Spitzenmuseum besuchen. Erst 2009 eröffnete es auf dem Gelände einer ehemaligen Spitzenklöppelfabrik. Die alte Fabrik und ein neues modernes Gebäude hat man raffiniert verbunden, so dass das Museum schon in der Außenansicht eine Augenweide darstellt.

Die verantwortlichen Architekten Moatti & Rivière bauten auch den Hauptsitz von Jean-Paul Gaulthier in Paris. Das Brummen der Klöppelmaschinen drinnen zeugt hingegen von der Vergangenheit. Die ersten Klöppelmaschinen der Industriegeschichte laufen hier immer noch und begeistern mit der ausgeklügelten Technik. Wie das genau funktioniert zeigen einem entgegen allen Erwartungen Männer. Denn Klöppelmaschinen sind und bleiben ein Wunder der Technik und erfordern manchmal auch den ein oder anderen Kraftaufwand.

Wenn es um Handfertigkeit geht, zeigen einem aber wiederum Frauen wie man traditionell klöppelt. Das kann man in der Cité de la Dentelle et de la Mode auch in Workshops lernen.
 
Spitzen, Stars und Sternchen

Nordfranzösische Spitze aus Caudry hat Weltruf und so wird sie auch von berühmten Persönlichkeiten wie Michèle Obama getragen oder sie zierte das Brautkleid der künftigen Herzogin von Cambridge, damals Kate Middleton. Die Firma Solstiss aus Nordfrankreich hat auch die Hauptdarstellerin im Film „Der Große Gatsby“ ausgestattet. Über 1.400 Meter Spitze aus Caudry hat die weltbekannte und bereits zweifach OSCAR-gekrönte Kostümbildnerin Catherine Martin für die Verfilmung des Romans von Fitzgerald geordert. Hauptdarstellerin Carey Mulligan trägt an der Seite von Leonardo di Caprio ein mit Glaskristallen und Pailletten versehenes Spitzenkleid und passt somit perfekt in die 20er Jahre. Der Film ist eine Hommage an die Golden Twenties, als die Spitze die Damenkleidung aller sozialen Schichten zierte und die Textilindustrie blühte.

Heute arbeiten noch an die 600 Spitzenklöppler in Caudry, die ihr Handwerk mit Savoir faire und Tradition betreiben. Wer ins Spitzenimperium von Caudry eintauchen oder selbst ein Stück Spitze erwerben möchte, dem sei das Museum „Musée des Dentelles“ in Caudry empfohlen. 
 
Fashion Victims – ab nach Nordfrankreich

In Roubaix gibt es ein Modeviertel, wo junge Designer ihre Kreativität ausleben und das Stadtleben mit neuen Impulsen bereichern. Egal, ob avantgardistisch, schick, poppig oder ausgeflippt – hier findet sich für jeden Geschmack etwas. Von Möbeln über Kleidung, Hüten, Schmuck bis hin zu Accessoires in allen Formen und Farben. Ebenso findet in Roubaix jährlich am ersten Dezember-Wochenende der Marché des Modes (Modemarkt) und die Braderie de l’Art (Kunstsonderverkauf) statt. Bei der Braderie de l’Art werden Alltagsgegenstände und Schätze vom Speicher in wahre Kunstobjekte verwandelt. Das ist jedenfalls die Herausforderung, der sich Künstler aus aller Welt 24 Stunden lang nonstop stellen.

Am Marché des Modes gesellen sich hingegen Designer aus ganz Frankreich in Roubaix und verkaufen die neuesten Kreationen. Jedes Jahr werden hier mittlerweile 15.000 Besucher verzeichnet und der Markt gilt mittlerweile auch als Talentbörse für Textilfachleute.

Foto: Anne-Sophie Flament

 


Veröffentlicht am: 26.11.2014

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