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Morgengruß von Helmut Harff: Ausreden

… sind nicht immer einfach

Derzeit ist es zumindest hier in Berlin sehr einfach, sein spätes, sein zu spätes Erscheinen am Arbeitsplatz zu entschuldigen. Die Bahn streikt, an der U-Bahn wird wie immer etwas repariert und die Straßen sind verstopft. Da glaubt jeder, dass man einfach irgendwo stecken geblieben ist und keiner kommt auf die Idee, dass man einfach nur am Vorabend versackt ist.

So eine Verkehrssituation kann auch für andere Dinge als Ausrede genutzt werden. Ein einfaches „Ich stand im Stau“ genügt schon als Entschuldigung. Da konnte man nicht pünktlich sein, nicht noch bei der Reinigung vorbei fahren oder gar noch den Müll runter bringen. Selbst eine misstrauische Frau nimmt einem Mann diese Erklärung ab, obwohl der sich mit seiner Praktikantin, Sekretärin, Geliebten (bitte zutreffendes selber denken) zur Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen getroffen hat.

Doch was, wenn die GDL mal erreicht hat, was sie will oder einfach keine Lust mehr auf Streik hat? Dann hat der Streik allen Ausreden Suchenden zumindest eines gelehrt: Bei Ausreden, bei Lügen immer möglichst nah an der Wahrheit bleiben. Wer sich mit einem Tsunami am nah gelegenen Badesee oder einem Erdbeben in der Lüneburger Heide entschuldigt, muss sich nicht wundern, dass ihm auch der gutgläubigste Mensch das nicht abnimmt. Wer dagegen behauptet, bei 30 Grad im Schatten einfach schnell einen Abstecher an den Badesee gemacht zu haben, obwohl die Grashalme an der Hose nicht daher stammen, kann auf Verständnis hoffen.

Schwieriger wird es, wenn Frau und Familie auf der einen und ein Verhältnis auf der anderen Seite koordiniert werden müssen. Da gehört schon eine gehörige Portion Organisationstalent dazu. Mann muss da beweisen, dass er mulittastigfähig ist. Da das nach landläufiger Ansicht nur wenige Männer von sich behaupten können, fliegen solche Lügengeschichten schnell auf. Meistes geht das sogar schneller, als in einschlägigen Filmen, in denen es um  solche Konstellationen geht. Ich für meinen Teil finde es verdammt stressig, so zweigleisig zu fahren. Ist man bei der einen, denkt man an die andere und umgekehrt. Wer da mit seinen Lügen nicht nah an der Wahrheit bleibt, hat verdammt schlechte Karten. Besser dran ist, wer die offen legt. Das Risiko, dabei Spaß (Freundin) und Sicherheit (Familie) zu verlieren, ist allerdings verdammt hoch. Doch das muss jeder selber wissen.

Noch schwieriger erscheint mir, ein Lügengebäude zu errichten, wenn man seine Pleite, seine Arbeitslosigkeit, das Scheitern seiner Ehe/Beziehung verheimlichen will. Gleiches gilt für das Verheimlichen einer schweren Krankheit. Es dauert meist nicht lange und selbst das mit größter Mühe aufgebaute Lügengespinst zerreist wie ein Spinnennetz im Sturm. Zumindest hier ist Ehrlichkeit der vielleicht schmerzhaftere, aber im Endeffekt einfachere Weg.

Es gibt im Leben immer wieder Situationen, in denen man mit der Umgehung der Wahrheit, mit einer Notlüge oder auch einer dreisteren Lüge weiter kommt. Doch das sollte nicht zur Regel, zur Lebensmaxime werden. Wird man zu oft dabei erwischt, es mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen, glaubt einem bald niemand mehr, selbst wenn es in der Lüneburger Heide ein Erdbeben gab und der Tsunami den gesamten Badebereich des Lieblingssees verwüstet hat.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Das können Sie mir ruhig glauben.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Auch das ist keine Lüge.

 


Veröffentlicht am: 08.05.2015

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