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Schutzschild für die Zähne

Verletzungen beim Sport vorbeugen

Egal ob echte Zähne, Implantate oder feste Zahnspange: Beim Sport sollten aktive Menschen neben anderen wichtigen Körperregionen auch ihre Zähne schützen. Vor allem bei Kontaktsportarten wie Boxen sowie beim Handball und Fußball, aber auch beim Hockey kommt es häufig zu Verletzungen durch Stürze, einen Zusammenprall mit dem Gegenspieler oder direkte Schlageinwirkung.

„Um sich vor Defekten am Zahnhalteapparat sowie Zahnverlust zu schützen, raten wir Patienten daher zu einem an die jeweiligen Bedürfnisse angepassten Mundschutz“, betont Dr. Knut Thedens, Fachzahnarzt für Kieferorthopädie in der SternKlinik in Bremen. „Dabei gilt es zu beachten, dass dieser nur dann Verletzungen vorbeugt, wenn er perfekt sitzt. Einheitsmodelle aus dem Sportartikelbedarf passen hingegen jedem ein bisschen, aber keinem richtig. Und auch do-it-yourself-Produkte, bei denen Sportler sich ihre Schiene zu Hause selber gießen, sind mit Vorsicht zu genießen. Sie sind zwar individuell angefertigt, aber nicht fachgerecht angepasst und daher weniger wirkungsvoll.“

Modelle selber designen

Um einen individuellen Sportmundschutz anzufertigen, nehmen Ärzte zunächst einen Abdruck, der als Basis dient. Mithilfe spezieller hitzeempfindlicher und hochelastischer Folien, die übereinander gelegt werden, lässt sich daran angepasst eine Schiene in unterschiedlich harten Varianten formen. Patienten haben die Möglichkeit, aus verschiedenen Farbkombinationen auszuwählen und sogar Landesflaggen sowie Namen lassen sich auf dem Sportmundschutz abbilden. So können Sportler den Fußballclub oder die Lieblingsfarbtöne immer bei sich tragen und verwechseln ihren Mundschutz nicht mit dem eines Mitspielers. Optimal sitzt ein Mundschutz, wenn er fest am Kiefer- und Zahnbereich anliegt, ohne Druckstellen zu verursachen. Auf diese Weise verrutscht er bei keiner Bewegung und mildert Stürze ab. „Sobald Patienten merken, dass er nicht mehr richtig sitzt, sollte ein Kieferorthopäde zunächst versuchen, ihn wieder sachgerecht anzupassen. Wenn dies nicht mehr möglich ist, lassen sich Sportler einen neuen anfertigen“, weiß Dr. Thedens.

Schutz für die Zahnspange

Insbesondere Kinder und Jugendliche sollten ihre Zähne schützen, da sich bei ihnen der Kiefer noch in der Wachstumsphase befindet. Außerdem tragen viele in diesem Alter eine festsitzende Zahnspange, die bei einem Unfall schmerzhafte Wunden im Mund verursachen kann. „Bei Patienten mit Spange liegt der Mundschutz am äußeren Zahnfleisch sowie innen am Gaumen – und nicht direkt an den Brackets – an“, erklärt der Experte. „Auf diese Weise bleibt die Funktion einer festen Spange erhalten.“

Gesund durch die Saison

Je nachdem welche Sportart wie oft ausgeübt wird, stehen einfache bis zu extra verstärkte Modelle zur Wahl. „Perfekt angepasst beugt ein Mundschutz Verletzungen des Kiefergelenks vor und schützt Zähne, Zahnfleisch, Lippen, Wangen und Zunge vor Defekten“, sagt Dr. Thedens. „Außerdem mindert er das Risiko für Nacken- und Kieferbeschwerden. Da ein Sportmundschutz die Aufprallenergie gleichmäßig auf den gesamten Kieferbereich verteilt, minimiert er zudem die Gefahr einer Gehirnerschütterung.“ Daher sollten nicht nur Profisportler, sondern auch Amateur- und Freizeitsportler ihre Zähne professionell absichern.

Der Preis für einen Sportmundschutz ist abhängig vom gewählten Modell. Einige Krankenkassen bezuschussen die Anfertigung mit bis zu 300 Euro jährlich.

 


Veröffentlicht am: 02.02.2015

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