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Morgengruß von Helmut Harff: Nachdenklich

Ich kann mir einiges nicht erklären

Erst einmal vielen Dank für die unerwartet vielen Reaktionen auf meinen Morgengruß vom 9. Januar. So viel Zuspruch habe ich wirklich nicht erwartet. Eigentlich wollte ich das Thema Terror an dieser Stelle nicht noch einmal aufgreifen, doch es gibt für mich einfach zu viele Fragen.

Die, die mich am meisten bewegt ist: Warum sind wir gerade über diese Terroranschläge von Paris so betroffen? Weil es ein kleines, häufig kritisiertes Satieremagazin mit einer Auflage von 60.000 Exemplaren getroffen hat? Darf man in Zügen oder am Rande von Marathonläufen Bomben zünden, darf man Kinder mit einer Bombe auf einem Markt in die Luft jagen, darf man hunderte von Menschen - vor allem Muslime - töten ohne mit großen Reaktionen im Westen zu rechnen? Doch wenn man freche Journalisten ermordet, wenn das auch noch mitten in Paris passiert, dann ist die Betroffenheit riesengroß.

Was ist das für ein Zeichen an alle jene, die mit ihren Terroraktionen möglichst viel Aufmerksamkeit erringen wollen? Ist die Aufmerksamkeit größer, wenn man Journalisten ermordet, als wenn man Züge sprengt oder ein Flugzeug kapert? Das wäre ein fatales Signal - fatal vor allem für uns Journalisten. Dann würden über kurz oder lang alle Verlagshäuser und Redaktionsbüros zu Hochsicherheitstrakten umgebaut. Hohe Mauern, strenge Einlasskontrollen, gepanzerte Fahrzeuge und Polizisten mit Maschinenpistolen vor der Tür wären die Folgen.

Fast noch schlimmer wäre es, wenn die Presse vor lauter Angst nicht mehr kritisch berichten würde. Aber das ist ja schon jetzt viel zu häufig der Fall. Glauben Sie nicht? Welche deutsche Zeitung bringt beispielsweise regelmäßig religionskritische Karikaturen? Ich meine Karikaturen, wie sie im Satiremagazin "Charlie Hebdo" erscheinen. Irgendwie scheinen Terroristen schon zu gewinnen, bevor überhaupt ein Schuss fällt oder eine Bombe explodiert.

Bei explodierter Bombe fällt mir eine weitere Zuschrift ein. Darin äußerte ein Leser die Frage, warum man jetzt in Paris auf die Straße gehen will - was toll ist - das aber nicht einmal ansatzweise tut, wenn hunderte, tausende, Menschen - auch Journalisten - von Terroristen ermordet werden. Stimmt, so ein Anschlag ist eine lapidare Meldung in den Nachrichten wert. Schön wäre, wenn heute auf dem Schweigemarsch in Paris, an der ja auch Kanzlerin Merkel teilnehmen will, aller Terroropfer gedacht wird.

Was mich auch noch bewegt, ist die Berichterstattung über die Terroristen. Da ist zu hören, dass die Mörder in Arabien militärisch ausgebildet wurden. Haben sie nicht auch am Journée d'appel de préparation à la défense (JAPD) (Vorbereitungstag für die Landesverteidigung) teilgenommen? Daran nehmen - so viel ich weiß - alle französischen Jugendlichen zwischen dem 16. und 18. Geburtstag teil. Gewundert habe ich mich auch über die französische Justiz. Stimmen die Berichte, stand einer der Terroristen in einem Jahr sieben Mal vor einem Richter. Wie soll das gehen? Es war auch die Rede davon, dass die jungen Männer im Gefängnis radikalisiert wurden. Ich dachte immer, dass machen Hassprediger in Moscheen. Und wie ist das bei uns? Kommt die Gefahr nicht aus den Moscheen und den Terror-Ausbildungscamps, sondern aus dem Jugendknast?

Es gibt Dinge, die ich mir gar nicht weiter ausmalen will.

Da male ich mir lieber aus, wie gleich mein Sonntagsfrühstück aussieht.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Sonntagsfrühstück.

 


Veröffentlicht am: 11.01.2015

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