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Aufgespießt: Gewalt gegen Männer

Handeln, statt verdrängen - das muss die Devise sein

(Helmut Harff / Chefredakteur) Sie haben sicherlich von der Geschichte des 18-jährigen Nasser aus Berlin gehört. Der junge Mann ist schwul, was seine Eltern nicht tolerieren wollen. Sein Vater wollte ihn entführen und mit einer Frau Zwangsverheiraten.

Das Beispiel des jungen Mannes brachte einmal mehr das Thema Gewalt gegen Männer - von der eigenen Familie, aber auch von Frauen - in den Fokus der Medien. Man meint, das ist ein Tabuthema. Augenscheinlich wird darüber weniger geredet und berichtet, als beispielsweise über Frauen, die zur Zwangsehe genötigt werden. Doch gibt man bei Google "Zwangsheirat Mann" ein, so erhält man ungefähr 743.000 Ergebnisse. Gibt man "Zwangsheirat Frau" ein, so erhält man 131.000 Ergebnisse. Fragt man die Suchmaschine nach Beiträgen zu "Gewalt gegen Frauen", so warten auf einen 993.000 Beiträge. Bei der Eingabe "Gewalt gegen Männer" kann man dazu 1.070.000 Beiträge abrufen.

Diese Zahlen werden sicherlich nicht nur mich erstaunen, denn ich erlebe in den Medien fast nur Berichte, die sich mit Gewalt gegen Frauen und zwangsverheiratete Frauen beschäftigen. Es gibt Hilfetelefone für Frauen, die Opfer von Gewalt wurden, es gibt viele andere Hilfsangebote, es gibt Frauenhäuser (2.730.000 Google-Einträge). Sucht Mann nach einem Männerhaus, so muss er sich nur durch 28.200 Beiträge wühlen.

Da scheint es ein verdammt großes Gefälle zu geben. Über Gewalt gegen Frauen - jeder Fall ist mindestens einer zu viel - wird deutlich weniger geschrieben, als solche gegen Männer, Hilfe für Männer gibt es dagegen kaum. Zumindest lassen die Google-Zahlen für mich diesen Schluss zu.

Ich frage mich, warum das so ist? Brauchen Männer keine Hilfe, jammern sie weniger? Sind Frauen so viel schutzwürdiger als Männer? Reicht das Helfersyndrom von Frauen nicht für Männer? Gibt es deshalb so viele Kneipen, so viele saufende Männer? Finden Männer deshalb eine neue Heimat in rechtsradikalen Kameradschaften oder linksradikalen schwarzen Blöcken? Verabreden sich Hooligans deshalb zu Prügeleien, schließen sich Männer deshalb Terrorvereinigungen wie den IS an? Gehen Männer mangels anderer Hilfsangebote zum Fußball oder ins Bordell?

Ich habe ehrlicherweise keine Antworten, nur Fragen. Ich habe viele Fragen an die Regierenden, an die Parteien, an die Kirchen und an all die Gutmenschen, die einzig die geschundenen Frauen im Blick haben, die Männer aber links (keine politische Einschätzung) liegen lassen. Bedarf es wirklich erst eines jungen Mannes, der seinen Vater angezeigt hat, um endlich einmal das Thema "Gewalt gegen Männer" auf die Tagesordnung zu setzten?

Ich hoffe, dass das Thema "Gewalt gegen Männer" auch wirklich auf der Tagesordnung bleibt und nicht gleich wieder in der Versenkung verschwindet. Ich hoffe, nein, ich fordere, dass Familienministerin Schwesig endlich handelt und Maßnahmen beschließt, wie von Gewalt betroffenen Männern wirklich und spürbar geholfen werden kann. Solche Hilfe kann nicht so aussehen, dass man die Hilfsangebote für Frauen eins zu eins kopiert. Männer bedürfen einer anderen Art Hilfe.

Ich fordere von der Kanzlerin, von der Ministerin, von der Bundesregierung und allen Parteien, endlich im Bund und in den Ländern den Posten eines Männerbeauftragen zu schaffen. Ich hatte mich vor über sieben Jahren schon einmal für diesen Job in Berlin beworben und bis heute nicht einmal eine Antwort erhalten.

Viele lächeln, wenn sie den genussmaenner.de-Slogan "Für die größte Randgruppe der Gesellschaft" lesen. Wir meinen den wirklich ernst. Männer sind in diesem Land eine Randgruppe. Männer sind eine Gruppe, die Gewalt erlebt, die aber auch erlebt, dass ihr nicht geholfen wird.

Das muss sich ändern - und zwar sofort!

 


Veröffentlicht am: 16.03.2015

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