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Aufgespießt: Kunstfeinde

Sind wir so viel besser?

(Helmut Harff / Chefredakteur) Kunstfeinde gibt es sicherlich fast genauso lang, wie es Kunst gibt. Kunst, das ist zumeist etwas für die Herrschenden, für die Reichen. Kunst, die diente immer zur Illustration von Religion, sie diente der Anbetung. Manchmal ist Kunst auch Ausdruck von Individualität.

Kunst, das ist aber immer auch Hassobjekt. Kunst wird immer wieder zerstört, entweder als sogenannter Kollateralschaden oder als ganz bewusstes Handeln. Das erleben wir gerade im Herrschaftsbereich des IS und anderer Terrorgruppen, die sich als Bewahrer des wahren Islam sehen oder als solche zelebrieren. Über deren Bilderstürmereien regen wir uns zurecht auf. Wo bleibt unsere Aufregung über die Kunstvernichtung im Ukraine-Krieg oder durch die Bombardierung von durch die IS kontrollierten Gebiete?

Wir regen uns über die barbarischen Horden der islamistischen Kämpfer auf. Wir stellen uns in Positur und präsentieren uns als aufgeklärte und kunstbeflissene Bildungsbürger. Doch wie war das vor einigen Jahren, wie ist das bei jeder Dokumenta? Kommt modernen Kunst in den öffentlichen Raum, wollen bis heute ganz normale Bürger die gern verhindern oder, gelingt dies nicht, abreißen.

Wie war das mit den Jüngern der Reformation? Ist deren Bilderstürmerei schon völlig in Vergessenheit geraten? Haben wir die Aktionen zur entarteten Kunst schon vergessen? Haben nicht gerade Tausende Menschen sich daran erinnert, dass vor 70 und mehr Jahren ihre Städte und damit unzählige Kunstschätze von Bomben zerstört wurden, die aus den USA, aus Großbritannien und Kanada kamen? Haben die Truppen, die Europa und somit auch uns vom Nazifaschismus befreiten, bei Kampfhandlungen darauf geachtet, keine Kunstschätze zu zerstören?

Nein, wir in der ach so zivilisierten Welt waren zumindest nicht besser, als die selbst ernannten Gotteskrieger. Wie wir mit Kunstschätzen, mit Weltkulturerbestätten umgehen, kann man im ehemaligen Jugoslawien noch immer "bewundern".

Um nicht falsch verstanden zu werden: Was diese Mörderbanden und selbst ernannten Retter des Islam nicht nur in Mossul anrichten, ist Barbarei. Das ist eines jeden Menschen, ob Moslem, Hindu, Christ oder Atheist unwürdig. Doch wir sollten nicht so tun, als ob diese Typen die ersten wären, die Kunst, die Kunstzerstörung als Waffe einsetzen.

Klar wollen sie uns, wollen sie alle, die nicht ihren Ansichten folgen, damit schocken. Das schaffen sie auch, genau wie das viele gestörte Hirne auch schon seit jahrtausenden geschafft haben. Genauso lange stehen die von dem Kunstfrevel Betroffenen mit hängenden Armen dabei und können eigentlich nichts machen. Die Menschen in Mossul konnten die Zerstörung der Kunstwerke ebenso wenig verhindern, wie die Dresdner oder die Würzburger die Zerstörung ihrer Städte.

Das ist alles andere als ein positives Fazit. Aber so ist leider die Realität. Kunst retten können wir nur, wenn es uns endlich gelingt, Kriege im Vorfeld zu verhindern. Man wird ja noch einmal träumen dürfen.

 


Veröffentlicht am: 28.02.2015

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