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Aufgespießt: Wintergedanken

Augen auf bei der Jobsuche

(Helmut Harff / Chefredakteur) Eines möchte in dieser Zeit nicht wirklich sein - Touristiker in Wintersportgebieten. Dabei meine ich vor allem die in den Mittelgebirgen und den Lagen unter 2.000 Metern in den Alpen. Wer hier vom Tourismus, vor allem von dem im Winter, leben will und muss, hat es nicht leicht.

Da ist vor allem das Wetter, was mir schlaflose Nächte bereiten würde. Immer wieder die Frage: Schneit es, oder schneit es nicht? Schneit es nicht, wird es dann wenigstens so kalt, dass man die für viele Millionen Euro oder Franken angeschafften Schneekanonen einsetzen kann. Die machen bei frühlingshaftem Wetter auch keinen Schnee. Nun gibt es schon viele Gemeinden, die produzieren, wann immer möglich, Schnee auf Vorrat. Andere denken zumindest darüber nach, noch teurere, noch aufwändigere Anlagen anzuschaffen, mit denen man auch bei Plusgraden so etwas wie Schnee herstellen kann. Denn eines ist sicher: Ohne Schnee kommen keine Touristen.

Und hier sind wir beim nächsten Problem: Uns Urlaubern. Wir wollen, wenn wir in die Berge fahren, dass perfekte Winterpanorama. Die Wälder sind tief verschneit, die Pisten und Wanderwege glänzen im frischen Weiß des Schnees und die Loipen sind auf Weltmeisterschafts-Niveau gespurt. Man möchte an den Liften auch zu Spitzenzeiten höchstens eine kleine Zeitspanne anstehen. Oben angekommen, ist es klar, dass man in oder vor der Hütte sofort einen Platz bekommt.

Klar ist aber auch, dass die Straßen im Ort völlig frei von Schnee sind. Liegt welcher auf den Gehwegen, sehen wir großzügig darüber hinweg. Schließlich will der wintersportbegeisterte Nachwuchs auf dem Schlitten bis zum Ski-Kindergarten gezogen werden. Überhaupt die Orte. Sie sollen, wie der Winter-Wunderwald ebenfalls den Klischees entsprechen. Klar, dass es die alten Häuser aus Holz und die mit der Lüftl-Malerei gibt. Ebenso klar ist, dass es unzählige Gasthäuser und Cafés gibt. Gleiches gilt für die Einkaufsmöglichkeiten. Shoppen ist nach dem Wintersport und Essen und Trinken augenscheinlich die drittwichtigste Beschäftigung der Winterurlauber.

Schlafen, tolle Frühstücksbuffets, jeden Abend ein tolles Dinner und ein perfekter Service – das wollen die Reisenden in Sachen Schneevergnügen selbstverständlich auch. Das Hotel, die Pension, die Ferienwohnung, das Fremdenzimmer müssen einfach perfekt sein. Richtig zufrieden ist der Winter-Touri erst dann, wenn er dabei auch noch so manches Schnäppchen für sich entdeckt. Denn eines ist klar, zu teuer darf sein Wintervergnügen nicht sein.

Wer soll all das heutzutage noch leisten, wo sich die Gäste gern in ein 3-Sterne-Haus einmieten, aber 5-Sterne-Niveau erwarten? Wie die Touristen zufrieden stellen, so zufrieden zu stellen, dass sie gern wiederkommen, einen weiter empfehlen, nicht im kommenden Jahr woanders hinfahren, wenn die Schneefallgrenze nur selten unter die 1.000- oder 1.500-Metermarke sinkt? Wo soll all das Geld für noch mehr Lifte, noch mehr Schneekanonen, noch mehr Entertainment herkommen, wenn die Gäste das Geld nicht mit vollen Händen ausgeben?

Wie gesagt, ich möchte in diesen Zeiten kein Touristikverantwortlicher sein.

 


Veröffentlicht am: 19.01.2015

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