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Morgengruß von Helmut Harff: Alles vorbei

... am Aschermittwoch

Für die meisten ist der Aschermittwoch der Tag, an dem die Leber wieder ins Leben zurück kehrt, die Karnevalskostüme zurück in den Verleih gebracht werden und man wieder Menschen mit "Sie" anspricht, die man vorher gebützt hat.

Dabei ist der Aschermittwoch ein Tag der Kirche. Bei Wikipedia erfährt man unter anderem, dass die Bezeichnung Aschermittwoch von dem Brauch herkommt, im Gottesdienst am Aschermittwoch die Asche vom Verbrennen der Palmzweige des Vorjahres zu segnen und die Gläubigen mit einem Kreuz aus dieser Asche zu bezeichnen.

Am Aschermittwoch beginnt für alle Christen eine 40-tägige Fastenzeit. Sozusagen der Ramadan der Christen. Nur, dass wir diese Zeit im Gegensatz zu den gläubigen Moslems mehrheitlich ignorieren. Die ab heute beginnende Fastenzeit soll an die 40 Tage erinnern, die Jesus fastend und betend in der Wüste verbrachte. Sie soll uns, die Menschen der westlichen Welt, auf Ostern vorbereiten.

Ob dieses Jahr mehr Menschen fasten? Wie ich darauf komme? Na, alle, die sich vor der Islamisierung des Abendlandes fürchten, haben in den kommenden 40 Tagen die Gelegenheit zu zeigen, wie verwurzelt sie in der christlich-abendländischen Kultur sind. Ich stelle mir vor, wie sich 25.000 Dresdner Tag für Tag bis Karsamstag - Sonntage gelten nicht als Fastentage - zum gemeinsamen Fasten rund um die Frauenkirche versammeln. Das wäre mal eine Aktion, die selbst der Papst segnen würde. Das würde auch zeigen, wie verwurzelt die Dresdner in der christlich-abendländischen Kultur sind.

So eine Fastaktion zeigte aber auch, wie nah sich in Wirklichkeit Christen und Moslems eigentlich sind. Die Christen fasten jetzt 40 Tage, die Moslems 30 Tage im Ramadan.

Fasten, das ist jedoch für die meisten von uns, mich eingeschlossen, kein Thema. 40 Tage kein Alkohol, kein Fleisch, nichts Süßes, keinen Sex, kein Shopping? Das haben wir uns doch mehrheitlich längst abgewöhnt. Wenn wir fasten, so soll das in einem ganz besonderen Rahmen erfolgen. Wir zahlen viel Geld dafür, dass uns in einem sündhaft teuren Hotel ein mehr oder (zumeist) wenig kompetenter Mensch daran hindert, zu essen und zur trinken, was uns gefällt. Gut, dass es dann meist in der Nähe ein Café oder eine Wirtschaft gibt. Solche organisierten Fastenkuren dauern auch zumeist nicht so lange, wie die christliche Fastenzeit.

Doch so schwer ist zumindest der Einstieg in die Fastenzeit gar nicht. Den erleichtern uns die Politiker aller politischen Schattierungen. Die treffen sich, brav nach Parteien getrennt, zu ihren Aschermittwoch-Veranstaltungen. Die jeweiligen Protagonisten scheinen an diesem Tag vom Karneval/Fasching noch nicht genug zuhaben und steigen in die Bütt. Von da aus wird der, werden die politischen Gegner beschimpft. Wer sich das anhört, dem bleibt angesichts des dort produzierten Unsinns schnell das Essen im Hals stecken.

Was ich nicht verstehe, warum die Politiker von CDU und CSU - beide Parteien bezeichnen sich ja als christlich - am Aschermittwoch Bier trinken und Haxen verspeisen. Wenn die Fastenzeit so aussieht, dann werde ich vielleicht auch fasten. Dann sollte man auch das Oktoberfest in die Fastzeit verlegen. Wo, wenn nicht auf diesem Fest, wird mit so viel Bier, wird mit so vielen Haxen gefastet.

Das mit der abendländischen, mit der deutschen Leitkultur scheint doch schwieriger umzusetzen zu sein, als die großmäuligen Redner so gern behaupten. Sie sollten nicht so viel Angst vor dem Islam haben. Sie sollten eher fürchten, dass wir wieder eine christlich-abendländische Gesellschaft werden. Schließlich dauert die christliche Fastenzeit zehn Tage länger als der Ramadan.

Nun mache ich mir ganz entspannt mein Frühstück. Worauf könnte ich dabei verzichten?

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück, wie immer das aussehen mag.

 


Veröffentlicht am: 18.02.2015

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