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Morgengruß von Helmut Harff: Modesplitter-2

… von der Mercedes Fashion Week

Heute geht es mir weniger um die Mode, die von den bekannteren Labels im Zelt am Brandenburger Tor präsentiert wird. Mir geht es um das, was man gern als grüne oder Ökomode bezeichnet.

Als ich vor Jahren das erste mal die Messe Greenshowroom im Berliner Nobelhotel Adlon besuchte, wurden all meine Klischees bedient. Die Mode war langweilig, grau und nur von „Ökos“ tragbar. Das kratze, hing irgendwie am Körper rum und sah aus wie heute das Wetter in Berlin – grau. Schlicht: es war kaum tragbar.

Das hat sich in den vergangenen fünf Jahren massiv geändert. Wenn Sie heute in den Supermarkt, auf den Spielplatz, ins Büro, auf die Skipiste, in die Vorstandssitzung oder die Oper gehen – sie wissen nie, ob ein „Öko“ neben ihnen steht, geht oder sitzt.

Mode mit dem Aufdruck „Öko“ ist längst erwachsen geworden. Der Kleidung sieht man nicht mehr an, ob ihre Hersteller und Träger genau nachvollziehen können, woher die Baumwolle kommt und wie sie verarbeitet wurde. Man sieht den Teilen auch nicht an, ob die Weber und Näherinnen fair entlohnt wurden. Um den Berliner Ex-Bürgermeister zu bemühen: Und das ist auch gut so.

Noch besser ist, dass Labels sogar damit werben können, dass ihre Produkte nicht nur ökologisch einwandfrei und fair produziert wurden, sondern auch preislich mehr als konkurrenzfähig sind. Viele Teile der auf der Messe Greenshowroom haben sogar deutlich bessere Trageeigenschaften, als „normale“. Mode aus Wolle riecht eben nicht nach Schweiß, muss weniger in die Reinigung als solche, die auch aus Chemiefasern besteht.

Öko-Mode ist also angekommen und dennoch fristet sie ein Nischendasein. Ja, manches ist etwas teurer als sonstige Mode, wie man sie in Boutiquen kauft. Doch ich glaube, das ist nicht der Grund für das noch immer schwache Standing der ökologisch und fair produzierten Mode. Öko-Mode wird vielfach noch so präsentiert, wie einst die ersten in der Garage bedruckten T-Shirts. Das sieht man vielen Ständen auf der Messe im morbiden Charme des alten Postbahnhofs an. Vielfach hat man den Eindruck, dass die Modemacher bei der Standgestaltung völlig überfordert waren. Kein gutes Aushängeschild für Kreative. Auch Öko-Mode will erlebt, will genossen werden.

Was mir immer wieder sauer aufstößt, ist das suggerierte schlechte Gewissen. Man will mir überall etwas erklären, bombardiert mich mit irgendwelchen Siegel-Kürzeln, von denen der normale Mode-Konsument noch nie etwas gehört hat und die ihn wohl zumeist auch nicht interessieren dürften.

Für mich zählt beim Kauf von Klamotten vor allem, dass sie mir gefallen, sich gut anfassen, sich gut tragen lassen, sie toll verarbeitet sind, dass die Pflege nicht aufwendig ist und dass sie mir Spaß machen. Das alles bietet Öko-Mode. Wenn dann noch das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, greife ich sehr gern nach fair und ökologisch produzierter Mode. Da will ich mir nicht stundenlang etwas über Pestizide und geschlossene Wasserkreisläufe anhören. Da will ich viel lieber nette Verkäufer und Verkäuferinnen, die Mode interessant präsentieren und mit Engagement verkaufen. Daran muss noch deutlich gearbeitet werden.

Ich frühstücke jetzt schnell und dann geht es den Gott sei Dank letzten Tag ins Modegetümmel.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Seinen sie ruhig etwas modemutiger.

 


Veröffentlicht am: 21.01.2015

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