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21.07.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Drogensüchtig

Kiffen am Arbeitsplatz scheint in zu sein

Vor einigen Tagen kam man an der Meldung nicht vorbei, dass die Deutschen ein Volk von Kiffern sind. Nein, wir sind nicht zum Inbegriff der Partypeople geworden. Wir Deutschen sollen vor allem zu unerlaubten Mittel greifen, um dem Stress im Job gewachsen zu sein.

Pudern wir uns wirklich regelmäßig die Nase oder schnorren beim Arzt Rezepte, die der besser nicht ausstellt, nur weil wir Stress im Job haben? Haben wir dazu nicht mehr genug Alkohol? Bauen wir Stress nicht mehr beim 100-Kilometerlauf, beim Sex mit dem Menschen am Schreibtisch oder beim Bleifuß-Training auf der Autobahn ab? Wer sagt, dass wir nun darauf verzichten, nur weil wir Tabletten schlucken, wie Krümelmonster Kekse?

Ich glaube, es hat andere Gründe, warum immer mehr zu den verschiedensten und alles andere als gesunden Substanzen greifen. Eine interessante Antwort fand ich im Magazin des Deutschen Alpenvereins „Panorama“ (2/2105). Da beschäftigt sich in einem Artikel der Psychologe Manfred Ruoß mit Extrembergsteigern und deren Bergsucht. Herr Ruoß hat große Probleme mit Menschen, die ihre Lebensorientierung mit den Worten „Anerkennung und Selbstwert erlange ich, wenn ich besser bin“ beschreiben. Er kommt zu dem Schluss, dass Menschen mit einem solchen Schema selten Zufriedenheit und stabilen Selbstwert erleben.

Genau hier sehe ich einen der Gründe für Kiffer und Tablettensüchtige am Arbeitsplatz. Man ist der Ansicht, immer der Beste sein zu müssen. Man – hier sind Mann und Frau gemeint - entwickelt, wie der Psychologe erläutert, genau wie Extrembergsteiger ein kompromissloses Leistungs- und Konkurrenzdenken. Das Ergebnis ist nicht die erhoffte Zufriedenheit, sondern genau das Gegenteil. Bergsteiger suchen dann immer neue Herausforderungen. Die bieten die allermeisten Jobs nicht. Da sind die Kletterrouten vorgegeben. Überall stehen Verbots- und Stoppschilder. Dazu kommen andere Gipfelstürmer, die ein noch  kompromissloseres Leistungs- und Konkurrenzdenken an den Tag  legen, die gern einmal die überlebenswichtigen Kletterhaken entfernen.

Das macht unsicher bei der Besteigung des Karriereberges. Dazu kommt, dass nur wenige befähigt und berufen sind, wirklich Karriere zu machen. Doch man will mithalten. Nein, man glaubt, dass man nicht nur mithalten, sondern als Erster der Seilschaft klettern muss. Ein Fehler, wenn nur Egoisten klettern. Wer sich in der DDR-Geschichte auskennt, wird wissen, dass der Slogan „Überholen ohne einzuholen“, das Papier nicht wert ist, auf dem er einst geschrieben wurde.

Wenn man mal in diesem Hexenkessel von Karrieresucht sowie Leistungs- und Konkurrenzdenken gefangen ist, wenn man immer weiter klettern will, so geht das ohne Hilfsmittel nicht. Es ist eben nur sehr wenigen gegeben, einen Achttausender  ohne Sauerstoff zu besteigen. Alle anderen, wir alle anderen, brauchen Hilfsmittel. Noch besser wäre die Einsicht, dass wir nicht alle Gipfel erklimmen können. Doch die scheint immer mehr Menschen abhanden gekommen zu sein. Sie greifen dann – so war zu hören – immer mehr zu unerlaubten und ungesunden Substanzen.

Dass dies genau der falsche Weg ist, merken Extrembergsteiger zumeist erst dann, wenn ihnen beim Absturz das letzte Meter Seil durch die Hände rutscht. Im Job verläuft der Fall meistens etwas langsamer. Leider ist das Ende nicht viel anders, als beim Bergsüchtigen. Manche Job-Kiffer wünschen sich vermutlich, gleich im freien Fall zu enden.

Eines unterscheidet Extrembergsteiger von Job-Kiffern: Letztere haben immer noch die Möglichkeit, den Berg zu verlassen, bevor sie total abrutschen. Sie müssen „nur“ einsehen, dass sie sich für den falschen Weg auf ihren ganz persönlichen Gipfel entschieden haben.

Ich finde, ein erster Schritt gegen die Stressfalle ist ein ruhiges Frühstück. Das mache ich mir jetzt.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und nur so viel Stress, wie Sie ohne obskure Hilfsmittel bewältigen können.

 


Veröffentlicht am: 18.03.2015

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