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Aufgespießt: Ehe

Merkwürdige Diskussionen

Die Ehe ist zwar - zumindest gehe ich davon aus - kein Thema auf dem G-7-Treffen im Schloss Elmau. Doch ansonsten wird darüber so intensiv diskutiert, wie seit den frühen 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nicht mehr.

Ehe, das war aus der Sicht der 68er-Bewegung eine bürgerliche Einrichtung zur Unterdrückung der Frau. Sie gehört, so war damals zu hören auf den Abfallhaufen der Geschichte. Augenscheinlich irrte man damals, denn die Ehe gibt es noch und viele Menschen streiten dafür, heiraten zu dürfen. Ich meine selbstverständlich Schwule und Lesben. Sie wollen eine Ehe wie sie traditionell zwischen Mann und Frau - von mir aus auch zwischen Frau und Mann - geschlossen werden.

Nun diskutiert man, was Ehe eigentlich ist. Die Traditionalisten meinen, die Ehe ist die Institution, die Einrichtung, die dazu geschaffen ist, Kinder in die Welt zu setzen. Warum sollen Eheleute keine Kinder bekommen - nichts spricht dagegen. Doch was ist mit Ehepaaren, die keine Kinder bekommen wollen? Was ist mit Paaren, die keine Kinder bekommen können? Sind die aus Sicht der Traditionalisten gar nicht verheiratet, ist deren Ehe gar nicht vollzogen? Müssen kinderlose Ehen zwangsweise wieder getrennt werden? Ist die kinderlose Frau Merkel dann gar nicht verheiratet?

Was ist mit Ehepaaren, die keine Kinder bekommen können? Dürfen solche Menschen gar nicht heiraten? Müssen Ehewillige eine ärztliche Bescheinigung vorlegen, aus der hervorgeht, dass sie Kinder zeugen beziehungsweise gebären können?

Wenn Kinder in eine Ehe gehören, dürfen sich Eltern überhaupt scheiden lassen? Werden demnächst Alleinerziehende zwangsverheiratet?

Noch eines geht mir duch den Kopf, wenn es um die Ehe als "Kinderproduktionsstätte" geht: Dürfen dann ältere Menschen nicht mehr heiraten? Schließlich kann unter "normalen" Umständen nicht mehr damit gerechnet werden, dass zwei sich liebende ziebzigjährige noch Eltern werden.

Was machten Menschen, der außerhalb der Ehe Kinder zeugen? Müssen die beiden heiraten? Dann wäre das Szenario, dass die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer an die mediale Wand gemalt hat, sehr bald Realität. Dann hätte so mancher Mann, so manche Frau mehrere Ehepartner. Wie  viele Ehefrauen hätte dann Boris Becker oder Horst Seehofer? Ob das die Traditionalisten wollen?

Wenn Ehe heute von Menschen eingefordert wird, die zusammen mit Sicherheit keine Kinder zeugen können, dann muss dringend etwas am Adptionsrecht geändert werden. Warum sollen Ehepaare und Einzelpersonen Kinder adoptieren können, gleichgeschlechtlich liebende Mensch aber nicht. Schließlich können auch Menschen, die in traditioneller Ehe leben, aber sich auch zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen. Kinder adpotieren - vorausgesetzt, es weiß niemand offiziell davon.

Ich finde, dass alle, die sich für die Ehe, für eine Partnerschaft mit Unterschrift und Siegel entscheiden, auch den Bund der Ehe eingehen dürfen. Auch wenn es unsern heutigen Auffassung wiederspricht, wenn nahe Angehörige heiraten, so war das über Jahrtausende üblich. Ich habe bisher noch nicht davon gehört, dass die Menschheit darunter gelitten hat.

 


Veröffentlicht am: 08.06.2015

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