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Morgengruß von Helmut Harff: Dieser Freitag

... veränderte die Welt

Dieser Freitag, dieser Karfreitag, dieser Tag vor knapp 2.000 Jahren veränderte die Welt. Dieser Tag, der auch „Stiller“ oder „Hoher Freitag“ genannt wird, ist in der katholischen Kirche ein strenger Fasten- und Abstinenztag.

An dem Freitag, an den wir uns heute erinnern, an dem wir heute frei haben, ist der Tag, an dem Jesus von Nazaret gekreuzigt wurde. Jemanden zu kreuzigen ist eine äußerst grausame und perfide Art, einen Menschen umzubringen. Ziel ist es, den Delinquenten zu quälen, ihn zu demütigen, seinen Tod abschreckend zur Schau zu stellen. Solch brutale Tötungsarten kennen wir bis in die heutigen Tage. Man denke nur an Steinigungen oder an Auspeitschungen.

Wir hier im christlichen Europa nageln niemand mehr ans Kreuz. Diese Todesart scheint allein dem Mann aus Nazaret vorbehalten zu bleiben. Wir räderten lieber, verbrannten Menschen auf dem Scheiterhaufen, steckten sie in glühende Stahlkäfige oder rollten Sie in mit Nägeln gespickten Fässern den Berg runter. Wenn es um möglichst grausame Arten des Tötens geht, so waren wir bis zur Aufklärung, also bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts äußerst erfinderisch. Erst dann ersann man "humanere" Methoden, Menschen vom Leben zum Tode zu befördern. Man hängte, man köpfte, man erschoss, man erfand die Guillotine, den elektrischen Stuhl und das Giftgas.

So verzichteten die jeweiligen Machthaber immer mehr auf das große Spektakel. Während noch öffentlich gehangen und geköpft wurde, mordete man später hinter dicken Mauern. Den so umgebrachten ist das wahrscheinlich ziemlich egal - denn Tod ist Tod.

Doch das versteckte Töten ist eher etwas, was wir in der westlichen Welt praktizieren. In anderen Teilen der Welt tötet man gern und viel in aller Öffentlichkeit. Ob die Zuschauer an solchen "Spektakeln" wirklich ihre Freude haben, weiß ich nicht. Die Machthaber müssen sich ja von diesen öffentlichen Hinrichtungen etwas versprechen - zumindest die Erhaltung ihrer Macht.

Wenn ich nun zurück komme auf diesen Freitag in Jerusalem, so zeigt sich, dass öffentliche Hinrichtungen für die Mächtigen auch nach hinten los gehen können. Jesus Ermordung veränderte die Welt, daran ist nicht zu rütteln. Da ist es egal, ob man an seine Auferstehung, an seine Göttlichkeit glaubt oder nicht.

Da geht mir noch eine Frage durch den Kopf: Was wäre gewesen, hätte man Jesus damals nicht gekreuzigt, sondern beispielsweise gesteinigt. Das war die damals gängige Art, an jemanden die Todesstrafe zu vollziehen. Wir hätten wahrscheinlich einen gigantischen Berg von Steinen, die als Reliquien verehrt würden. In unseren Kirchen würden überall Steinhaufen liegen und Theologen würden sich den Kopf darüber zerbrechen, aus welchem Material die Steine waren und wer den tödlichen Stein warf.

Das war nur ein kleiner geistlicher Schlenker. Eigentlich ist mein Problem, dass Religionen nicht ohne Mord, ohne Töten von Menschen auskommen, nicht existieren können. Vielleicht treffen sich die Religionsführer einmal an einem Karfreitag und beschließen, religiös motiviertes Morden zu verbieten. Dann hätte auch Jesu Tod am Kreuz für Atheisten einen gewaltigen Sinn.

Ich mache mir jetzt nachdenklich geworden mein Frühstück

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück, für den Fall, dass Sie heute nicht fasten.

 


Veröffentlicht am: 03.04.2015

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