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Gesundheits-News vom 24. April 2015

Michael Weyland informiert

(Michael Weyland) Als ich vor einigen Jahren einem Orthopäden erzählt habe, ich fände es sinnvoll, beim Zeitungslesen ein Laufband zu nutzen und dabei zu walken, hat er mich seltsam angeschaut. Dabei scheine ich da gar nicht so falsch zu liegen, wie eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) ergab. Dynamische Arbeitsstationen, die Schreibtischarbeit mit Gehen oder Radfahren verbinden, haben nachweislich gesundheitsförderliche Wirkung, ohne dass darunter die Arbeitsleistung wesentlich leidet.  Derzeit arbeiten 18 Millionen Menschen in Deutschland im Büro und am Bildschirm. Und ihre Zahl steigt. Einige dieser Beschäftigten sitzen oft stundenlang unbeweglich vor dem Schreibtisch. Die Folge dieser Zwangshaltung: Bewegungsmangel und Unterforderung der Muskulatur.  Langfristig kann das zu chronischen Schäden führen, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-II-Diabetes und Muskel-Skelett-Beschwerden. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation ist Bewegungsmangel der vierthäufigste Risikofaktor für frühzeitigen Tod.    Experten empfehlen häufig Sport in der Freizeit, um den Mangel an körperlicher Aktivität bei der Arbeit auszugleichen. Vielen Menschen gelingt es jedoch nicht, Zeit für Sport in ihren Alltag einzubauen.  Eine Lösung könnten so genannte dynamische Arbeitsstationen sein: Sie ersetzen oder ergänzen den Bürostuhl durch Bewegungselemente wie Laufbänder, Fahrradergometer oder Stepper. Erste Produkte sind in den USA bereits erhältlich.

Die Erstellung einer Krankheitsdiagnose und sich daran anschließende Therapieplanungen, Verordnungen und Verlaufsbewertungen sind ärztliche Aufgaben.  Nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU) und des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgen e.V. (BVOU) sind diese nicht an Heilmittelerbringer wie beispielsweise Physiotherapeuten delegierbar. Die Spezialisten für Knochen und Gelenke kritisieren damit ein von der Arbeitsgruppe Gesundheit der CDU/CSU-Fraktion kürzlich vorgelegtes Positionspapier, wonach Physiotherapeuten stärker in Aufgabenbereiche der ärztlichen Versorgung eingebunden werden sollen. Dabei ist die Eröffnung eines Direktzugangs zum Patienten durch den Physiotherapeuten ohne vorherige ärztliche Konsultation und Diagnosestellung geplant.  DGOU und BVOU stellen infrage, ob die offensichtlich wirtschaftlichen Überlegungen wegen angeblicher Einsparpotenziale derart gravierende strukturelle Änderungen der Versorgungslandschaft rechtfertigen.

Diesen Beitrag können Sie nachhören oder downloaden unter:
http://www.was-audio.de/aanews/gesundheitsnews20150423_kvp.mp3

 

 


Veröffentlicht am: 24.04.2015

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