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Morgengruß von Helmut Harff: Genussgemeinschaft

Warum essen und trinken wir nicht einfach gemeinsam

Viele Menschen in Deutschland haben Angst. Sie haben Angst vor Fremden, vor Zuwanderen, vor Flüchtlingen, vor Menschen die sie nicht kennen, vor mehr oder weniger fremden Kulturen und Religionen.

Diese Angst ist kein heutiges Phänomen. Die Preußen hatten Angst vor den Hugenotten, den französischen Glaubensflüchtlinge. Im heutigen Ungarn, Rumänien und Russland hatte man Angst vor den vor Jahrhunderten dorthin auswandernden Deutschen. Alle kamen nicht mit Schwert und Kanone. Die Deutschen im damals so genannten "Altreich" hatten Angst vor den Deutschen aus Schlesien, dem Sudetenland, aus Böhmen und Mähren, aus Ost- und Westpreußen. Sie waren entweder auf der Flucht, wurden als Siedler angeworben oder waren auf der Suche nach einem besseren Leben. Kaum jemand wurde mit offenen Armen aufgenommen.

Doch was passierte mit der Zeit? Es passierte, was wir auch seit 50 Jahren in Deutschland beobachten können: Man kostete, was die anderen essen und trinken. Man entdeckte die Küche der bisher unbekannten Menschen. Man adaptierte die fremden Rezepturen - die des Gastlandes und die der Gäste. Man stellte immer wieder fest, dass die anderen es genau wie man selber es zu feiern verstanden, dass sie leckere Dinge kochten, brauten und brannten. Die kulinarische Verbrüderung ging häufig der sonstigen gegenseitigen Akzeptanz voraus.

Warum lernen wird nicht daraus? Warum verkünden nicht Lafer, Lichter und wie die Starköche sonst noch heißen, dass die islamische Küche, die Küche Afghanistans, des Sudans oder Jemens zu Deutschland gehört, wie die der Türkei, Griechenlands, Italiens oder Russlands.

Das meiste was ich über ausländische Mitbürger sagen kann, weiß ich aus deren Küchen. Kochen, Essen und Trinken verbindet. Was liegt also näher, als im Genussjahr 2015 gemeinsam zu genießen. Wieso schubsen in Dresden Gegendemonstranten? Wieso laden sie die Pegida-Demonstranten nicht zu einem gemeinsamen Essen ein? Ich glaube nicht, dass die Dresdner bei somalischen Süßspeisen wirklich Angst vor dem Verschwinden ihrer Eierschecke bekommen. Schließlich konnte der Döner ja auch nicht die Berliner Currywurst verdrängen. Wie auch, bekommt man die ja in vielen Dönerbuden zu kaufen.

Essen, was Fremde mitbringen, das war nicht immer unsere Sache. Wie spricht der Volksmund: Was der Bauer nicht kennt, frist er nicht. Heute gibt es in fast jeder Dorfgaststätte, ob in Mecklenburg-Vorpommern, in Sachsen oder in Bayern Gerichte auf der Speisekarte, die ihren Ursprung nicht dort haben. Im Gegenteil, man bekommt immer weniger einheimische Gerichte. Die Bauern von heute sind neugierig auf fremde Genüsse.

Wenn wir alle gern zum Italiener, zum Griechen, zum Koreaner oder zum Libanesen gehen, dann sollte es doch auch möglich sein, auf alle Fremden offen zuzugehen. Dann sollte es möglich sein, dass wir alle gemeinsam das Leben genießen - und das jeder nach seiner Fasson.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück - treu deutsch mit Joughurt, Smootie und Kaffee.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 27.01.2015

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