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Morgengruß: Blabla

Reden, nichts als Reden...

Sieht man sich in diesem Land um, so sind wir nicht mehr ein Land der Dichter und Denker, sondern ein Land der Sprechblasenproduzenten. Überall wird geredet, werden Sprechblasen produziert. Das Lustige daran ist, dass sich alle, die in irgendeiner Gegenerschaft leben, genau das vorwerfen.

Wobei, recht hat dabei jede Seite. Blabla - das ist schon das beste, was wir in irgendwelchen Fernsehdebatten, Talkshows und ähnlichen Sendeformaten erwarten können. Die, die sich darüber aufregen, produzieren aber auch nur Blabla. Wie solche Sendungen - wenn man sie dann überhaupt will - aussehen könnten, davon hört man nichts. Auch mir fällt zu diesem Thema nicht viel ein. Hätte ich die zündende und für das Fernsehen taugliche Idee, müsste ich jetzt keine Kolumne schreiben, könnte ausschlafen.

Nur Blabla zu produzieren, dass werfen die Gegner dem G7-Treffen auf Schloss Elmau vor. Damit haben sie sicherlich recht. Auch mit der Forderung nach konkreten Beschlüssen, denen dann Taten folgen. Das kann man so blind unterschreiben. Doch was ist mit den Demonstranten? Wie setzten Sie ihre vollmundig und plakativ präsentierten Forderungen um? Hat jeder, der eine andere Flüchtlingspolitik fordert, einen Flüchtling bei sich aufgenommen? Das wären angesichts der 35.000 Demonstranten gestern in München eben mal 35.000 Flüchtlinge. Haben alle, die ihre Angst vor dem Klimawandel äußern, kein Auto, aber auch kein Super-Fahrrad? Kaufen sie nur die Elektrogeräte, die sie unbedingt brauchen, die die höchste Energieeffizienzklasse aufweisen? Wohnen sie alle in Wohnungen, die sie wirklich brauchen - vielleicht 15 Quadratmeter pro Person?

Wer von anderen zu Recht Taten einfordert, muss sich gefallen lassen, genau daran gemessen zu werden. Das gilt nicht nur für die G7-Gegner, sondern auch für die, die sich auf dem Evangelischen Kirchentag treffen und - was sonst - miteinander reden. Auch hier sind keine einforderbare Beschlüsse zu erwarten. Auch hier nur Blabla.

Blabla auch bei denene, die von der redenden Mehrheit der Gesellschaft als Schmuddelkinder betrachtet werden. Ich meine die Pegida, ich meine die AfD. Da kümmert man sich inzwischen mehr mit sich, als mit Forderungen. Ansonsten hört man auch nur Blabla. Konkretes Handel ist kaum, ist fast gar nicht zu beobachten.

Mich regt das folgenlose Gequatsche  immer mehr auf. Mich regte vor allem auf, dass genau das dazu führt, dass man, dass ich nicht mehr zuhöre. Ich befürchte, dass diese Blabla-Dauerbeschallung irgendwann dazu führt, dass jemand kommt, der nicht nur redet, der handelt. So endete schon einmal eine demokratische Phase in Deutschland.

Und ich, produziere ich nicht auch jeden Tag Blabla? Ja, das tue ich. Allerdings nicht immer. Als ich mit Freunden zur legendären Demo am 4. November 1989 auf den Berliner Alexanderplatz fuhr, hatten wir ein Plakat dabei, auf dem stand "Neue Medien für neue Foren". Nur eine Woche später verkauften wir unserere erste noch sehr kleine, sehr einfach gestaltetet Zeitung. Wir wollten nicht nur reden, wir wollten handeln. Das war mein Einstieg in den Journalismus.

Ich mache mir jetzt mein Frühstück. Da gibt es kein Blabla

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Versuchen Sie doch wenigstens ab und an Ihren Worten auch Taten folgen zu lassen.

 


Veröffentlicht am: 05.06.2015

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