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Morgengruß von Helmut Harff: Die Länge machts

... zumindest meint man das in Berlin

In Berlin will man keine Autos - das ist nichts neues. Doch wie man die Autos aus der Stadt bekommt, darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Die einen meinen, dass man das Nahverkehrsangebot weiter ausbauen muss. Dann würden die Menschen schon freiwillig auf das Auto verzichten. Da ist was wahres dran, denn schon heute sind  viele Berliner der Ansicht, dass man in der Hauptstadt kein Auto braucht.

Dann gibt es die Fahrrad-Lobby. Die meinen, dass man mit dem Drahtesel das Auto ersetzen kann. Ich halte das schon seit langem für Quatsch, obwohl ich selber viel mit dem Rad unterwegs bin. Man kann ja mal versuchen, einen Getränkekasten oder einen großen Sack Blumenerde auf einem Rad zu transportieren. Wer wird mit seinem kranken Kind auf dem Rad zum Arzt fahren?

Nun hat die Politik eine neue Idee: Große, sprich lange Autos, sollen mehr Parkgebühren als kleine bezahlen. Diejenigen, die diese Idee hatten, meinen, dass kleine Autos weniger CO² ausstoßen, als große. Gilt das auch, wenn man eine Familienkutsche mit einem kleinen zweisitzigen und hochmotorisierten Sportwagen vergleicht? Ich finde auch diese Idee - sorry - ziemlich bekloppt. Das gilt auch für die Idee, bei Neubauten die Zahl von Autostellplätzen weiter zu begrenzen.

Vielleicht sollte erst einmal die Politik mit gutem Beispiel voran gehen und die eigenen Fahrzeugflotten massiv  begrenzen. Smart statt Mercedes - das wäre doch ein guter Slogan für die nächste Landtagswahl. Ich weiß allerdings nicht, ob man Kleinwagen auch panzern kann. Doch deutsche Ingenieure sollen ja sehr finderisch sein - im Gegensatz zu den meisten Politikern.

Letztere kommen mir vor wie schlechte Eltern und Pädagogen: Beide sind schnell mit ihrem Latein an Ende und flüchten sich in Drohungen und Verboten. Wer kennt nicht den Satz der Mutter zum quengelnden Nachwuchs: "Wenn Du nicht artig bist, fahren wir jetzt nicht zur Oma". Oma wartet auf Tochter und Enkel - sie hat Geburtstag. Genau das machen die rat- und hilflosen Politiker - nicht nur in Berlin.

Die Verantwortlichen in der Hauptstadt sollen den Autofahrern mal erklären, warum man die Stadtautobahn ausbaut - was ich gut finde - und man gleichzeitig nicht mehr Parkflächen ausweisen will. Man will rollenden Verkehr, aber keinen stehenden. Hallo, rollende Autos machen Dreck, nicht parkende. Übrigens: Auch langsam dahin schleichende Autos machen mehr Dreck, als solche, die ohne ständige Stopps an roten Ampeln dahin rollen. Grüne Wellen, nachts auf gelb geschaltete Ampeln und Autos, die nicht stundenlang auf der Parkplatzsuche durch die Stadt kurven, das senkt den CO²-Ausstoß. Das gilt im Übrigen nicht nur für Berlin, sondern für alle Großstädte.

Wenn man dann noch dafür sorgt, dass der Nahverkehr hervorragend funktioniert, dass man sich auf S- und U-Bahn verlassen kann, dass Busse und Straßenbahnen zuverlässig und fahrplantreu fahren, dann verzichten immer mehr Menschen auf ein eigenes Auto.

Kennen Sie noch den Spruch aus der Werbung: "Ich habe gar kein Auto"? Der gilt für mich. Dennoch möchte ich auf den fahrbaren Untersatz nicht immer verzichten. Eine autofeindliche Stadt kann nicht das Ziel sein, eine mit einem tollen Nahverkehrsangebot und gut ausgebauten Radwegen schon. Davon profitieren alle - Auto- und Radfahrer ebenso wie Fußgänger.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und Politiker, denen man puren Aktionismus endlich untersagt.

 


Veröffentlicht am: 28.04.2015

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