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Klingen wir bald alle gleich?

Europäischen Sprachen und Dialekte vom Aussterben bedroht

Europa – mit 250 gesprochenen Sprachen und Dialekten ein Kontinent der Vielfalt! Doch die Vielfalt ist gefährdet: 90 Prozent der Sprachen und Dialekte sind vom Aussterben bedroht (Quelle: UNESCO Weltatlas bedrohter Sprachen). Dieser traurigen Aussicht stellt sich die Reisesuchmaschine GoEuro entgegen: Ein neuer Reiseführer soll den Tourismus in Regionen mit gefährdeten Sprachen stärken und den kulturellen Reichtum Europas erhalten helfen.

Dramatischer Spitzenreiter der akut und stark gefährdeten Sprachen ist das in Lettland beheimatete Livisch. Die Zahl der vorhandenen Sprecher muss seit 2009 leider auf eine traurige Null bilanziert werden. Auf den Plätzen zwei und drei folgen das in der Ukraine existierende Karaimisch und Tersamisch, eine Minderheitensprache in Russland. Karaimisch sprechen noch sechs, Tersamisch noch acht Personen. Die Plätze vier bis sieben mit Corfiot Italienisch (Griechenland), Umesamisch, Pitesamisch (beide Schweden) und Wotisch (Russland) kommen immerhin – wenn auch knapp – auf zweistellige Sprecherzahlen (10-20 Personen).

Die meisten der akut und stark gefährdeten Sprachen in Europa können dreistelliger Sprecherzahlen verbuchen (Plätze acht bis 20). Ab Platz 21 geht es im Mini-Maßstab aufwärts: 1000 Deutsche können noch Saterländisch. Der auch als Saterfriesisch bekannte Dialekt ähnelt stark dem Nord- und auch Westfriesischen, wird aber heute nur noch von 1-2 Prozent der Saterländer fließend gesprochen. Laut einer Erhebung leben die meisten Sprecher im Ort Ramsloh im Landkreis Cloppenburg. Die kleine Gemeinschaft behauptet sich zäh und gibt sogar eine Online-Zeitung auf Saterländisch heraus. 1.327 Briten sprechen Guernésiais und 1.700 Einwohner des Vereinten Königreiches beherrschen Manx. An 24. Stelle rangiert Picardisch, das aktuell von immerhin 700.000 Personen in Nordfrankreich, nahe der belgischen Grenze, gesprochen wird.

Stark gefährdet ist eine Sprache oder ein Dialekt nach UNESCO-Kriterien dann, wenn sie nur noch von den Großeltern oder noch älteren Generationen beherrscht wird. Die Elterngeneration versteht diese Sprache noch, gibt sie aber selbst nicht mehr aktiv an die Kinder weiter. Von akuter Gefährdung ist die Rede, wenn eine Sprache auch von den Großeltern oder noch älteren Generationen nur noch bruchstückhaft gesprochen wird.

Der GoEuro-Reiseführer führt durch alle Regionen, in denen gefährdete Sprachen existieren. Eindruckvolle Fotos zeigen die Schönheit der teils wenig bekannten Gegenden und ein kurzer Eintrag informiert anschaulich über die aktuelle Situation der jeweiligen Sprache. Sprachbeispiele runden die Einträge ab. So werden dem Griechenland-Urlauber im nächsten Sommer auch auf dem östlichen Peloponnes auf keinen Fall die Worte fehlen: „Ciá éñi to perigiálli?“ heißt „Wo ist der Strand?“ auf Tsakonisch (Platz 10, 300 Sprecher).

„Mit dem Verschwinden von Sprachen und Dialekten geraten ganze Kulturen in Vergessenheit. Diese Entwicklung ist fatal für die Vielfalt in Europa. Tourismus ist ein wichtiges Mittel, um Regionen zu stärken, in denen  Minderheitensprachen gesprochen werden“ erklärt Robin Wilfert, Creative Director bei GoEuro.

Zum kompletten Reiseführer: http://blog.goeuro.de/gefaehrdete-sprachen-in-europa-dein-kompletter-reisefuehrer/

 


Veröffentlicht am: 26.11.2014

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