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Morgengruß von Helmut Harff: Prügel

… der verbalen Art habe ich bezogen

Vor einigen Tagen habe ich an dieser Stelle gefordert, nicht nur Zirkus- sondern alle Tiere und vor allem die Haustiere zu verbieten.

Ich hatte schon damit gerechnet, dass ich mir in einem Land, in dem mehr Hunde als Kinder geboren werden und in dem der Tierschutzbund weit mehr Mitglieder als der Kinderschutzbund hat, für so eine Forderung nicht ausgezeichnet werde. In einem Land, in dem erst die höchsten Richter entscheiden müssen, dass spielende Kinder keine unzumutbare Lärmbelästigung sind, will man auf seine tierischen Hausgenossen nichts kommen lassen.

Dabei spricht jeder – zumindest in der Öffentlichkeit – von Tierschutz. Man kritisiert, dass Zirkustiere Dinge machen müssen, die sie in freier Wildbahn nie tun würden. Bitte, wo in freier Wildbahn läuft ein Hund, sprich Wolf, an der Leine, macht Männchen, frisst aus einem Designernapf Dosenfutter, trägt ein Mäntelchen, geht zum Friseur oder ins Hundehotel? Das ist auf keinen Fall besser, als ein Motorrad fahrender Bär, ein rechnendes Schwein oder ein auf den Hinterbeinen stehender Elefant.

Was hat es mit Tierschutz, mit artgerechter Haltung zu tun, wenn ein Hund oder eine Katze nur dann überlebt, wenn sie von Menschen erstellten Rassemerkmalen entspricht. Schon allein das Wort Rasse sorgt bei mir für Unbehagen. In der Natur gibt es Wildkatzen und Wölfe. Die müssen gesund, gewieft und durchsetzungsfähig sein, um zu überleben. Wie groß der Kopf, wie die Ohren, der Schwanz oder das Fell sind, interessiert niemand in der freien Wildbahn.

Was hat es mit artgerechter Tierhaltung, die von unzähligen Gutmenschen für Schweine und Rinder so vehement gefordert werden zu tun, wenn man einen Hamster in ein Glasbehälter steckt und meint, mit einem Hamsterrad ist der Nager hoch zufrieden? Ist es artgerecht, ein Schildkröte in einer Holzkiste künstlich am Leben zu erhalten?

All die Tierfreunde (von wenigen Ausnahmen abgesehen), vor allem die in der Stadt, halten ihre Tiere ebenso wenig artgerecht, wie die Schnitzel- und Steakproduzenten. Es sieht nur weniger brutal aus. Man sollte sich mal überlegen, wenn Hund und Katze seine Herrchen oder Frauchen so halten würden, wie sie es mit ihren angeblichen Lieblingen tun. Man stelle sich nur einmal vor, so ein Hund schnappt sich Frauchen und fährt mit ihr zu einem genetisch einwandfreien Männchen, um es besamen zu lassen? Tolle Vorstellung!

Viele, die mich verbal verprügelten, wiesen darauf hin, dass Haustiere häufig die einzigen sozialen Kontakte für Menschen sind. In welcher Gesellschaft leben wir, wenn das so ist, was ich nicht bestreite? Gibt es niemand, der sich um einsame Menschen kümmert – zum Beispiel andere einsame Menschen, wenn keine Angehörigen das tun oder tun können? Gibt es keine Kinder, keine  Flüchtlinge, um die sich allein gelassene Mitbürger kümmern können – oder auch umgekehrt?

Wo leben wir, wenn Menschen wirklich völlig vereinsamen, wenn sie kein Haustier haben?

Mir ist auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin – der ITB – aufgefallen, dass viele Reiseanbieter, ob Regionen, Hotels oder Veranstalter vor allem die Familie, häufig Kinder, Eltern und Großeltern als eine Zielgruppe im Visier haben. Angebote zu Reisen mit Tieren spielen dagegen  kaum, wenn überhaupt eine Rolle. Das ist vielleicht auch ein Zeichen.

Stichwort ITB: Da wartet auch heute wieder ein Pressefrühstück auf mich.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 06.03.2015

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