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21.09.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Zuviel Stress

Schuld sind immer die anderen

Gestern erzählte mir ein Bekannter, dass er sich für 2015 vorgenommen hat, sich weniger unter Stress setzen zu lassen. Dabei blickte er auf sein Tablet, während er schon per Smartphone einen neuen Termin vereinbarte. Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass er noch einen Termin habe und es wohl kaum zu seinem gerade vereinbarten schaffen würde.

Mein Bekannter verdrehte die Augen und fing an zu lamentieren: Immer dieser Stress, dieser Termindruck, diese Hektik. Wir fuhren dann in seinem Wagen zu unserem gemeinsamen Termin - der Eröffnung eines Shoppingcenters. Er nutzte jede Lücke, fuhr wirklich halsbrecherisch und mehr als einmal verhinderten nur augenscheinlich weniger gestresste Autofahrer einen Unfall.

Ich forderte ihn energisch auf, mich sofort aus dem Auto zu lassen. Mit Verwunderung tat er das. Auf seine Frage, was das soll, antwortete ich, dass ich gern lebend ankommen möchte. Er verwies darauf, wie spät es sei und dass wir doch pünktlich sein müssten. Wieso, wollte ich wissen, wird das Center gleich wieder abgerissen? Was ist schon dabei, wenn wir einige Minuten später ankommen? Die Reden könnten wir uns ja ohnehin sparen. Er war nicht zu überzeugen und bekam Flecke - Zeichen von Stress - am Hals.

Wieso hat sich dieser Mensch vorgenommen, 2015 weniger Stress zu haben? Er meinte damit ganz sicher, Stress, der ihm von Außen gemacht wird. Doch wer macht uns eigentlich Stress? Klar, es gibt stressige Situationen in der Familie und auch im Job kommen wir kaum ohne Stress aus. Doch eigentlich sind wir es, die für ein ständig hohes Stresslevel sorgen.

Ein privates Zeitmanagement kennen  wir kaum. Wir haben immer Sorge, etwas zu verpassen, nicht überall dabei zu sein. Wir müssen unbedingt auch noch diesen und jenen Termin wahr nehmen, müssen diese Fernsehsendung sehen. Wir müssen ständig und überall erreichbar sein und sind völlig ungehalten, wenn wir jemand einmal nicht erreichen. Wir stehen ständig unter Strom, sind ständig gestresst.

Häufig merken wir erst, was wir uns, was wir unserem Körper zumuten, wenn der mit Verweigerung reagiert. Gut für alle, die das wirklich noch merken. Viele bekommen diese zweite Chance nicht.

Dabei ist es eigentlich gar nicht so schwer für weniger Stress zu sorgen. Prioritäten setzen, sich nicht zu wichtig zu nehmen, Auszeiten fest einplanen, sich einfach regelmäßig mal zurückziehen, Termine so planen, dass man die ohne viel Anstrengungen auch schaffen kann. Wer das auch nur mit mäßigem Erfolg versucht, wird schnell merken, dass er gar nichts versäumt. Man wird komischer Weise sogar das Gefühl haben, über mehr Zeit zu verfügen, mehr zu schaffen und dennoch nicht so gestresst zu sein.

Ich habe das auf der weiteren Autofahrt meinem Bekannten so ähnlich erzählt. Er schüttelte den Kopf und meinte, dass wäre alles schöne Theorie. Gestern trafen wir uns wieder. Ich war wie immer sein Fahrgast und auf seine chaotische Fahrweise eingestellt. Doch was passierte? Ja, er schwamm einfach im Verkehrsstrom mit. Später fiel mir auf, dass er viel entspannter war. Er war, wie man so sagt, die Ruhe selber. Er lud mich zum Essen ein. Ich fragte etwas provokatorisch, ob das sein Zeitplan zuließ. Er antwortete mit einem verschmitzten Lächeln, dass er heute nichts mehr vorhabe und schaltete demonstrativ sein Smartphone aus.

Ich freue mich jetzt auf seinen 80. Geburtstag. Nein, in einigen Wochen wird er erst 56. Aber man wird sich doch schon mal freuen dürfen.

Jetzt freue ich mich auf mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Bitte kein Stress beim Brötchen holen, auch wenn einer mal etwas länger braucht.

 


Veröffentlicht am: 10.01.2015

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