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26.03.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Glückwunsch

... an alle Frauen

Heute, am 8. März ist wieder einmal so ein Tag, den Mann nicht vergessen sollte. Heute ist Internationaler Frauentag und den darf man nicht vergessen.

Wenn ich mich an den Frauentag erinnere, dann ist das ein Erinnern an meine DDR-Zeit. Da waren Frauen offiziell ja völlig gleichberechtigt. Sie waren so gleichberechtigt, dass es etwas Besonderes war, wenn die männlichen Kollegen an diesem Tag - also einmal im Jahr - den Kaffee kochten und Brötchen schmierten. Am 8. März bekamen die Frauen ein Blümchen und einen zumeist billigen Kasten Konfekt. Wenn möglich gab es Prämien - am liebsten bar ausgezahlt.

Meine lieben Kollegen an der Staatsoper wollten mich einmal ärgern - es gelang auch - und zeichneten mich genau an diesem Tag für mein Engagement für die weiblichen Lehrlinge aus. Na, die 300 Mark entschädigten für den gewaltigen Lacher und meinen tiefroten Kopf.

Am Abend war dann Party, sprich Frauentagsfeier, angesagt. Da kamen sich Kolleginnen und Kollegen häufiger so nahe, wie die jeweiligen Ehepartner es sich lieber nicht vorstellen wollten. Kuckuckskinder gab es in der DDR sicherlich häufiger, als man sich bis heute eingestehen will.

Das man in der DDR den Internationalen Frauentag zelebrierte, änderte aber nichts daran, dass es auch schon damals Frauenquoten - die hießen anders - und Frauenförderungspläne gab, um ihnen eine Teilhabe an Leitungsposten zu ermöglichen. Das Ergebnis war - soweit ich das beobachtet habe - eher dürftig. Es gab in der DDR-Führungsriege nur wenige Frauen und auch Konzernchefinnen - damals wohl eher Kombinatsdirektorinnen - waren höchst selten.

Und heute? Viel geändert hat sich nicht. Ja, heute gibt es wohl keine Prämien mehr zum Internationalen Frauentag. Die Blumen sind schöner, das Konfekt schmeckt besser und die Frauentagspräsente fallen vielleicht etwas vielfältiger aus. Ob heute die Kollegen den Kaffee aus dem Automaten holen? Ich weiß es nicht.

Was macht die Politik? Die feiert sich selber - aus meiner Sicht allerdings völlig grundlos. Was bringt es - einige Top-Managerinnen, Rechtanwältinnen und Gewerkschaftlerinnen ausgenommen - wenn jetzt in wenigen Aufsichtsräten einige Posten mit Frauen besetzt werden müssen. Das müssen ja nicht einmal in Deutschland verortete Frauen sein. Das ist nicht mehr, als wenn am 8. März die Männer den Kaffee holen.

Was wir brauchen - dafür streite ich schon lange - ist eine Quote für Kerle. Wenn schlecht bezahlte und nicht gerade hoch geschätzte Jobs zu 30 oder gar zu 50 Prozent mit Männern besetzt werden müssten, dann würde das den Frauen weitaus mehr helfen, als ein Paar Jobs in Aufsichtsräten von VW, AEG, Siemens und Co..

Ich bin allerdings froh darüber, dass wir uns hier in Deutschland nur um gut bezahlte Jobs für Frauen angesichts des Internationalen Frauentags Gedanken machen müssen. Leider haben Millionen, wohl eher Milliarden Frauen in den meisten Ländern ganz andere, schwerwiegendere, existenzielle Probleme. Die würden sich sicherlich auch über Konfekt freuen, auch wenn sie gar nicht wissen, was das ist. Sie wären schon mehr als zufrieden, wenn sie und ihre Kinder sich einmal satt essen können, einmal auf einem richtigen Bett schlafen können und nicht von allen Seiten ausgebeutet werden. Darum sollten wir uns viel mehr kümmern, als um die Verteilung von Aufsichtsratsposten. Ich hätte mir gewünscht, dass man einen Frauenförderungsplan für die Frauen in den zehn frauenfeindlichsten Ländern beschlossen hätte.

Ich freue mich jetzt auf mein Frühstück. Das mache jeden Morgen - für meine Frau.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und denken Sie an die Frau an ihrer Seite - 365 Tage im Jahr.

 


Veröffentlicht am: 08.03.2015

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