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Morgengruß von Helmut Harff: Gewehr über

Staatschefs lieben das Militär

Ich wundere mich immer, wie gern die Staatschefs aus aller Welt das Militär haben. Das gilt für die   nord- und südkoreanischen Staatslenker ebenso wie für Russlands Putin, den US-Präsidenten Obama, für Kanzlerin Merkel und den Regierungschef von Monaco. Sie alle scheinen sich darüber zu freuen, wenn Sie bei Staatsbesuchen mit sogenannten militärischen Ehren begrüßt werden.

Bei Obama, Putin oder dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un kann ich das ja noch verstehen, doch beim Monegassen Fürst Rainier oder unser Kanzlerin nicht. Was macht das eigentlich für einen Sinn, wenn da irgendwo offiziell ein Staatschef auftaucht, Militär aufmarschieren zu lassen? Mich erinnert das immer an die Drohgebärde vom Ritter Blaubart in der gleichnamigen Operette von Jacques Offenbach. Da bringt das Raubein allerdings sein Militär mit und preist seine militärische Stärke gegenüber dem Landesherren.

Wollen die Gastgeber für fremde Staatsoberhäupter auch ihre militärische Stärke demonstrieren? Wohl eher nicht, schließlich heißen die Uniformierten ja Ehrenformation. Doch passt eine solche Ehrung noch in unsere Zeit? Passt es zu einem Friedensnobelpreisträger wie Obama, sich von fremden Soldaten ehren zu lassen? Passt das zu einer Frau wie Angela Merkel? Ich finde nicht.

Klar, jetzt kommt der Einwand, dass so ein Ritual international üblich sei. Die kommunistischen Staatschefs begrüßten sich immer mit dem Bruderkuss. Das war einmal. Vor Zeiten wurden Herrscher auch von Jungfrauen begrüßt. Nicht richtig frauenfreundlich. Ob das im Zuge der Gleichberechtigung weg gefallen ist oder ob man keine (erwachsen) Jungfrauen mehr fand – ich weiß es nicht.

Doch ich halte diese militärische Ehrenbezeugung für antiquiert und längst überholt. Aus meiner Sicht passt das nicht mehr in eine Zeit, in der man von Abrüstung redet. Ich finde auch, dass diese Ehrenformationen nur unnötiges Geld kosten. Die müssen ständig trainieren, fahren durch die Gegend und machen nichts, als rumstehen und mit ihren Waffen spielen. Dafür muss man kein Geld  ausgeben. Wenn man meint, dass ein roter Teppich, aufgezogene Fahnen und ein freundlicher Händedruck als Ehrenbezeugung nicht ausreicht, soll man sich etwas anderes einfallen lassen. Manchmal übernehmen den Job kleine Kinder. Vielleicht kann man ja auch einen Blumenstrauß überreichen. Im Sport ist es üblich, Wimpel oder ähnliches dem Gast in die Hand zu drücken. Das wäre doch eine nette Geste. Der Gast wüsste dann auch immer, bei wem er gerade vorgefahren ist.

Wenn ich allerdings ganz genau darüber nachdenke, warum sollen die Soldaten nicht als Ehrenformation aufziehen? Ich hätte wahrscheinlich nichts dagegen, wenn das die einzige Aufgabe von Soldaten wäre. Dann könnten mir auch jeden Morgen drei Soldaten die Ehre erweisen. Das könnte dann mein Beitrag dazu sein, dass Soldaten nicht mehr in den Krieg ziehen, sondern sich in Ehrenbezeugungen ergehen.

Doch das ist ein absurder Wunsch. Bleibt mein Wunsch, das Geld, das solcher Unsinn wie die militärischen Ehrengarden kosten, einzusparen.

Ich spare heute nicht bei meinen Frühstück und erweise meinem Bäcker die Ehre.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück in allen Ehren.

 


Veröffentlicht am: 14.01.2015

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