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Morgengruß von Helmut Harff: Keine Autos

… in der Stadt

Vor einiger Zeit hörte ich im Autoradio eine Diskussion über Verkehrsplanung für Großstädte. Klar wurde vehement der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, des ÖPNV, gefordert. Klar forderte man den Ausbau von Radwegen. Es gab auch einen Professor, der forderte die autofreie Stadt.

Wie kann ein offensichtlich studierter Mann nur solchen Unsinn fordern, schoss es mir durch den Kopf. Meint der wirklich, dass in der Stadt keine Autos mehr fahren sollen? Es hatte tatsächlich den Anschein, als meinte er, was er sagt. Es ist vielleicht etwas hart, aber ich finde, er solle mal überlegen, ob er solchen Unsinn wirklich vor Studenten lehren soll.

Ob der Herr Professor es wirklich gut findet, wenn in der Stadt keine Autos mehr fahren? Ob er es gut findet, wenn der Notarzt mit dem Fahrrad kommt? Ob er es prickelnd findet, seinen neuen Super-Flachbildfernseher mit Bus und Bahn bis zu seiner Villa zu transportieren? Ob er es wirklich will, dass der Dachdecker die Ziegel für das marode Dach der Pofessoren-Behausung mit dem Rad bringt?

Sie meinen, der Professor will nur den Individualverkehr aus der Stadt verbannen? Ist die steuerlich absetzbare Fahrt von der Villa zur Uni des Professors nun geschäftlicher oder individueller Verkehr? Dann hätte der gute Mann ein Auto, mit dem er nur von der Uni zur Villa und zurück fahren darf – zumindest in der Stadt. Da kann er ja auch gleich das Rad nehmen. Was, wenn es in der Stadt keinen Individualverkehr mehr geben darf und er mit seinem Auto in den Urlaub fahren will? Wird sein Wagen dann in einem Sammeltransport zum Stadtrand gefahren oder hat er dort seinen Zweitwagen geparkt?

Es gibt schon wirklich abstruse Ideen, auch von Menschen, von denen man denkt, sie denken nach. Klar ist der Individualverkehr, der private Autoverkehr ein Problem. Doch mit Autoverboten und dem Verweis auf das Fahrrad ist dem wohl kaum beizukommen. Man sehe sich nur mal große Städte in sogenannten Entwicklungsländern an. Da wimmeln die Städte vor zum Teil abenteuerlich beladenen Fahrrädern. Das macht zwar weniger Dreck, eine wirtschaftliche Entwicklung wird so aber auch nicht gerade gefördert. Vielleicht mit Ausnahme von Fahrradreparaturwerkstätten.

Ja, es ist richtig, wir brauchen mehr ÖPNV, es könnte auch noch mehr Radwege geben. Wobei für mich das Rad keine Alternative zum Auto ist. Es kommt ja in Berlin auch niemand auf die Idee, das Paddel- oder Ruderboot als Autoersatz zu propagieren. Wobei, es gab schon die Idee von einem regelmäßigen Wassertaxi-Dienst. Doch die Idee wurde von den Behörden schnell auf den Grund der Spree geschickt. Was wir brauchen, sehr geehrter unbekannter Professor, sind intelligente Verkehrskonzepte und Lösungen, die das Auto nicht verdammen, sondern es sinnvoll mit einem sehr gut ausgebauten und funktionierenden ÖPNV verbinden.

Wir brauchen nicht immer das Auto, aber ohne geht es in vielen Fällen eben auch nicht. Das zu ignorieren heißt, sich in die Tasche zu lügen. Das mag dann alles sehr schön, sehr progressiv, sehr ökologisch klingen, zielführend ist wirklich was anderes.

Was würde der Professor eigentlich dazu sagen, wenn wir die städtischen Wege verkürzen, in dem wir alle viel enger zusammenrücken. Wie das? Ganz einfach: Jeder Erwachsene hat nur noch Anspruch auf 20 Quadratmeter Wohnfläche. Dann hätte es der Professor nicht mehr so weit zur Uni, aber auch keine Villa mehr.

Was das ist? Ein saudumme Schnapsidee – aber die dürfen Professoren ja auch äußern.

Ich hole jetzt Frühstücksbrötchen - zu Fuß.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Verzichten Sie ruhig mal auf das Auto – wenn es Sinn macht.

 


Veröffentlicht am: 04.02.2015

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