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Morgengruß: Erstaunlich

... und ich dachte, ich weiß alles

Mich hat der 2. Weltkrieg schon immer interessiert. Ich habe unzählige Bücher darüber gelesen, viele Filme gesehen. Doch je mehr ich erfuhr, je mehr Fragen hatte und habe ich. Vieles wurde mir zu sehr schwarz-weiß gemalt. Mir war die Schuld von Deutschland schon klar.

Als DDR-Bürger gehörte ich sozusagen per Dekret zu den Gewinnern der Geschichte. Doch wie kam es dann, dass mein Schuldirektor ein Wehrmachtsoffizier war? Ja, er wurde in Gefangenschaft zum Nazigegner. Das war es dann?

Ich stellte während eines Treffens mit einem KZ-Überlebenden die Frage - sie brannte mir schon lange auf der Zunge - ob man im KZ auch gelacht hat. Noch heute spüre ich die Erstarrung von Kindern und Lehrern. Von meiner Klassenlehrerin wurde ich zurückgepfiffen. Und was machte der alte Herr vor uns? Er bedankte sich für die Frage, die ihm noch nie gestellt wurde. Er erzählte, dass auch gelacht wurde, dass Lachen auch eine Form des Widerstandes war.

Ich will damit sagen, dass ich bisher glaubte, nahezu alles über diese Zeit zu wissen. Und nun hörte ich in den vergangenen Tagen gleich von drei Büchern, deren Titel ich mir leider nicht aufgeschrieben habe. In dem einen geht es um die Frauen im besetzten Deutschland. Klar - schon das so zu schreiben ist schrecklich - wurden Frauen massenweise von sowjetischen Soldaten vergewaltigt. Das war mir bekannt. Nicht bekannt war mir, dass es auch Massenvergewaltigungen durch amerikanische, englische, kanadische und französische Soldaten gab. Ich glaube, das war selbst im Osten nicht bekannt. Sonst hätte man daraus im kalten Krieg sicherlich Profit geschlagen.

Ein weiteres Buch beschäftigte sich ebenfalls mit  Massenmorden. Es geht um Massenselbstmorde beziehungsweise um erweiterte Massenselbstmorde. Von denen hatte ich bisher nur ansatzweise gehört. Ich wusste, dass sich Menschen aus Angst vor den "russischen Horden" das Leben genommen haben. Doch von Massenselbstmorden, davon, dass Frauen erst ihre Kinder und dann sich das Leben nahmen, hörte ich jetzt das erste Mal. So haben sich allein in dem kleinen mecklenburg-vorpommerschen Städtchen Demmin 900 Menschen - damals jeder 17. Einwohner - selbst das Leben genommen. Doch Demmin ist kein Einzelfall, wie ich erfuhr. Zehntausende starben von eigener oder der Hand von Angehörigen. Ein schauriger Gedanke.

Das dritte Buch beschäftigte sich mit den Niederlanden im zweiten Weltkrieg und danach. Ich schreckte fast hoch, als die Rede darauf kam, dass die Niederländer dem eigenen Widerstand gegen die deutsche Besatzung mehr als nur reserviert gegenüber standen. Man hatte nicht unbegründet Angst vor den brutalen Vergeltungsmaßnahmen, wollte sich lieber mit den Besatzern engagieren.

Es scheint so, als dass es da zum Thema 2. Weltkrieg noch viele Dinge gibt, die ich schon immer wissen wollte, mich aber nie zu fragen traute. Ich hoffe, dass viel mehr Menschen sich trauen Fragen zu stellen und nicht eher ruhen, bis diese beantwortet sind. Damit meine ich nicht nur Fragen rund um den zweiten Weltkrieg. Ich warte noch immer auf ein Buch, dass sich um Aktivitäten westdeutscher Geheimdienste gegen DDR-Bürger kümmert. Da habe ich viele Fragen. Doch meine Neugier ist fast nicht zu stillen.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück

Ihnen wüsche ich ein genussvolles Frühstück. Freuen Sie sich auf ein hoffentlich sonniges Wochenende.

 


Veröffentlicht am: 10.04.2015

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