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15.08.2018

 

 

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Rechtzeitig auf den Pflegefall vorbereiten

Angesichts der erwarteten Verdopplung der Pflegebedürftigen in Deutschland sollten sich ältere Menschen rechtzeitig mit diesem Thema auseinandersetzen, damit sie im Fall der Fälle nicht unvorbereitet sind. Darüber informiert aktuell der Finanzdienstleister Delta Lloyd. Denn wer ohne falsche Scheu an dieses schwierige Thema herangeht, kann sich später Enttäuschungen und seinen Angehörigen manche Sorge ersparen. Beispiel Kassensturz: Klarheit über die eigenen finanziellen Möglichkeiten erleichtert die gezielte Suche nach einem Wohnsitz für das Alter. Beispiel Angehörige: Eine rechtzeitig ausgestellte Vorsorgevollmacht macht es Kindern oder Vertrauenspersonen leichter, für einen erkrankten Menschen zu handeln.
 
Schon heute gibt es zwei Millionen Pflegebedürftige in Deutschland, bis 2050 werden es knapp fünf Millionen sein. In jedem Einzelfall stehen der Senior und seine Familie vor bisher ungeahnten Problemen – und das im schlimmsten Fall von einem Tag auf den anderen. Daher sollten die wichtigsten Weichen frühstmöglich gestellt werden. „Das geschieht am besten in einem offenen, tabufreien Gespräch des älteren Menschen mit seinem Partner sowie eventuell Kindern oder anderen nahestehenden Personen“, rät Delta Lloyd Pflegeexperte Frank Lies. Diese Familienkonferenz sollte zunächst eine Bestandsaufnahme machen: Möchte der ältere Mensch – wie die Mehrzahl – in den eigenen vier Wänden bleiben und denkt nicht an einen Umzug in betreutes Wohnen? Wie lange soll und kann Wohneigentum gehalten werden? Macht eine behindertengerechte Renovierung den Verbleib in der eigenen Wohnung länger möglich? Sind Geldmittel dafür vorhanden oder kann finanzielle Unterstützung für den Umbau beantragt werden? Kann die Familie die Betreuung sicherstellen?
 
Finanzen bedeutsam für Wohnort im Alter

Die Wahl des Wohnortes im Alter hängt nicht zuletzt von den finanziellen Möglichkeiten ab. So kann das eigene Heim zu teuer werden, zumal wenn wegen eigener körperlicher Einschränkungen Helfer wie Putzfrau, Gartenhilfe oder Handwerker in Anspruch genommen werden müssen. Betreutes Wohnen im eigenen Appartment kann da schon günstiger sein, ist aber immer noch teurer als der Umzug in ein Einzel- oder Doppelzimmer im Seniorenheim. „Senioren sollten daran denken, dass zu ihren laufenden Ausgaben im Pflegefall noch die Kosten für häusliche oder stationäre Pflege hinzukommen. Auch dafür muss die Rente dann noch reichen“, erläutert Pflegeexperte Lies. Denn eventuelle Zahlungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung sind vorab allenfalls Mutmaßung und sollten daher nicht berücksichtigt werden. Wichtiger ist vielmehr, sich über den Marktwert der eigenen Immobilie zu informieren, damit dieses Kapital eingeplant werden kann, um sich etwa in ein Wohnstift einzukaufen.

Auch die familiäre Situation ist ein entscheidender Faktor bei der Lebensplanung im Alter. Ist der eigene Partner jünger und kann eventuell die Betreuung eine Zeit lang übernehmen, sodass man gemeinsam in seiner gewohnten Umgebung wohnen bleiben kann? Gibt es Kinder? Wenn diese an einem anderen Ort leben bzw. voll berufstätig sind, sollten sie realistischerweise nicht für Pflegeleistungen eingeplant werden.
 
Den eigenen Willen formulieren

„Senioren sollten außerdem rechtzeitig eine Vorsorgevollmacht vergeben – für den Fall, dass sie selbst nicht mehr entscheidungsfähig sind“, empfiehlt Pflegeexperte Lies. Eine schriftlich und notariell beglaubigte Vollmacht regelt, wer ab wann und in welchem Ausmaß im Auftrag des alten Menschen handeln darf. Sie kann sich auf alle Lebensbereiche erstrecken (Generalvollmacht) oder nur bestimmte Zuständigkeiten wie die Vermögensverwaltung oder Gesundheitsfragen (Spezialvollmacht) umfassen. Die Vollmacht kann einem oder mehreren Vertrauenspersonen erteilt werden, muss im Vollbesitz der geistigen Kräfte ausgestellt und an einem sicheren Ort verwahrt werden. Neben der Vorsorgevollmacht sollte der Senior rechtzeitig eine Patientenverfügung unterschreiben. Diese legt für den Fall der Urteilsunfähigkeit fest, wie weit er die medizinischen Möglichkeiten für sich in Anspruch nehmen möchte.
 
„Angehörige sollten bei allen Vorkehrungen nie vergessen, die Persönlichkeit des älteren Menschen zu respektieren und ihn nicht zu übergehen. Ganz wichtig ist außerdem ein enger Kontakt. Nur so können Angehörige die Situation des Betroffenen abschätzen, Veränderungen im Alltag erkennen und wenn nötig Hilfestellung leisten oder organisieren“, führt Pflegeexperte Lies aus.

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Veröffentlicht am: 23.10.2008

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