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Bahamaische Farben

Kunst von den Bahamas kennt man hierzulande wenig

Die so genannte Bahamian Art, ein Begriff unter dem die Werke einheimischer Künstler zusammengefasst sind, ist äußerst facettenreich. Sie umfasst Landschaftsmalerei und Portraits ebenso wie konzeptionelle Kunstinstallationen.

„Es gibt eine starke lokale Szene, die dynamisch und recht groß ist für so eine kleine Nation“, bestätigt Amanda Coulson, Direktorin der National Art Gallery of the Bahamas. Allerdings sei die kommerzielle Ausbeute eher unterentwickelt.

„Wir haben einige touristische Galerien aber diese repräsentieren nicht die gesamte Szene“, erklärt sie. Daneben gibt es unabhängige und private Galerien wie die PopopStudios, Liquid Courage, Doongalik und Hillside House, die zeitgenössische Kunst fördern und als Inkubator dienen. Große Museen wie die National Art Gallery und die D’Aguilar Arty Foundation sammeln und bewahren die Kunstwerke. „Der Kunstmarkt der Bahamas wird hauptsächlich von den Künstlern angetrieben“, berichtet Amanda Coulson. „Es gibt sehr wenige professionelle Händler und Kuratoren und die Künstler müssen alle Rollen selbst übernehmen.“

Die National Art Gallery of the Bahamas

Die National Art Gallery of the Bahamas in Nassau ist in der historischen Villa Doyle untergebracht. Das Museum beherbergt die National Collection of Bahamian Art und zeigt Exponate in einer Dauerausstellung im Erdgeschoss. Die oberen Etagen sind für wechselnde Ausstellungen der Bahamian Art und experimenteller zeitgenössischer Kunst reserviert.

Das älteste Kunstwerk in der National Art Gallery ist gerade einmal 40 Jahre alt. „Die Bahamas sind ja auch eine junge Nation und erst seit 1973 unabhängig“, erklärt Amanda Coulson. Die Wurzeln der Bahamian Art liegen allerdings weit jenseits dieser Zeitgrenze, in den 1950er Jahren. Außerdem beherbergt das Museum auch einige Werke aus dem frühen 20. Jahrhundert, vor allem Landschaftsbilder von ausländischen Besuchern, deren Aufbewahrung historische Gründe hat und die zeigen sollen, wie die Bahamaer zum ersten Mal in Kontakt mit europäischen Stilrichtungen in der Landschaftsmalerei kamen. Amanda Coulson wünscht sich eine Sammlung afrikanischer Kunst, um auch diese Wurzeln zeigen zu können. Tatsächlich ist die Bahamian Art eine Melange aus beiden Kulturen – wie auch die Bahamaer selbst.

„Bahamian Gothic“

Die National Art Gallery of the Bahamas zeigt Werke verschiedene Künstler, die als erste Generation der Bahamian Artists gelten, wie Stan Burnside, Jackson Burnside, Brent Malone, Amos Ferguson und Kendal Hanna. Eines der auffälligsten Kunstwerke ist ein außergewöhnlicher Holzschnitt von Maxwell Taylor mit dem Titel „Bahamian Gothic“. Der Stil des in Holz eingeritzten Bildes erinnert sowohl an den deutschen Expressionismus der 1920er und 1930er Jahre als auch an das afrikanische Erbe der Bahamas. Einige der Gesichter sind maskenhaft mit scharfen Kanten und Linien, die Landschaft im Hintergrund ist vollgepackt und gestaucht. Davor steht eine schwer arbeitende, alleinstehende Frau – es gibt viele abwesende Väter in der bahamaischen Gemeinschaft –, mit einem traurigen Gesicht und der Andeutung eines Lächelns. Sie hält ihre Fischernetze fest, während im Hintergrund Kirche, Land und Familie über sie wachen – oder sie kontrollieren –, dargestellt durch ein Jesuskreuz; die Flagge der Bahamas und ein Pfarrer, dessen Hand auf der Schulter eines Jungen ruht. Die Frau steht völlig aufrecht und stolz da. Es ist eine sehr kraftvolle Arbeit mit einem durch und durch bahamaischen Thema.

Aber Taylors Bild versteht man umso besser, wenn man die Geschichte des Künstlers kennt: Maxwell Taylor ist in auf New Providence geboren und bei seiner alleinstehenden Mutter in schwierigen finanziellen Verhältnissen aufgewachsen. Schon früh entdeckte er die Liebe zur Kunst, die er während seiner Arbeit in der Chelsea Pottery (später Bahamas Pottery), einem Ableger der gleichnamigen, berühmten Töpferei in Chelsea mit seinen Kollegen Kendal Hanna und Brent Malone – dem Vater der Bahamian Art – teilte. Viele von Malones Werken sind ebenfalls in der National Art Gallery ausgestellt. In seiner Freizeit arbeitete Taylor unermüdlich an eigenen Werken. Ein Zufall – oder eine glückliche Fügung – verschlug ihn nach New York an die The Art Students League, wo er sich dank genügend Arbeitsmaterial endlich so ausdrücken konnte, wie er wollte. Als Tylor das Bild der hart arbeitenden Frau in Bahamian Gothic fertigstellt hatte, schenkte er es der National Art Collection of The Bahamas. Mit diesem Bild blickt er unter die Oberfläche und zeigt die ganze Schönheit, Tragik und Epik der Bahamas.

Als die National Art Gallery of the Bahamas 2003 eröffnete, wurden zunächst nur Gruppenausstellungen gezeigt. Es ist nicht verwunderlich, dass der erste Künstler, dem sechs Jahre später eine Einzelausstellung zugesprochen wurde, Maxwell Taylor war.

Bahamas-Besuchern, die sich einen Überblick über die Kunst auf den Inseln verschaffen möchten, empfiehlt Amanda Coulson die eintägige Bustour Transforming Spaces. Sie findet jedes Jahr zwei Wochen vor Ostern statt und führt über die ganze Insel New Providence. Unterwegs besuchen die Gäste mit einem Guide die wichtigsten Galerien.

Allgemeine Informationen über die Bahamas im Internet auf www.bahamas.de

 


Veröffentlicht am: 17.12.2014

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