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20.07.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Fernsehschock

Männer, wir müssen uns wehren

Vor einigen Tagen hat mich die Grippe erwischt (keine Beileidsbekennungen bitte - wir Männer überleben so etwas) und ich schaltete am Nachmittag den Fernseher ein. Was ich zu einer Sendezeit, zu der eigentlich nur Schüler, Rentner, Arbeitslose und Kranke vor der Mattscheibe sitzen können, zu sehen bekam, war schon sehr verwunderlich.

Nicht, dass ich mich über die Nachmittags-Soaps und Gerichtsshows wirklich wunderte. Was mich so verwunderte, war das propagierte Männerbild. Wer sich da um die Kinder kümmerte, war ebenso ein verachtenswertes Weichei, wie der, der nicht die dicke Kohle nach Hause brachte oder gar Arbeitslos ist. Wer sich jedoch nicht um seinen Nachwuchs kümmert, ist ein A...

Für Frauen scheint der Mann nur dazusein, sie mit prall gefüllten Kreditkarten für die nächste Shoppingtour auszustatten. Wenn er dann noch einen gesellschaftlich hochstehenden Job und ein tolles Auto hat und aussieht wie Adonis, ist er der Gunst einer nicht gerade überbeschäftigten Schönheit - manchmal hat sie sogar einen Studienabschluss - wert.

Ist sie seiner überdrüssig oder wildert er in fremden Gefilden - augenscheinlich gehen fast alle Männer fremd - gilt es den Typen bis aufs Hemd auszunehmen. Die Billig-Serien bieten hier mehr juristischen Rat als so mancher Anwalt.

Am schlimmsten kommen - nicht ganz zu unrecht - die Typen weg, die nichts auf die Reihe bekommen. Folgt man dem Fernsehbild, so müssen Millionen deutsche Männer in vollgekleckerten Shirts und Jogginghosen, die Bierdose und die Chipstüte in der Hand den ganzen Tag faul vor dem Fernseher sitzen (oh, ich saß ja auch dort). Wenn sie dann nach vielen Tritten in den Allerwertesten doch noch zu einem vollwertigen Mitglied der Gesellschaft (das ist DDR-Deutsch) wird, lehnt sie sich am seine wieder starke Schulter und er muss nicht mehr auf dem Sofa im vermüllten Wohnzimmer schlafen. Selbst sein zwölfjähriger Sohn schlägt ihn nicht mehr.

Was wird da im öffentlich rechtlichen und im privaten Fernsehen für ein Männerbild produziert? Was machen solche "Vorbilder" eigentlich mit jungen und nicht mehr so jungen Frauen? Was macht das vor allem mit den jungen Männern und mit denen, die es wirklich nicht geschafft haben, Frau und Freundin, Sportwagen und Prestigejob vorweisen zu können?

Es ist höchste Zeit über das Männerbild in unsere Gesellschaft zu diskutieren. Das ist keine einseitige Erkenntnis von mir. Immer mehr Bücher erscheinen zu dem Thema, dass auch schon den Weg in die TV-Talkshows gefunden hat. Die sehen aber die Nachmittags-Fernsehkonsumenten nicht (ist das auch ein Vorurteil?).

Ich mache mir jetzt mein Frühstück.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück.

Hier noch ein Tipp: Seien Sie authentisch. Nicht jeder ist ein Supermann, aber jeder ist auf seine Art ein super Mann. So wenig die nackten Frauen, die nachts über die Bildschirme stehen, typisch für die Frauen im Land sind, so wenig typisch sind die Vorabend-Serien-Männer typisch für uns. Eine Diskussion über den Mann im 21. Jahrhundert ist aber bitter nötig.

 


Veröffentlicht am: 25.04.2015

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