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29.06.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Demokratie

Was ist so toll an ihr?

Demokratie, so haben wir gelernt, ist die beste aller Regierungsformen. Freie Wahlen ist für uns der Inbegriff der Demokratie. Alles und jeder, der nicht frei gewählt wurde, hat keine Legitimation, hat kein Recht an der Macht.

Ließt man bei Wikipedia nach, so erfährt man: "Demokratie (altgr. Δημοκρατία „Herrschaft des Staatsvolkes“, von δῆμος dēmos ‚Staatsvolk‘ und -kratie: κρατία kratía ‚Herrschaft‘) bezeichnet Herrschaftsformen, politische Ordnungen oder politische Systeme, in denen Macht und Regierung vom Volk ausgehen, indem dieses – entweder unmittelbar oder durch Auswahl entscheidungstragender Repräsentanten – an allen Entscheidungen, die die Allgemeinheit verbindlich betreffen, beteiligt ist.  Die Regierung geht in Demokratien durch Wahlen aus dem Volk hervor."

Schön und gut, doch ist das mit der Demokratie so eine Sache. Es gibt Mörder, man denke nur an Adolf Hitler, die demokratisch gewählt wurden. Es gibt viele Herrscher, die sich in aus unserer Sicht undemokratischen Wahlen immer wieder vom Volk ihre Macht bestätigen lassen. Mir fallen hier die Machthaber in der DDR ein. Auf sie fielen immer fast 100 Prozent aller Stimmen. Das wurde gern und ausführlich kritisiert. Wenn dagegen Parteichefs in der Bundesrepublik ähnliche Werte auf Parteitagen erreichen, ist das deutlich weniger kritikwürdig.

Wieso mir das gerade durch den Kopf geht? Ich denke immer noch über die Wahl vom alten und neuen FIFA-Boss Joseph Blatter nach. Die Mehrheit der Ländervertreter in der FIFA stimmten für den umstrittenen Fußball-Funktionär. Klar, Blatter scheint kein Weisenknabe zu sein, doch das ist ja kein Kriterium dafür, sich nicht zur Wahl zu stellen. Wenn alle demokratisch gewählten Männer und Frauen sofort zurück treten müssten, deren Weste nicht mehr so ganz weiß ist, würden sehr viele Sessel in Amtsstuben und Parlamenten verweisen.

Doch warum stören uns bei einem schon der bloße Verdacht, nicht ganz "sauber" zu sein und bei anderen nicht? Wieso prügeln wir mal auf regulär gewählte Menschen ein, jubeln andere, die keinen Deut besser sind, hoch? Ehrlich, ich weiß es nicht. Vielleicht ist es ein Zeichen von Demokratie, dass man gewählte Menschen beschimpfen, beleidigen und vorführen darf. Gewählte sind dann so etwas wie Freiwild - vor allem für die, die sich nie einer Wahl stellen würden.

Nehmen wir Blatter. Der ist, wie schon gesagt, kein Weisenknabe, doch die Mehrheit der FIFA-Mitglieder hat ihn warum auch immer gerade wieder gewählt. Das erkennen - ganz demokratisch - auch fast alle seine Gegner in der FIFA an. Man kehrt zur Arbeit zurück. So ist das nach demokratischen Wahlen. Nun gerät für dieses demokratische Verhalten nicht nur der Gewählte, sondern auch seine unterlegenen Gegenspieler unter massive Kritik. Hallo, so ist wie gesagt Demokratie.

Demokratie, das ist kein Wunschkonzert. Gewählt ist, wer die meisten Stimmen auf sich vereinigen kann. Das bejubeln wir gern - es sei denn, uns gefällt der Typ aus irgend welchen Gründen nicht. Man denke nur mal an den gewählten ägyptischen Ex-Präsidenten Mohammed Mohammed Mursi Isa Ayyat. Der hat uns nicht gefallen. Umso mehr bejubelten wir seinen ebenfalls gewählten Nachfolger Abd al-Fattah Said Husain Chalil as-Sisi. Was macht der? Er lässt seinen Vorgänger zum Tode verurteilen.

Doch wir müssen gar nicht so weit blicken. Wenn Parteien in Europa Wahlerfolge erreichen, die unserer political correctness nicht entsprechen, dann ist das Geschrei groß. Man sehe nur einmal nach Frankreich, Belgien, Griechenland, Italien, Ungarn oder Spanien.

Ist Demokratie nur dann gut, wenn uns die Gewählten in den Kram passen? Nein, Demokratie ist nur dann gut, wenn wir uns aufmachen, wenn wir uns zur Wahl stellen.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück.
   
Ihnen wünsche ich ein genussvolles Sonntagsfrühstück. Was halten Sie von unserem Umgang mit demokratischen Entscheidungen?

 


Veröffentlicht am: 31.05.2015

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